DAS REICH GOTTES AUF ERDEN Papst Pius XI


Pius XI. hat das gleiche literarische Verfahren des Futurs verwendet, er war aber noch ausführlicher im Ausdruck seiner Hoffnung. In einem enzyklischen Rundschreiben im Jahre 1928, das den Untertitel trägt "über die Sühne, die alle dem Heiigsten Herzen Jesu schulden", spricht er in diesen Begriffen von der Einführung des Christkönigsfestes.
"Dadurch", so schreibt er, "haben wir nicht nur den Herrschaftsbereich Christi über die ganze Welt offen gelegt, sowohl über die bürgerliche als auch die käufliche Gesellschaft, und über jeden einzelnen Menschen, sondern wir haben auch die Freuden dieses Tages ahnen lassen, an dem das Menschengeschlecht sich ganz freiwillig der süßesten Macht des Christus-Königs unter wirft (16)" Zehn Jahre später, am 28. August 1938, einige Monate vor seinem Tod, bekannte er seine Vision der Zukunft. Sie zeigt, dass das Reich Christi in seinem Mund keine rhetorische Blume war, sondern eine sehr konkrete zukünftige Wirklichkeit. Eine Stelle eines Gesprächs, das in den Worten des Reporters zusammen gefasst wird, lässt "die Freude dieses Tages" vorausahnen, den der Papst-Prophet kommen sieht.


"Der höchste Kirchenfürst hatte nicht die Gewohnheit", so sagte er, "über die gegenwärtigen Zeiten zu weinen, noch sie zu loben. Er dankt Gott, dass er in diesem gegenwärtigen Augenblick leben durfte, aber er kann sich nicht zurückhalten, die Jungen beneidend zu betrachten, besonders die ganz Jungen, die noch eine lange Zukunft vor sich haben. Er hat viele Ereignisse gesehen, aber sie wer den noch viele schöne Dinge sehen, deren unmittelbare Vorbereitung für sie vielleicht hart und bitter sein wird, aber die guten Ergebnisse können nicht ausbleiben, selbst wenn man nur mit der kurzen Zeitspanne des Menschen auf Erden rechnet. Wenn er daran denkt, was er gesehen hat, achtzig vergangene Jahre sind schon et was, selbst wenn sie im Leben eines Volkes wenig sind,- so muss er sagen, dass er in dieser so langen und so kurzen Zeit viele Dinge gesehen hat, aber sicher werden seine geliebten Söhne noch andere und so schöne sehen. " (17)


Diese Erklärung ist entschieden optimistisch. Der Papst ahnt vor allem die künftige Herrlichkeit voraus - die einige von denen, die nach 1930 geboren sind, das ist die Generation der ganz Jungen, auf die er an- spielte, noch zu Lebzeiten sehen werden - selbst wenn er sich der "unmittelbaren.., harten und bitteren Vorbereitung" bewusst ist.

Aus dem Buch"Das Reich Gottes auf Erden v.Paul Bouchard
17 Plus XI., Actes de S.S. Pie Xl. (Ansprache an die Mitglieder des Obersten Generairats der päpstlichen Werke zur Verbreitung des Glaubens), Maison de la Bonne Presse, Paris, Bd. 17, S. 110.
16 Pius XI., Actes de S.S. Pie XI. (Miserentissimus Redemptor), Maison de Ia Bonne Presse, Paris, 1933, Bd. 4, S. 100.