Augustinus; (+430)

 

Aus dem Buch „Über den Gottesstaat".

 

Der ewige Sabbat

 

„Feiert und seht, daß ich Gott bin!"1 Das wird wahrhaftig der größte Sabbat sein, der keinen Abend kennt, der Sabbat, auf den schon bei der^ Erschaffung der Welt hingewiesen wurde, siebten Tag vollendete Gott das Werk, das geschaffen hatte, und er ruhte am siebten, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht JA! Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte  ihn für heilig ; denn an ihm ruhte Gott nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte." - Wir werden selbst der siebte Tag sein, wenn wir durch seinen Segen und seine Heiligung vollendet und neu geschaffen sind. Dann werden wir feiern und erkennen dass er Gott ist. Das wollten wir selbst sein, wir von ihm abfielen, als wir auf den Verführer hörten und den wahren Gott verließen durch dessen Gnadenwirken wir göttlich werden sollten, durch Teilnahme, nicht durch Abfall. Was konnten wir ohne ihn gewinnen!  Von ihm neu geschaffen und durch die Größe seiner Gnade vollendet, werden wir ewig feiern und en, daß er Gott ist, und wir werden von ihm erfüllt sein, wenn er alles in allem ist4. Wenn dann sehen, daß unsere guten Taten eher die seinigen als die unsrigen sind, werden sie uns gerechnet, damit wir diesen Sabbat erlangen können.

 

Dieser Sabbat ist das letzte Weltzeitalter, unser Sabbat, der keinen Abend hat. Er ist gleichsam der achte und ewige Herrentag, der durch die Auferstehung Christi geheiligt ist und die Ruhe nicht allein des Geistes, sondern auch des Leibes bedeutet. Da feiern wir und schauen, schauen und lieben, lieben und preisen. Siehe, dies wird die Vollendung sein. Denn was anderes ist unser Ende, unsere Vollendung, als zu dem Reich zu gelangen, das kein Ende kennt?

 

Vgl. Ps 46.il.   Hien 2,2-3.   3Vgl. Gen 3.4-7-   4Vgl. 1 Kor 15. 28.