13) Wort aus Jerusalem ISRAEL HEUE

Montag, 14. Februar 2005
Das Wort beim Wort nehmen
Die Überlieferung sagt, dass Petrus auf der Via Appia vor den Toren Roms Christus erschienen sei und Christus auf die Frage des Petrus „Quo vadis, Domini – wohin gehst du, Herr?“ antwortete: „Um ein zweites Mal zu sterben!“

Die historische Echtheit dieser Aussage ist unwichtig. Wichtig dagegen ist, dass Christus im Laufe der Kirchengeschichte ein zweites Mal starb, denn aus dem ursprünglichen Glauben des Einzelnen wurde eine Institution, gegen die der einzelne Gläubige heute kaum noch ankommt. So wie Jesus damals nicht in die Institution des jüdischen Klerus passte, so würde er auch heute nicht in die kirchliche Institution passen. Von dem Augenblick an, als Kaiser Konstantin im Jahre 326 die urchristliche Gemeinde zur Staatskirche erhob, verlor sie ihre Unschuld. Von da an verblasste auch der Glaube an die Wiederkunft Jesu Christi, man richtete sich auf der Erde dauerhaft ein.

Wer heute lehrt, dass wir in der Endzeit leben und Christus bald wiederkommt, der wird oft als einer, der außerhalb kirchlicher Lehre, betrachtet – auch wenn man im Glaubensbekenntnis jeden Sonntag betet: „...von dannen er kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten...“

So wurde aus dem Kirchenjahr ein illustres Karussell von Feiertagen, zu dem auch der Advent gehört, ohne dass man Jesu Kommen wirklich erwartet. Wenn man mit diesem frommen Spiel nicht aufhört, wird das passieren, wovor Jesus gewarnt hat, dass „bei der Wiederkunft des Menschensohnes der eine angenommen und der andere zurückgelassen wird“ (Matth. 24). Wann endlich begreift die Christenheit, dass das Wort Gottes nicht relativ ist, sondern absolut? Relativ ist, was man manipulieren kann. Das Wort Gottes aber ist absolut, wir müssen uns ohne Wenn und Aber nach ihm richten, auch wenn es uns schwer fällt oder nicht im Trend der Zeit liegt.

Immer öfter greifen heute selbst christliche Seelsorger auf Siegmund Freud, dem Meister aller Schuld verschiebungen, zurück. Bei ihm sind immer die Anderen Schuld, wenn nicht die Eltern, dann die äußeren Umstände. Um bei der Wiederkunft Christi bzw. nach dem Tode wirklich bereit zu sein, muss ich aber einsehen und bekennen, dass ich allein für meine Sünden verantwortlich bin und Gott bitten, dass Er mir alle meine Schuld vergibt und dass ich daraufhin beginne, ein neues, Gott geweihtes Leben zu führen. Wenn ich aber meine Sünde auf andere abschiebe oder die Sünde weglegalisiere, was heute vielfach von Kirche und Gesetzgeber getan wird, werde ich nie um Vergebung bitten, was zur Folge hat, dass ich keine Vergebung erlange und damit nicht die Gnade erfahre, die notwendig ist, um vor dem Richterstuhl Gottes bestehen zu können. Die Bibel ist für jeden verständlich. Erst Theologen haben darüber einen philosophischen Schleier gelegt. Daher ist es wichtig, dass wir Gottes Wort wieder beim Wort nehmen.

(Bitte, diese Zeilen sehr wohl "kritisch" lesen!)