Auszug: Auszug aus "Maria heute" Nr. 417   19
Eure Gebete können die Welt verändern
Gott wird euch nie zermalmen
Gott wird euch alle eure Irrtümer und all das, was ihr nicht getan habt, aufzeigen, aber er wird immer mit ei­nem Wort der Hoffnung en­den. Er wird euch nie zermalmen, sondern euch immer erheben und Hoffnung schenken. Heute ist der Heilige Geist die Hoffnung. Die Heilige Schrift erfüllt sich, weil die Bibel ein Buch ist, das in Ewigkeit lebendig ist. In der Heiligen Schrift gibt es Abschnitte, die wir derzeit durchleben, besonders im Buch Daniel. Als Daniel Visionen hatte, war er neugierig und fragte: «Was wird das letzte von all dem sein?» Der Engel erwiderte: «Geh, Daniel! Diese Worte bleiben verschlossen und versiegelt bis zur Zeit des Endes.» (Dan 12,8-13] Was bedeutet das? Jesus erklärt es in einer Bot­schaft: dass Daniel am Ende der Tage aufersteht, bedeutet, dass seine Prophezeiung am Ende der Tage ihre Bedeutung haben wird. Unsere Zeit steht am Ende der Tage — es ist nicht das Ende der Welt, sondern das Ende einer Epoche, einer Epoche, von der Daniel gesprochen hat. Es ist eine Zeit des Glaubensabfalls, eine Zeit des Antichrist, der sich als Gott aufspielt und Gott nachäfft. Jesus spricht uns von der Heiligen Schrift und lehrt sie uns in der Art der lectio divina. Wenn ihr die Schrift verstehen wollt, könnt ihr die volle Bedeutung eines Abschnitts nicht verstehen, wenn ihr ihn isoliert betrachtet. Ein Beispiel dafür ist Daniel und der Glaubensabfall. Das Ende der Tage wird am Glaubensabfall zu erkennen sein, denn dieser ist dafür charakteristisch. Dasselbe gilt für Ezechiel und für Thessalonicher 2, die beide dieses Thema behandeln.
Das zweite Pfingsten
Wenn der himmlische Vater unseren Glaubensabfall sieht, legt er seine Krone beiseite, um sich eilends aufzu­machen und uns zu retten. Er sendet uns seinen Heiligen Geist in einer Fülle wie nie­mals zuvor in der Geschichte. Er sagt uns: Niemals zuvor in der Geschichte wurde der Heilige Geist so sehr über die Menschheit, über jeden ein­zelnen ausgegossen. Es ist das «Zweite Pfingsten» wie er es nennt. Es hat bereits be­gonnen. Und es ist die Erneu­erung der Kirche. Er erneuert uns unablässig. Es ist etwas Individuelles: Stellt euch eine ganz gleichgültige Person vor, eine geistliche Null, und siehe da, eine Erneuerung geht durch diese Person. Auf diese Weise erhebt Gott die Seele und entzündet sie mit Seinem Feuer und Seinem Eifer. Die­ser Mensch wird ein Apostel und hat ein zweites Pfingsten erlebt. Das zweite Pfingsten ist mit dem Buch der Offenba­rung (Kapitel 21) verbunden: es ist die Seele, die dort «Stadt Gottes» genannt wird. Nach dieser Erneuerung können wir sagen, dass das alte Jeru­salem nicht mehr da ist, weil von einem neuen Jerusalem und einem neuen Himmel und einer neuen Erde die Rede ist. Mit anderen Worten: Das alte «Ich» gibt es nicht mehr. Es verwandelt diese Stadt in ein neues Jerusalem. Dann wird die Seele wie eine schöne Braut sein, denn sie hat sich mit Christus beklei­det. Der Bräutigam, der nie­mand anderer ist als Gott, als die Dreifaltigkeit selbst, wird Seine Braut in das Brautge­mach seines Herzens tragen. So wird der neue Himmel in uns sein. Während es noch dunkel wie in der Nacht ist, wird das Licht des Heiligen Geistes unmittelbar nachdem wir ihn empfangen haben leuchten wie tausend Lichter. Sein Licht erstrahlt wie tau­send vereinte Sternbilder und die Seele wird ein neuer Him­mel. Die Erde, die wie eine Wüste in uns war, wird zum Paradies. Aus einer Wüste wird ein Garten Eden, sobald der Heilige Geist seinen himmlischen Samen in uns gelegt hat. Und genau das ist der neue Himmel und die neue Erde. Es ist die Ern­euerung der Schöpfung, das zweite Pfingsten. Das geschieht schon heute; es ge­schieht bereits seit einiger Zeit. Es ist die Hoffnung, die wir heute haben; es sind diese Worte Christi: «Deshalb, meine Geliebten, sagt zu eu­rer Seele: "Verharre in Gott al­lein, denn Er ist die einzige Quelle deiner Hoffnung". Euer Herz soll jubeln und eure Seele soll sich erneuern, denn Ich gieße in diesen Tagen meine Gnaden in einer sol­chen Fülle über die Mensch­heit aus wie niemals zuvor in der Geschichte.»
L. Lombard