Von: DI. DR. theol. Herbert MADINGER

Alle werden das "Zeichen des Menschensohnes " sehen
Wie wird Jesus Christus wiederkommen?

(Aus Ave Kurier Nr. 1/2/94)

Mit großer Macht und Eindringlichkeit hat Jesus Christus von Seiner Wiederkunft gesprochen: "Das Zeichen des Menschensohnes wird am Himmel erscheinen. Dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen, und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen" (Mt 24, 30).

Das wird der Beginn der großen Völker-Bekehrung sein. Dieses "Jammern und Klagen" ist die Wehklage der Herzen und das Zeichen der Umkehr! Denn es wird sich dabei das Wort aus dem Evangelium erfüllen: "Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben" (Joh. 19, 37). Alle Völker werden auf den Wolken des Himmels den Gekreuzigten sehen, den sie durch ihre Sünden durchbohrt haben! Sie werden Ihn auf den Wolken des Himmels kommen sehen", als Himmelserscheinung. Und alle, die sich dabei ihrer eigenen Sünden bewusst werden und sich zum Herrn bekehren, werden wehklagen über ihre eigenen Sünden und sich dem Herrn unterwerfen, so wie das schon im Alten Testament vorausgesagt wurde.

Beim Propheten Sacharja ist diese Umkehr der Völker genau mit jenen Worten beschrieben, die im Evangelium (Joh. 19, 37) verwendet werden: "Über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen. Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt. Sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint. (Sach 12, 10). Das wird jene große Geist-Ausgießung am Ende der Zeiten sein, von der Petrus zu Pfingsten gesprochen hat (Apg 2,20).

Es wird der Beginn des Reiches Christi auf Erden sein: die "Auferstehung der Kirche"! Diese Wiederkunft des Herrn wird wie ein Gericht sein. Jeder Mensch wird dieses "Zeichen des Menschensohnes" sehen: den Gekreuzigten, den wir durch unsere Sünden durchbohrt haben.
Wer sich bekehrt, bleibt am Leben. Der Gekreuzigte wird Sich jedem Herzen offenbaren. und jeder wird erkennen, wie er zu Gott steht und was Gott zu ihm sagt. Das ist die große Umkehr. Durch diese Bekehrung der Völker beginnt jenes Reich der Gerechtigkeit und des Friedens, von dem die Bibel spricht. Es ist das Reich Christi, die "Auferstehung der Kirche". "Alle werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben" (Joh 19, 37).

Das wird die große Erschütterung unseres Lebens sein: Unser Herz wird weinen und wehklagen, weil uns bewusst wird: Wir haben Ihn verletzt, verwundet, vernichtet, erschlagen. Wie haben Ihn aus unserem Leben hinausgestoßen, vertrieben verjagt, verdrängt. Wir wollten nicht, dass Er unser Leben regiert, beherrscht und lenkt. Wir wollten selber unser Leben regieren, gestalten und genießen. Ohne Ihn! Ohne Unterwerfung unter den Herrn und Schöpfer unseres Lebens. Unsere Eigenmächtigkeit wird uns zum Bewusstsein kommen! Unsere Selbstherrlichkeit, unsere Anmaßung. Wir sind doch Geschöpfe, die ihr Leben nicht aus eigener Kraft haben, sondern von Gott! Wer hat sich selber geboren? Wer hat sich selber das Leben gegeben? Wer kann sein Leben bewahren in Ewigkeit? Aber wir werden auch das andere erkennen: So wie die Menschen mit Jesus umgegangen sind, Ihn verhöhnt haben, mit Schlägen auf den Kreuzweg getrieben haben und Ihn schließlich getötet haben, ebenso haben wir es mit den Menschen gemacht: Wie viele haben wir verletzt, verstoßen, verachtet, verworfen, gekränkt, zertreten, blutig geschlagen an Leib und Seele! Wie viele Hoffnungen haben wir gemordet, wie viel Leben verhindert und zerstört: "Das habt ihr mir getan." Herr, erbarme Dich meiner! Wenn der Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommt, dann werden wir wie der rechte Schächer des Gekreuzigten sehen und vor Ihm bekennen: "Uns geschieht recht. Wir erhalten den Lohn für unsere Taten. Dieser aber hat nichts Unrechtes getan." Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst." Jesus antwortete ihm: "Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein" (Lk 23, 41-43).
Das wird die große Beichte unseres Lebens sein. Wir werden erkennen, dass wir alle Sein Erbarmen brauchen. Wir werden Jesus sehen, so wie Er ist. Er ist die Wahrheit, das Leben, die Auferstehung. Er ist das Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Wir werden Ihn aufnehmen in unser Herz, in unser Leben, in unser Innerstes: als den Schatz, der niemals vergeht; als den Hirten, der uns nachgegangen ist, um Seine Schafe zu erretten; als den Hirten, der Sein Leben für uns hingegeben hat, um uns vor den Wölfen zu erretten...

 


 

Wien, 1. April 2004

Auszug mit Erlaubnis von
Dr. Ingeborg und DI Horst Obereder aus einem Brief von Dr.Herbert Madinger

Nach wie vor bin ich voll innerer Zuversicht: Der Herr wird schon deswegen kommen, weil sonst die Erde verkommt! Der Herr wird kommen, weil sonst keine Hoffnung mehr auf menschliche Hilfe besteht. Ohne die Gegenwart Gottes und Seine Hilfe kann diese Erde nicht mehr zur Vernunft kommen. Die Kräfte der Verwirrung, der Zerstörung und der Verfinsterung sind wahrhaftig eine Bestätigung für das Wort von den "100 Jahren des Satans".

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