„Das neue Pfingsten - der große Jubel"

 

Von DI Dr. Herbert Madinger




Die Wiederkunft des Herrn wird der höchste Jubel der Menschheit sein und die tiefste Erfüllung aller Sehnsucht. Papst Johannes Paul II. spricht von dieser Wiederkunft mit bewegenden Worten. Er spricht vom „neuen Frühling", dem „neuen Pfingsten" und dem „großen Jubel"! Er will uns vorbereiten auf diese „tiefe Begegnung mit Gott" und auf das „größte Jubiläum, das die Kirche jemals begangen hat".


Diese Wiederkunft des Herrn wird darin bestehen, dass Er Seinen Heiligen Geist ausgießt über alle, die Er geschaffen hat. Er hat uns zur ewigen Liebe berufen. Und  deswegen  werden  wir  diese  Liebe  des Aller­höchsten in einzigartiger Weise erfahren: Der Geist Gottes wird uns so tief im Innersten erfüllen, dass wir meinen, ein neues Herz bekommen zu haben! Es wird der Armen der Ewigkeit sein! Der Duft der Gottesnähe, die Geborgenheit der Kinder Gottes im Schutz des Heiligtums. Unser Geist wird aufjubeln, weil wir jetzt endlich erkennen und begreifen, Herrlichkeit schauen und das Feuer der Liebe Gottes spüren. Er wird Sich offenbaren, und wir werden unsere Seele vor Ihm aus­schütten, damit Er uns völlig bei Sich aufnimmt und eins macht. Es wird keine Kluft mehr sein zwischen Ihm, der die Liebe ist, und uns, die wir Staub sind. Unser Herz wird uns nicht mehr anklagen, wir werden endlich mit „reinem Herzen Gott schauen".  Das ist die Stunde des Bräutigams! Die Stunde der Braut! Jetzt erst werden wir alle erkennen, was Jesus uns sagen

wollte, als Er uns Seine Braut nannte: Er ist der Bräutigam1 und wir — die Kirche — Seine Braut! 2 Der Jubel der Braut wird den Himmel und die Erde erfül­len. Deswegen ruft uns der Papst auf, in das Lied der Braut einzustimmen, die von Sehnsucht nach dem Bräutigam verzehrt wird: „Der Geist und die Braut aber sagen: Komm!"3 Da antwortet der Bräutigam: „Wer durstig ist, der komme! Wer will, der empfange um­sonst das Wasser des Lebens!" - Ja, ich komme bald!"4


Der Geist Gottes wird mit solcher Kraft über die Erde wehen, dass alle Völker der Erde von Ihm ergriffen werden. (Aber nicht alle Bewohner der Erde werden die Wiederkunft des Herrn in gleicher Weise erleben. Sein Kommen ist kein Schauspiel, dem wir als Unbeteiligte zuschauen, sondern wir alle sind Mitwirkende an der Verherrlichung des Herrn — oder aber an der Finsternis, die über alle Aufsässigen fällt, die sich dem Fürsten der Finsternis ausliefern.) Freund, Du wirst endlich die volle Erfüllung Deines Lebens erfahren: Gott lebt! Er ist endlich gekommen! Er hat alles bestätigt, worauf ich jemals vertraut habe! - Dein Herz wird überströmen von prophetischer Rede: Du wirst aussprechen, was so lange in Deinem Herzen zutiefst verborgen war! Du wirst offenbaren, wie sehr Dein Schöpfer in Deinem ganzen Leben gewirkt hat! Du wirst in prophetischen Worten Deinen Erlöser ver­künden und preisen.

Papst Johannes Paul II. sieht in den vielen Geist­gewirkten Erneuerungs-Bewegungen unserer Zeit ein Vorzeichen für dieses Wundereiche Kommen des Herrn. Das Evangelium wird lebendig werden! Jedes Wort wird vom Geist Gottes erfüllt werden, Fleisch und Blut annehmen, Wirklichkeit werden; und das Land mit Liebe erfüllen! Aus Christen werden Evangelisten werden! Sie werden die Länder durchziehen und den Namen des Herrn verkünden. Sie werden Ihn bezeu­gen, den sie jetzt zutiefst erkannt haben: Er ist mein Erlöser! Er heilt, Er rettet, Er hat uns rein gewaschen durch Sein Blut. Er hat alles Trennende niedergerissen. Jetzt ruhen wir am Herzen Gottes! Das wird jene „neue Evangelisierung" sein, von dem das Evangelium sagt: Noch ehe das Gericht Gottes beginnt, wird das Evan­gelium von der unsagbaren Liebe Gottes auf der gan­zen Erde verkündet werden! „Dieses Evangelium vom Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden, da­mit alle Völker es hören. Dann erst kommt das Ende"*1


Die Wiederkunft des Herrn wird von den Päpsten am deutlichsten durch das Bild vom „Zweiten Pfingsten" verkündet. Vor 2000 Jahren hat das erste Pfingstfest das Kommen des Herrn mit Macht und Herrlichkeit dargestellt. Er hat Sein Volk „getauft mit Feuer und Heiligem Geist". Es war das Feuer der Liebe Gottes, das Feuer des Heiligen Geistes, das Feuer der Predigt, das brennende Herz! Der Geist Gottes hat die Kirche überflutet; und ebenso wird bei der Wiederkunft des Herrn Sein Geist die Erde überfluten mit dem Feuer der Liebe und dem Geist der Gottesnähe. Es wird ein „Pfingstfest" sein, wie es noch niemals war! Die Stum­men werden Lieder singen, die Tauben werden ver-

künden, was ihnen der Geist Gottes ins Ohr sagt, die Lahmen werden tanzen vor Freude, die Erniedrigten werden wie Fürsten hervortreten. Der Erlöser ist gekommen!

 

Dieses Hoch-Fest der Menschheits-Geschichte wurde schon beim ersten Pfingstfest angekündigt in der Pfingstpredigt des Petrus:


So spricht Gott: In den letzten Tagen

werde ich meinen Geist ausgießen.

Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein...

Visionen haben - Eure Alten werden Träume haben.

Ich werde Wunder erscheinen lassen droben am

Himmel und Wunderzeichen unten auf der Erde,

ehe der Tag des Herrn kommt.

Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird

gerettet!0


Diese Zeit Seiner Wiederkunft wird für die einen das Jubelfest und Hochfest ihres Lebens sein, denn ihr Herz ruft unaufhörlich den Jesus-Namen: Herr, wir lieben Dich! Komm, Herr Jesus! - Für die anderen aber wird diese Wiederkunft des Herrn zur Radikali­sierung ihres Abfalls von Gott: Je naher Gott ihnen kommt, umso mehr stoßen sie Ihn zurück. Sie wollen kein Leben mit Gott. Sie wählen das Leben ohne Gott...


Die Wiederkunft des Herrn wird die Zeit der äußer­sten Gottesnähe und Wunderzeichen sein, der Höhepunkt der Gnadenzeit, das mächtigste Aufflammen der Liebe Gottes in den Herzen der Menschen. Selig alle, die den Namen des Herrn dann anrufen! Selig alle, die ihr Knie beugen und tief anbeten den Heiligen, der Sich uns genaht hat.

Die Rebellen aber werden noch radikaler ihre Gott­losigkeit den Menschen vor Augen stellen. Die Scheidung der Geister wird offenkundig sein. Der falsche „Schein der Frömmigkeit"7 wird weggewischt werden, und die wahre „Kraft der Frömmigkeit"7 wird aufleuchten bei allen, die sich die „Liebe zur Wahrheit" zu eigen gemacht haben.8 Die Gottes-Freunde werden wie „Apostel der Endzeit" die Liebe zu Gott und die Frohbotschaft der Erlösung verkünden. Die „Abgefal­lenen" aber werden lästern. Ihr Herz ist verhärtet, ihre Augen sind verblendet, ihre Ohren sind taub für den Himmel. Von ihnen sagt Jesus: „Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden. Aber die Lästerung gegen den Heiligen Geist wird nicht ver­geben."9 - Gott zwingt niemanden zur Liebe. Denn die Freiheit ist der Adel des Menschen.

Mensch, gib acht ! Jetzt ist die Zeit der Gnade. Nütze sie und leg Deine Seele in die Hände Gottes. Er wird sie Dir bewahren für immer.

Schriftstellen:

(2) Eph 5, 25-

(6)Apg2, 17

Offb 22, 7

2 Tim 3, 5

(4) Offh 22, 20 (8)2Thess 2, 1

 

Wann wird Jesus wiederkommen?


Die Wiederkunft des Herrn ist das höchste und erha­benste Ereignis der Menschheitsgeschichte, aber wer begreift den Sinn und das Wesen Seines Kommens?

Die Menschen fragen heute: „Wann wird das sein? Und an welchen Kennzeichen können wir erkennen, daß diese Wiederkunft nahe bevorsteht?" Diese Fragen sind berechtigt, denn ebenso haben schon die Apostel den Herrn gefragt, und Er hat ihnen bereitwillig Antwort gegeben.1

Wann also wird Jesus wiederkommen? Er gab ihnen zur Antwort: „Wahrlich, ich sage euch: Diese Gene­ration wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Him­mel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater."2 Freund, diese Antwort ist so wichtig, daß Du jetzt Dein ganzes Herz und Deine ganze Aufmerk­samkeit dem Herrn zuwenden solltest, damit Du ver­stehst, was Er Dir jetzt sagen will.

Die kostbarste Perle dieser Antwort betrifft Dich selbst: Du selber wirst in „Deiner Generation" dieses Kommen des Herrn erleben! Mit allen begleitenden Umständen. Du wirst also in Deinem eigenen kurzen Leben diesen Gipfel der Menschheitseeschichte miterleben dürfen: Christus kommt zu Dir! Als Dein Erlöser, als Erlöser der Welt, als Pforte des Himmels. Er wird Dir den Himmel Öffnen und Dich für immer in die Herrlichkeit Seines Reiches aufnehmen! Er wird zu Dir kommen und zu Dir sagen: „Komm, du Gesegneter meines Vaters, nimm das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für dich bestimmt ist!" Und Du wirst glücklich sein, die Seligkeit des Himmels erfah­ren und wissen: Christus ist jetzt bei mir! Und Er wird für immer und ewig bei mir bleiben!

Dieses Kommen des Herrn im Vollsinn des Wortes erfährst Du und erlebst Du in der heiligen Kommu­nion: Da kommt Jesus selbst zu Dir, als Gott und Mensch, mit Fleisch und Blut, als wahrer Gott vom wahren Gott. Er ist das Brot vom Himmel! Das Manna, die kostbare Speise, die Dich stärkt und heilt, erfreut und selig macht! Glaube nur! Dann wird Deine Seele leuchten! Grüße den Herrn, der zu Dir kommt, auf den Knien! Dann wird der Geist Gottes in Dir auf­leuchten wie ein strahlendes Licht in der Nacht: „Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Geist Gottes redet!"3 Deine Beglückung und Freude ist das Kennzeichen, daß der Herr zu Dir gekommen ist mit Seinem ganzen Heiligen Geist. Er stärkt Dich jetzt, Er heilt an Leib und Seele, Er erquickt die ermatteten Seelen. Er macht Dir Mut! Denn Du bist eins mit Ihm! Selig bist Du!

Die ältesten Christengemeinden haben dieses Kom­men des Herrn in der heiligen Kommunion so inten­siv erfahren, daß sie aus dieser sonntäglichen Meßfeier ihre ganze Kraft empfangen haben. Ihre Glaubenskraft und ihren Mut zum Bekennen des Glaubens. So haben sie in kurzer Zeit das ganze Römische Weltreich für Christus erobert.

Du verstehst jetzt, warum Jesus gesagt hat, daß schon „diese Generation" und „jede Generation" Seine Wiederkunft erleben wird: „Habt Glauben an Gott! Und lebt mit wachem Herzen!" Dann werden wir das Kommen und Bleiben Christi in uns erleben. Das ist der Vollsinn und die volle Seligkeit der Christen. Niemand wird Dir mehr schaden können. Denn die Macht Gottes wohnt in Dir! Ein Segen wirst Du sein für viele. Denn der Erlöser selber wirkt durch Dich und segnet alle, denen Du dienst.

Aber die Antwort Christi reicht noch weiter. Denn Jesus sagt, daß die Wiederkunft zwar jetzt schon beginnt, aber erst zu einem bestimmten, dramatischen Zeitpunkt den Höhepunkt erreichen wird! Die Wiederkunft Christi ist gleichsam „der höchste Berg" der Weltgeschichte! Jeder darf und soll auf diesen Gottesberg hinaufsteigen, aber der höchste Gipfel die­ser Wiederkunft des Herrn ist ein verborgenes Geheimnis. Niemand kennt den „Tag und die Stunde, auch nicht die Engel, nicht einmal der Sohn Gottes". Warum wohl? Denn der Augenblick der endgültigen Wiederkunft wird abhängen von den Entscheidungen der Herzen: Wenn die Welt den Glauben an Christus verliert und verwirft, dann wird der Herr wiederkom­men, „um zu richten die Lebenden und die Toten". So bekennen wir es im Glaubensbekenntnis der Kirche.1   Wasser gefüllt ist. Das wird der Beginn der unausprechlichen Seligkeit sein.

 

Aber diese innersten Entscheidungen der Menschen herzen kennt nur Gott allein! Niemand sonst. Das ist der Grund, warum es keinen Terminplan und kein fixes Datum für die Wiederkunft des Herrn gibt. Er wird dann kommen,  wenn  „der Abfall von Gott kommt und der Mensch der Gesetzlosigkeit erscheint, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott oder Heiligtum heißt. Er setzt sich sogar in den Tempel Gottes und gibt sich für Gott aus/'4

Dieser Unglaube zeigt sich in unseren Tagen und allezeit vor allem dort am meisten, wo das „Kommen Christi" am mächtigsten ist: in der heiligen Kommunion! Wenn man leugnet, daß hier der Sohn Gottes selber zu uns kommt: Dann gib acht, o Mensch! Dann ist der „Mensch der Gesetzwidrigkeit" ganz nahe. Wenn man die Auferstehung des Herrn leugnet und Seine Wunder: Dann mach Dich gefaßt, daß Du Deinen Glauben an Christus bekennen mußt, auch wenn es Dein Leben kostet! Wenn man die Wunder Christi leugnet, dann sollst Du wissen, daß diese Menschen den Glauben an die Gottheit Christi verloren haben. Denn das ist das Wunder aller Wunder: Gott kommt in der heiligen Kommunion zu Dir! Er gibt Dir Anteil an Seiner Ewigkeit und an der Herrlichkeit des Himmels. - Wo man den Glauben leugnet, dort ist der Tag des Gerichtes und der Gerechtigkeit Gottes ganz nahe. Denn der Herr Jesus Christus wird, wenn Er kommt, diese Erde reinigen und mit Seinem Geist erfüllen.

                                                                                                                                                        

„Er wird seine Engel aussenden."


Wie wird das sein, wenn Jesus wiederkommt? Hat Er uns darüber etwas gesagt? Und können wir uns darauf vorbereiten? Mit großer Kraft und eindringlichen Worten hat uns Jesus dieses mächtigste Ereignis der Weltgeschichte gezeigt. Denn es ereignet sich etappen­weise in jeder Epoche. Es ist wesentlich und interessant für jeden, der an den Erlöser glaubt. Es ist kein fernes Ereignis, das man den Träumern und Phantasten über­lassen kann. Es meint jeden von uns: Jesus wird wie­derkommen! Und wenn Er wiederkommt, dann wird es nur noch die Entscheidung geben: für Gott oder ge­gen Gott! „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich."


Diese Wiederkunft Christi wird alle Menschen in allen Nationen und in allen Religionen der Erde zur größten Entscheidung ihres Lebens führen: „Wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten auf­flammt, so wird es bei der Ankunft des Menschen­sohnes sein."1 Jeder wird dem Herrn begegnen! Jeder wird in diesem Licht des Himmels stehen, und das eigene Innerste wird von diesem Licht Gottes ausge­leuchtet sein bis in die tiefsten Wurzelspitzen der Seele. Dann wird jeder wissen, ob er dieses Licht des Himmels will und immer schon gesucht hat, oder ob er diesem Licht des Himmels entfliehen will, weil er die Finsternis mehr liebt als das Licht.


Was ist der Sinn dieser Wiederkunft des Herrn? Er wird diese Erde reinigen und zur Schönheit Gottes zurückführen! Es wird keine toten Seelen mehr geben, keine Empörer gegen den Allerhöchsten, und die Verführer werden von der Erde verschwinden: „Überall wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier."2 Der Herr wird wiederkommen, indem Er Seinen Heiligen Geist ausgießt über die ganze Erde, tausendmal mehr als zu Pfingsten am Beginn der Kirche. Er wird den „Lebendigmacher" senden, den Heiligen Geist, der den „glimmenden Docht" von neuem entzündet und zur leuchtenden Fackel macht; Er wird den „Lebenspender" senden, den Geist Gottes, der alle Seelen aufrichtet und stärkt, die Gott wollen und ersehnen. Wer aber in seinem Innersten sich Gott ver­weigert und Gott verwirft, der wird erleben, daß er zu den „toten Seelen" gehört. Sie sind wie ein „Aas", ein verendeter Kadaver, auf den sich die „Geier" stürzen, -Am Ende dieser größten aller Gnadenzeiten wird es nur noch zwei Sorten von Menschen geben: die Gott-Hungrigen, die von Ihm erfüllt und beschützt werden. Und die „Empörer", die Gott nicht wollen. Sie werden das „Zorn-Gericht" Gottes erleben. Das Toben der Dämonen, der „Geier".


Diese äußerste Entscheidung für Gott oder gegen Gott hat Jesus unter dem Bild der Engel dargestellt, die vom Herrn ausgesendet werden und die Menschen in zwei Gruppen einteilen: die von Ihm Auserwählten werden »zusammengeführt"3 und werden mit ganzem Herzen »beim Herrn" sein! Die „Empörer" und „Verweigerer" werden „zurückgelassen" auf dieser Erde, die das reini­gende Gericht Gottes erleben wird. „Der Menschensöhn wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden. Sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen..."3

Jesus wird bei Seiner Wiederkunft Seinen Heiligen Geist in unaussprechlicher Fülle ausgießen, so daß jeder einzelne weiß, ob er für oder gegen Gott steht! Alle, die Jesus Christus wollen und glauben und lieben, werden das Zeichen der „Auserwählten" tragen: das „Siegel auf der Stirn"4. Es ist das Zeichen des Kreuzes Christi! Denn keiner kann Jesus Christus Heben und nachfolgen, der das Kreuz Christi verwirft. Alle Seine Jünger gehen auf Seinem Kreuzweg! Das wird das „Zeichen auf der Stirn" sein: das Zeichen des Kreuzes! Das „Tau-Zeichen", das aus dem hebräischen Alphabet kommt und auch heute noch als Zeichen des Kreuzes verwendet wird: das „Tau" T. Diese „Knechte Gottes"'1 gehen heute auf dem Kreuzweg des Herrn und warten mit Sehnsucht auf das Kommen des Herrn. Sie werden niemals in das Zorn-Gericht Gottes kommen, denn sie lieben Gott, und Er wird die Seinen behüten und beschützen wie Seinen Augapfel. Sie werden Seine Liebe erfahren, Seinen Schutz, Seine Auserwählung. Sie sind schon jetzt dem „Zorn-Gericht" entronnen! Sie kommen nicht mehr in das Gericht Gottes, weil sie schon jetzt das Leben Christi in sich tragen.

Diese „Aussendung Seiner Engel" ist ein machtvolles Bild (und zugleich volle Wirklichkeit) für die Aus-gießung des Heiligen Geistes. Bei Seiner Wiederkunft wird Jesus die Fluten Seines Geistes aus dem Himmel herab auf die Erde schütten. Jeder wird umhüllt und durchdrungen sein vom Geist Gottes in dem Maß, als er sich für Gott öffnet! Seine Liebe wird in uns sein wie ein tobendes Feuer der Liebesglut. Seine Gegenwart wird in uns sein wie die Liebkosung von Braut und Bräutigam. Sein Licht und Seine Kraft wird in uns sein wie das Paradies, das uns die Liebe Gottes bereitet. Wir werden in der „Arche" sem, die uns rettet vor der „großen Flut"! Wir werden „in Christus" sein, in Seinem Herzen, in Seiner Liebe, in Seiner Geborgen­heit! Und niemand wird uns ein Haar krümmen, wenn diese Erde gereinigt wird, so wie in den Tagen des Noach: „Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle hinwegraffte, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen."5

Die heiligen Engel, die der Herr bei Seiner Wieder­kunft aussenden wird, werden nicht über uns verfügen, sondern werden nur aufzeigen, was in uns ist: Wenn wir Gott wollen, werden wir das Zeichen der Aus-erwählung auf der Stirne empfangen. Die Liebe Gottes wird uns überschütten, und unser Herz wird ganz beim Herrn sein. Noch nie im Leben wird unsere Freude so groß gewesen sein! Unser Herz wird jubeln, wir werden wissen: Diese Entscheidung ist für immer und ewig! Seine Liebe wird uns immer offen stehen. Sein Herz wird uns umschließen. Seine Ewigkeit verwandelt uns. Sein Jubel ist in uns. Und wir werden Seinen Namen Jn unserem ganzen Wesen tra­gen: Herr, Du bist unser Heil und unsere Hilfe. Dich haben wir immer gesucht. Du bist die Seligkeit und der Allerhöchste.

Schriftstellen;

(l)Mt24, 27         (2) Mi 24, 28         (3)Mt24, 31         (4) Offb 7, 3

(5) Mr 24, 37-41

 

 

Was ist der Himmel?


Der Himmel ist etwas für einfache Leute. Der Himmel ist nichts Kompliziertes, das nur die Gelehrten begrei­fen. Der Himmel ist etwas so Einfaches, so Selbst­verständliches, daß Jesus vor Freude im Herzen laut gejubelt hat und dem Vater im Himmel Dank gesagt hat: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verbor­gen, den Unmündigen aber geoffenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen: Niemand kennt den Sohn, nur der Vater. Und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will."1

Der Himmel offenbart sich den empfänglichen Her­zen. Wenn Du ein Herz wie ein Kind hast und Sehn­sucht hast nach Gott, so wie ein Säugling, der die Nahrung sucht: dann rindest Du den Himmel wie von selbst! Der Himmel ist etwas für die Hungri­gen, für die Armen, die Nahrung suchen für ihr Le­ben! Der Himmel ist etwas, was den Säuglingen ge­geben wird, die das Leben suchen! Jesus hat ein so starkes Bild verwendet, weil Er sagen wollte: Der Him­mel wird nur jenen geschenkt, die ein Herz haben, das sucht und Hunger nach dem Ewigen hat: „Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob!"2

Freund, kennst Du den Himmel? Hast Du den Him­mel in Dir? Weißt Du, wie Du den Himmel finden

kannst? Jesus hat für den Himmel ein eigenes Wort: Er nennt ihn das „ewige Leben"3. Und alle, die je den Vater im Himmel gefunden haben, verstehen diese Worte Jesu: „Das ist das ewige Leben: dich, Vater, den einzigen wahren Gott, zu erkennen!"1' Den Himmel findest Du, sobald Du Gott näher kommst, Ihn ahnst, Seine Herrlichkeit aufleuchten siehst, den Dreimai-Heiligen erkennst, vor Ihm das Knie beugst und Dich zu Seinen Füßen geborgen weißt. Gott ist da!

Darin besteht der Himmel, den Du schon jetzt auf Erden finden kannst und besitzen sollst: Gott erkennen! Den wahren Gott erkennen! Den, der wirklich ist, und dem Du Äug in Äug begegnen wirst4, sobald Du die dünne Grenze überschreitest, die das Irdische trennt vom Ewigen.

Alle wahren Beter kennen den Himmel. Das Gebet hat eine einzige Hoffnung, ein einziges Ziel und eine ein­zige Kraft: den Himmel finden! Die Kräfte der zukünf­tigen Welt kennenlernen5! Anteil am Heiligen Geist empfangen6! Ein Licht sehen, das man nur mit den Augen des Herzens sieht, und eine himmlische Gabe genießen, die Dir Gott selber schenkt6: Das Brot des Himmels, den Geist Gottes, die Gabe, die Dich sättigt und stärkt, ernährt und kräftigt, heilt und erfreut... Freund, der Himmel macht Dich an Leib und Seele gesund. Nicht nach Art der Ärzte, sondern nach Art der „Hausgenossen Gottes"7: Du wirst jubeln und dan­ken für alles, was Gott Dir gegeben hat. Es wird Dir zum Segen.

per Himmel besteht darin, daß wir Gott erkennen! Und zwar durch Christus, der uns dieses Erkennen schenkt. Er offenbart uns den Vater. „Niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will." Wenn Du Glauben hast und den Worten Jesu mit dem Herzen zuhörst, wird in Deinem Herzen etwas aufleuchten: der Himmel! Wenn Du betest und mit dem Herzen Gott suchst, wirst Du das neue, unbekannte Land entdecken: das Land Gottes, das Reich Gottes, die Herrlichkeit Gottes, Gott selber!

Gott erkennen ist Seligkeit! Das bezeugen alle Beter, alle Gott-Sucher, die Ihn gefunden haben; alle Gott-Hungrigen, die bei Ihm satt geworden sind. Alle, die bei Ihm Leben empfangen haben, bezeugen: es ist Ewigkeit, unvergängliches Leben, es ist Herrlichkeit, etwas Heiliges, Unzerstörbares. Es ist ein Licht, das niemand auslöschen kann. Es ist eine Liebe, die Dir aus Liebe geschenkt wird. Es ist der Unermeßliche, der Ewige, Grenzenlose, der Dich an Sich zieht und Dich eins macht mit dem ewigen Leben! Du hast Heimat bei Gott gefunden! Du hast das ewige Leben empfan­gen. Bei Gott sein heißt Seligkeit empfangen, Frieden finden, das immer schon Ersehnte erlangen, das Du nirgends sonst auf der Welt erlangen kannst. Du hast den Himmel gefunden!

Der Himmel beginnt dort, wo Du im Gebet und Glauben das Licht der Ewigkeit aufleuchten siehst. Der Himmel beginnt so wie die Aussaat des Bauern, der die Samenkörner auf den Acker gestreut hat, und der nun zum erstenmal den grünen Schimmer sieht, der aus den Ackerfurchen hervorkommt: die Saat beginnt zu keimen, zu sprießen, zu wachsen und her­vorzukommen! Der Bauer freut sich im Herzen. Die Zeit der Ernte kommt naher!

Im Gebet kommst Du Gott immer naher. Dann beginnt ein Erkennen, das keinen Vergleich hat mit dem schulischen Lernen. Nicht Worte und nicht Begriffe sind es, sondern das Herz beginnt zu verste­hen, wird weit und satt, ahnt und bittet, wird froh und voll Zuversicht: Du kommst näher zum Thron der Barmherzigkeit! In Deinem Herzen beginnt ein ganz neues Bitten und Beten: Du weißt jetzt, daß Dein Vater im Himmel Dir alles geben wird, was Du zum ewigen Leben wirklich brauchst! Und diese Ewigkeit beginnt schon hier auf Erden. Das Brot und die Arbeit, die Kinder und der Beruf, die Familie und der Frieden... Alles ist schon jetzt wie eine Vorausschau auf die Ewigkeit...

Gott „erkennen" ist schon jetzt eine immer größere Liebe! Nicht nur ein Erkennen, sondern zugleich mit diesem Kennen kommt die Liebe! Dein Herz entzün­det sich, brennt, wird lichterlohe Flamme. Gott, Du Herrlicher! Dir will ich dienen! Dich will ich finden! Schenk Dich mir. Nimm mich und mach mich zu Deinem Eigentum! Dir will ich gehören für immer!... Gebet um Gebet quillt wie von selber aus Deinem Herzen und kommt Dir auf die Lippen. Du sprichst es, weil es in Deinem Herzen entstanden ist.

Gott erkennen ist Herrlichkeit, Seligkeit, Ewigkeit! Ist das wahr? Es ist jene Wahrheit, die dem Beter geschenkt wird, der treu ist. Es ist jene Freude am Grunde des Herzens, die Freude über Gott ist. Es ist die Erkenntnis des Ewigen und Heiligen, die uns geschenkt wird wie eine Offenbarung Gottes. Gott offenbart Sich unserem Herzen. Da beginnen die Grenzen zu verschwimmen, die uns von Gott trennen. Dein Herz verschmilzt mit Seinem Herzen, Deine Sehnsucht vereinigt sich mit Seiner Liebe, Dein Innerstes ist eins mit Seinem Innersten. Du bist bei Gott, mit Gott, in Gott. Gott hat Dich aufgenommen in Sein Herz und Sein Wesen. Das stärkt Dich, tröstet Dich, heilt Dich, macht Dich frei... Du bist ein ande­rer Mensch geworden. Du glaubst! Du liebst Ihn! Du kannst Ihn nie mehr vergessen. Du wirst jeden Tag und immer neu zu Ihm zurückkehren. Dein Herz ist in Seinem Herzen verwurzelt. Du willst Ihn nie mehr ver­lassen. Das ist Ewigkeit, Einssein, grenzenloses Leben, jenseits der Zeit und der Dinge. Du hast den Himmel erfahren.

U) Mt 11, 25-27 (5l Hebr 6, 5

(2) Mt 21, 16 (6) Hcbr 6, 4

 

(3) Joh 17, 3 (7) Eph 2, 19

(4) l Kor 13, 12

 

 

Wo ist der Himmel?


Alle Völker kennen ein Wort für Gott. In allen Völkern gibt es Menschen, die Ihn suchen, Seinen Namen anrufen, über Ihn nachsinnen, Ihn anbeten. Aber wir Menschen suchen Ihn wie Blinde, die ihren Weg erst ertasten müssen1; wie Arme, die den Schatz der Ewigkeit erst suchen müssen; wie Verirrte, die das Paradies verloren haben. Müssen wir nicht alle erst den Himmel suchen? Wo ist der Himmel? Wo ist ein Weg zum Vaterhaus? Wo ist die Tür, durch die wir eintreten können? Wer geht uns voran auf diesem Weg? Gibt es überhaupt hier auf Erden schon einen „Himmel, den wir finden können"?

Jesus Christus sagt zu uns: „Ich bin der Weg", der zum

Himmel führt!

„Ich bin die Tür", durch die du eintreten kannst in die

Herrlichkeit!

„Ich bin das ewige Leben", das du ersehnst und suchst,

Ich gebe es dir!

„Ich bin das Brot vom Himmel", das dich stärkt auf

diesem Weg.

„Ich bin das Licht", das dich erleuchtet, damit du den

Weg findest.

„Ich bin das Wort",  das Gott  zu deinem Herzen

spricht; vertrau Mir!

„Ich bin die Wahrheit", die du suchst; Ich offenbare dir

den Vater!

„Der Geist des  Herrn  ruht auf mir.  Er hat mich

gesalbt.Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe,

den Gefangenen die Entlassung verkünde, den Blinden das Augenlicht (gebe),

die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe!"2

Jesus zeigt uns einen neuen Weg in den Himmel: Der „Geist Gottes" ist es, der uns in die Gegenwart Gottes führt, und der uns die Kraft Gottes gibt! Dieser „Geist des Herrn" ruht auf Christus und hat Ihn durchdrun­gen, so wie das öl tief eindringt in Stein und Bein und alles heilt. Christus ist das „Reich Gottes auf Erden", der „Himmel auf Erden". Wo Christus ist, dort müs­sen die Dämonen weichen. Das ist das Zeichen dafür, daß „das Reich Gottes schon zu euch gekommen ist"3.

Von Christus geht der Geist Gottes aus, so wie das Wasser ausströmt von einer Quelle! „Er gibt den Geist unbegrenzt!"* „Wer Durst hat (nach dem Himmel), der komme zu mir! Und es trinke, wer an mich glaubt!"5 „Aus seinem Inneren (Christi) werden Ströme von lebendigem Wasser fließen!"6 Damit meinte Christus den Geist, den alle empfangen sollten, die an Ihn glauben!7 Jesus will auch Dir Seinen Geist geben: »Seine Worte sind Geist und Leben", glaub an Sein Wort und handle danach! Er tauft Dich „mit Feuer und Heiligem Geist"; laß Dich erfüllen vom Feuer!

Er gibt Dir „einen neuen Geist und ein neues Herz"8! Gib Ihm Dein Herz, damit Er es wandeln und er­neuern kann!

 

Er gibt Dir den Geist der Wahrheit, damit Du den lebendigen Gott erkennen kannst: Leb in der Wahr­heit, und betrüg Dich nicht selbst! Er gibt Dir das „Licht, das jeden Menschen erleuchtet": Nimm Jesus auf in Dein Leben, denn Er ist das Licht! Jesus gibt Dir den Geist der Offenbarung, damit Du Ihn und den Vater erkennst: Leb vor Gott! Leb im Geist! Laß Dich erfüllen von der Gegenwart Gottes, vom Geist Gottes!

Jesus Christus ist gekommen, um uns den Himmel zu bringen! Dieser Himmel auf Erden ist Er selber. Nimm den Himmel auf! Nimm Jesus auf in Dein Leben. Nimm Seine Worte auf und leb danach. Nimm den Geist Gottes auf, der zu innerst verbunden ist mit Christus: Sein Wort ist Geist und Leben. Sein Brot ist erfüllt vom „Geist, der lebendig macht". Sein Wort,   das   Er  persönlich  zu  Deinem  Herzen spricht, ist wie ein Hauch, mit dem Jesus Dich an­haucht: „Empfange den Heiligen Geist!" Du empfängst den Geist Gottes und den Himmel, sooft Du

Sein Wort aufnimmst und verwirklichst; Sein Brot ißt und mit Jesus eins wirst; Jesus Liebe erweist, indem Du Ihn suchst im Gebet; im Glauben an Jesus lebst und Seine Gebote hältst; Sein neues Gebot beachtest: „Liebt einander wie ich euch geliebt habe."

Wo ist der Himmel? Jesus Christus ist der Himmel auf Erden! Wer zu Ihm kommt, den weist Er nicht ab. Wer an Ihn glaubt, empfängt den Himmel im Herzen und wird selber zu einer Wohnung Gottes: Jesus kommt zu ihm zugleich mit dem Vater. Du wirst ein Tempel Got­tes! Gott wohnt in Dir! Der Himmel ist in Dir, und Du bist schon jetzt ein Kind des Himmels, ein Sohn des Allerhöchsten, eine Tochter des Vaters im Him­mel... Alle, die lebendig an Jesus Christus glauben, bilden schon jetzt jene Gemeinschaft der Heiligen, in denen der Himmel auf Erden gegenwärtig ist: das Reich Gottes auf Erden, die Kirche, der Leib Christi.

Jesus Christus ist die Tür, durch die wir eintreten in den Himmel. Es gibt keinen Menschen, der an Christus vorbei oder ohne Ihn in den Himmel zum Vaterhaus gelangt. Denn wir alle werden einst vor dem Richterstuhl Christi stehen und Rechenschaft ablegen müssen über unsere Taten. Wir Gläubigen werden auf Grund unseres Glaubens gerichtet. Die Heiden, die Christus nicht kennen, werden nach der Liebe gerich­tet, die tief in ihrem Gewissen das Gesetz ist, nach dem sie leben sollen, weil Gott selber es ihnen gegeben hat: „Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt... wird er sagen: Kommt her, die ihr von mei­nem Vater gesegnet seid, nehmt das (Hirnmel-)Reich in Besitz. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben... Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan/nicht getan habt, das habt ihr mir getan/nicht getan.

Jesus ist die Tür zum Vaterhaus, Jesus ist der Weg zum Himmel. Jesus will Dich mit Seiner Liebe erfüllen und mit Seinem Geist salben, damit Deine Wunden heilen und Deine Seele gestärkt wird. Bleib in der Liebe, dann  wirst   Du  schon  jetzt  „Heimat   im   Himmel haben"

 

Der Himmel ist wie ein „Strom von Leben".

Der Himmel enthüllt sich den Betern, den Suchen­den, den Hungrigen, den Menschen der Liebe... Suchst Du den Himmel? Du wirst ihn finden! Schon vor Dir haben ungezählte Menschen das gesucht, was am Ende unseres Menschenlebens steht: den Himmel! Sie haben das gesucht und er­strebt, was unserem irdischen Leben Gewicht und Sinn gibt: den Himmel! Sie haben die Quelle gesucht, an der sie trinken können, und sie haben die Kraft ge­sucht, damit sie durchhalten können: den Himmel! Freund, sie haben gebetet, da haben sie den Himmel gefunden. Menschen in allen Erdteilen, Völkern, Spra­chen und Ländern: der Himmel war die Kraft ihres Lebens!

Wie kannst auch Du den Himmel finden? Freund, es ist so leicht: Such doch das, was bleibt für immer! Such das Leben, das Dir niemand mehr rauben kann. Such die Liebe, die Dir gut und die zu Deinem Herzen spricht. Such Gott! Alle haben Ihn gefunden, die je gesucht haben. Sie haben immer tiefer im Herzen die Freude gefunden: „Gott ist gegenwärtig, Gott ist es, den ich gefunden habe!" Da wurde ihr Leben völlig neu. Der „Himmel auf Erden" beginnt, sobald Du Gott gefunden hast.

Schriftstellen:           f 1) Apg 17, 27         (2) Lk 4, 18            (3) mc 12, 28          (4) loh 3, 34

(5) Joh 7, 37           (6) Joh 7, 38          (7) Joh 7, 39           (8) Ez 36, 20

 

 

Heiligen und die Beter sprechen von diesem »Himmel auf Erden", den sie entdeckten, sobald sie Gottes Nähe und Liebe erfuhren:

 

Gott, Du bist meine Freude!

Du bist der Himmel, die Seligkeit, das Feuer,

das in mir brennt und nie mehr aufhört.

Gott, Du allein bist jenes Leben, das ich suche,

jene Liebe, die mich im Innersten satt macht, und

jene Ewigkeit, die über alles hinausragt,

was ich denke und sehe, bin und habe.

Gott, Du unermeßliche Liebe,

Du bist bei mir. Du allein bist genug,

um meine Ewigkeit auszufüllen...

Der Himmel ist das, was mehr ist als Haben und Besitz. Der Himmel ist die Erfahrung der Beter und Gott-Hungrigen: Gott selber ist da, so völlig anders als alles Irdische. Er ist das Heilige, vor dem sich alles beugt...

Ist das irdische Leben nicht wie Staub, der verweht? Wer den Himmel entdeckt, weiß um das Leben, das geborgen ist in jenem Unzerstörbaren, Heiligen, das wir im Gebet erfahren: bei Gott sein! Das ist jenes unzerstörbare Leben, das unserem irdischen, flüchti­gen Leben Berechtigung und Bedeutung gibt. Alles Irdische ist nur ein Gleichnis! Denn die Vollendung von allem irdischen Leben steht noch aus, kommt erst und geschieht durch Gott; Er wird unser Leben mit Seiner Herrlichkeit erfüllen!

Die Beter wissen um den Himmel. Sie zweifeln nicht, sie erklären nicht. Sie schildern nur, was ihnen im lan­gen, ruhigen Gebet vor Augen steht: Der Himmel ist

 

das eigentliche Leben! Das Leben in der Vollendung. Der Himmel ist jenes Leben, das wir schon jetzt erseh­nen, aber noch nicht besitzen. Der „Himmel auf Erden" ist jener Anfang des Ewigen, ohne den alles Irdische wie Spreu ist, die im Wind verweht.

Alle Beter und Gott-Innigen verstehen jene Bilder, die in der Bibel den Himmel beschreiben. Auf den letzten Seiten der Bibel beschreibt der Seher Johannes den Himmel als einen gewaltigen „Strom von lebendigem Wasser, klar wir Kristall"1, der ruhig und machtvoll das ganze Land Gottes durchzieht und überallhin Leben bringt, überall  Leben schafft,  fruchtbar macht und Heilung bringt. Der Himmel ist das „Land Gottes", das „Land des ewigen Lebens", das „Land der Heilung" von allen Gebrechen. Das Land, in dem alles Lebens-Zerstörende endgültig beseitigt ist. Denn Gott selber ist das „Leben", das keinen Tod mehr kennt. Er ist Heilung, Hilfe, Vollendung, Frohlocken und Freude ohne Grenzen. Von Ihm geht dieser „Strom des Lebens" aus. Von Seinem Thron, vom „Tempel Got­tes", von Jesus Christus, strömt dieses „Wasser des Lebens" aus. Freund, es ist der Strom, der auch Dein eigenes Leben „durchströmen" will! Wir erleben die Beter diesen „Strom, das Wasser des Lebens"? Es ist ein Strom von Freude und Gegenwart Gottes, ein Strom des Friedens, ein Strom von Ewigkeit und Ruhe, ein Strom von Leben. Dieses Leben wird nie mehr enden! Es bleibt für immer! Es ist Jenes Leben, das diesen Namen verdient, weil es nie mehr stirbt. Es ist Ewigkeit! — Dieser „Strom, das Wasser des Lebens", ist wie die Gegenwart Gottes, die den Beter erfüllt. Es ist wie der Strom der Liebe, die uns im Gebet durchdringt: Gott, Dir gehört mein Leben! Dir gehört mein Herz! Dir gehört alles, was ich bin und habe! Denn Du bist aller Hingabe wert. Es ist ein Strom von Beglückung und Vereinigung mit jener Liebe, die auf uns zuströmt und die uns durchströmt. Gott ist jene Liebe, die uns ganz erfüllt. Das ist Himmel, Ewigkeit, Seligkeit...

Der Himmel ist jener „Strom", den nicht wir selber erzeugen können, sondern der auf uns zukommt „von Gott her", vom „Thron Gottes her". Der Himmel ist Geschenk! Nicht Leistung, Der Himmel ist das Geschenk der Liebe Gottes. Er gibt Dir Seine Liebe. Ist Dir das genug?

Das, was wir im Gebet und „beim Herrn" erfahren, ist wie eine Verheißung Gottes: Wenn Gott selber unser Leben „durchströmt" mit Liebe, Licht und Seligkeit, dann wird unser Leben reiche Frucht tragen, schon hier auf Erden: Die „Bäume des Lebens"2 werden wachsen hüben und drüben am Ufer des Stromes! Sie werden Frucht bringen, jedes Jahr, jeden Monat!2 „Und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker!"2 Dein Leben wird geheilt werden von diesem „Strom des Lebens"! Und nicht nur Du wirst die Heilung durch Gott erfahren, sondern auch die ande­ren werden durch Dich geheilt werden. Du wirst ein Segen sein für jene, die Dir Gott rezeigt hat und aufgetragen hat.

Schriftstellen:           (l) Offb 22, l          (2) OfFb 22, 2

 

„Dann werden wir immer beim Herrn sein."

Ahnen wir das Ewige? Die Heiligen waren von den „Kräften der zukünftigen Welt"1 schon so sehr er­griffen, daß eine tiefe Sehnsucht nach dieser kommen­den Herrlichkeit in ihnen war: „Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein! Um wieviel besser wäre das. Aber euretwegen ist es not­wendiger, daß ich am Leben bleibe, um euch im Glau­ben zu fördern und zu erfreuen..." So erlebt es Pau­lus: eine brennende Sehnsucht danach, „bei Gott" zu sein und „bei Christus zu sein"2. Denn das ist der Himmel.

Das irdische Leben erscheint im Vergleich dazu wie ein „Leben in der Fremde"3. Die eigentliche Heimat ist der Himmel! „Unsere Heimat ist im Himmel!"4 Die „Luft", in der Paulus atmen und jubilieren kann, ist der Geist Gottes, die Gegenwart Gottes, das Milieu Gottes, der „Himmel". Der Himmel besteht für ihn darin, ganz „für den Herrn zu leben", und nicht mehr „für sich selber". Solange der Mensch nur sich selber sieht, sich selber meint, für sich selber lebt, nur um sein eigenes Wohlergehen Sorge hat, lebt er „Gott-los", getrennt von Gott, in Sünde/Sonderung von Gott. Erst wenn der Geist Gottes die Augen und Herzen öff­net, erkennt der Mensch das Ewige, Bleibende, Größere, das eigentliche Ziel des Lebens, die Fülle und das Heilige: dann erst beginnt die Hingabe an den unermeßlich Großen, Heiligen Gott: „Leben wir, so leben -wirßir den Herrn! Sterben wir, so sterben wir für den Herrn! Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn!"5

 

Die „Kräfte der zukünftigen Welt" beginnen damit, daß uns die Augen aufgehen für Gott, für Seine Herrlichkeit. Das Zentrum unseres Lebens ändert sich: Wir erleben nicht mehr uns selber als Zentrum des Lebens, sondern von nun an ist Gott das Zentrum unseres Lebens und Strebens, unserer Freude und Hoffnungen, unserer Kraft und Erkenntnis. - Das ist der Augenblick, in dem uns der Geist Gottes heimsucht: Gott umgibt uns mit Seinem Geist, Seiner Gegenwart, Seiner Liebe. Er macht uns eins mit Gott! „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir!"6 Das ist der Himmel — schon jetzt. Das ist der Himmel, der sich einst nur vollenden wird: „Christus in mir! Er lebt!" Er erfüllt mich mit Seinem Denken, Seiner Liebe, Seiner Kraft. Das sind die „Kräfte der zukünftigen Welt", die Kräfte Christi. Es ist die „Kraft aus der Höhe", die „Kraft des Heiligen Geistes".

Der Himmel beginnt schon hier auf Erden, sobald wir Gott zum Zentrum unseres Lebens machen und uns ganz nach Ihm ausrichten: Sucht zuerst das Reich Gottes! „Euch muß es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen! Dann wird euch alles ande­re dazugegeben."7 - So wie ein Stein, den man ins Wasser wirft, Wellen schlägt, und die Wellen breiten sich kreisförmig aus, so ist es auch bei unserer Hingabe an Gott, wenn wir uns Ihm ganz überlassen und in Ihn gleichsam „eintauchen": dann entstehen „Wellen", die sich ausbreiten; Wellen der Liebe, Wellen der Kraft, Wellen der Gegenwart Gottes. Wenn wir uns Gott ganz hingeben und in Ihn „eintauchen", dann taucht die Liebe Gottes ganz in uns ein: der Geist der Liebe, der Geist Gottes, die Gegenwart Gottes... Wir erleben ein „Einssein" mit Gott: Wir sind „in Gott" und „in Christus", „in der Liebe" und „im Geist", Unzählige Male verwendet Paulus dieses „innige" Wort, das die Vereinigung anzeigt: „Christus lebt in mir!"6 Wer Gott wirklicht liebt, wird „im Herrn sein".

Freund, das wird Dein Himmel sein und ist schon jetzt Dein „Himmel auf Erden": Du wirst für immer „bei Christus sein"2! Nicht mehr „in der Fremde", sondern „bei Gott". Du wirst „Gott schauen"8, nicht nur von Ferne, nicht nur wie im Nebel, sondern „von Angesicht zu Angesicht"9! „Wir werden ihn sehen, wie er ist."10

Das aber wird das größte Geschenk des Himmels sein, die ergreifendste Freude unseres Herzens: Wir werden erleben, daß wir nicht nur „beim Herrn" sind, sondern „ganz im Herrn" sind, eins mit Ihm, eins mit Seiner Liebe. „Wer dem Herrn anhängt, wird ein Geist mit ihm,"11 Du wirst erleben, daß Du geliebt wirst, wie Du noch nie im Irdischen geliebt worden bist! Du bist „von Gott geliebt"12. So wie man Wasser ausgießt auf die durstige Gartenerde, damit sie frisches Grün her­vorbringt, so wird Gott Seine Liebe ausgießen in Dein Herz, damit Du Freude und Dankbarkeit hervor­bringst und Dein hungriges Herz ganz mit Liebe gesättigt wird: „Die Liebe Gottes wird ausgegossen in unse-re Herzen!"13 Dann wirst Du erleben, was Paulus und alle Heiligen so eindringlich schon im irdischen Leben erfahren haben: „Nichts kann uns mehr scheiden von der Liebe Gottes!"14

Hier auf Erden seufzen wir oft und fühlen uns unfähig, Gott so zu lieben, wie wir es im innersten Herzen gerne täten. Aber „im Himmel" erleben wir, daß wir diese Kraft zur Liebe nicht aus uns haben, sondern daß Gott uns zuerst liebt; Er gibt uns die Kraft, Ihn zu lie­ben: „Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat!"15 „Er hat uns zuerst geliebt!"10 Und dadurch wurde unser Herz entflammt, so daß auch wir Ihn lieben konnten im Feuer der Herzen.

Unmittelbar nach dem Augenblick des Hinübergehens werden wir diese Liebe Christi erfahren dürfen: „Heute noch wirst du bei mir im Paradies sein."17 Dann wer­den wir begreifen, daß die Liebe Gottes unser ganzes Leben begleitet hat.

Der Himmel ist so unsagbar anders als alles Irdische, und dennoch ist unsere irdische Gemeinschaft mit dem Herrn schon ein Beginn dieser ewigen Herrlich­keit: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen m den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben,"18 Paulus, der Mann, der den Himmel auf Erden so innig kaum ein anderer erlebt hat, sagt uns zum Abschied ein Wort der Ermutigung und der Wegweisung; „Strebt nach dem, was im Himmel ist! Wo Christus zur Rechten Gottes sitzt. Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische. Denn euer Leben ist (schon) mit Christus verborgen in Gott."1<J „Dann werden wir immer beim Herrn sein."2"

Schriftstellen:

(1) Hebr 6, 5 (5) Rom 14, 8 (9) l Kor 13, 12 (13) Rom 5, 5 (17) Lk 23, 43

 

(4)  Phil 3, 20

(5) Mt 5, 8 (12) Rom 1.7 (16) l Joh4, 19 (20) l Thess-S,

 

Der Himmel ist „das Hochzeitsmahl des Lammes", und Du bist „die Braut"!

Das stärkste Bild für den Himmel ist das „Hoch­zeitsmahl des Lammes", das schon jetzt im Himmel gefeiert wird, und an dem wir schon jetzt teilnehmen dürfen bei jeder heiligen Messe. Das eucharistische Mahl ist „das Hochzeitsmahl", so sagt die Schrift, und so sagt die Kirche.1 Jede Eucharistie-Feier ist die „Vorwegnahme des Hochzeitsmahles des Lammes" im Himmel!2 Der Himmel feiert schon jetzt diese Herr­lichkeit:

„Halleluja! (Preiset den Herrn!) Denn König geworden ist der Herr, unser Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung. Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre erweisen. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes, und seine Frau hat sich bereit gemacht. Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes einge­laden ist!"3

Jede heilige Messe ist Höhepunkt und Quelle des ganzen christlichen Lebens.11 Denn hier erfahren wir das Heil, die Fülle des Lebens, den Anfang des Himmels, die Gemeinschaft mit allen Heiligen und die innigste Vereinigung mit Jesus Christus. Er ist der Himmel schon jetzt. Mit Ihm eins sein ist schon jetzt der Himmel auf Erden. Sooft wir uns mit Ihm in der heiligen Kommunion vereinigen, erfahren wir schon jetzt das ewige Leben. Denn Er ist das Leben, die Ewigkeit, das Leben in Fülle. Er ist der „Bräutigam", auf den die „Braut" so lange gewartet hat: „Seht, der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!"5 Diese „Hochzeit des Lammes wird schon jetzt im Himmel gefeiert, es ist die Liturgie des Himmels"6. Wir sollen, dürfen und können an dieser Seligkeit Anteil haben: „Selig, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind!" So ruft der Priester, der die Gläubigen zur heili­gen Kommunion einladet.

Diese Meß-Feier, die in der Anfangszeit der Kirche „Bfotbrechen"7 genannt wurde, war die Quelle der Freude und der geistlichen Kraft der Gläubiggewor­denen: „Sie brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott!"7 Was war der Grund ihrer Freude und ihrer Seelen-Kraft? Sie haben den Himmel erlebt! Das war die „Kraft aus der Höhe"8, mit der sie erfüllt worden sind! Es war die wirkliche Gegenwart des Herrn! Er selbst hat es ihnen und uns gesagt: „Das ist mein Leib, der für euch hin­gegeben wird."9 „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächt­nis!"

Freund, erlebst Du den Himmel, während Du an der „Liturgie des Himmels" teilnimmst?6 „Nimmst Du das ewige Leben vorweg"0, das Dir hier gezeigt

 

 Und angeboten und geschenkt wird? Vereinigst Du Dich wirklich mit Christus in der heiligen Kom­munion? Er läßt Dich teilhaben an Seinem Leib und an Seinem Blut, an Seinem Leben und Seiner Liebe!10 Ist die heilige Eucharistie für Dich tatsächlich der „Inbegriff und der Gipfel unseres Glaubens" gewor­den, so wie es die Kirchenväter von Anfang an bezeugt haben?11

Der Himmel ist heute für viele blaß geworden, ver­schwommen und ungreifbar, weil sie diese Gegenwart Christi im „Brot des Lebens" nicht begriffen haben und nicht in Liebe ergriffen haben! Freund, das ist unsere Aufgabe während der heiligen Messe: Jetzt ist unser Glaube gefragt! Jetzt ist unsere Liebe am Werk! Jetzt ist die „Braut" aufgerufen, sich zu schmücken für den Bräutigam, der kommt! Er kommt jetzt! Er kommt zu Dir! Nimmst Du Ihn auf?

Jetzt, bei der heiligen Kommunion, kommt Christus zu Dir! Er will, daß Du „dort bist, wo er ist"12! Du darfst im Himmel sein, wo Er ist! Du darfst im „Haus des Vaters"13 sein! Dort hast Du schon jetzt eine Wohnung, schon jetzt ein „ewiges Haus im Himmel"14. Du darfst schon jetzt „beim Herrn sein", „im Himmel sein" und »bei Christus sein"! Die heilige Kommunion ist Dein Himmel schon jetzt! Aber glaubst Du daran? Liebst Du Ihn so? Nimmst Du den „Bräutigam" auf, so wie £s für eine „Braut" recht und berechtigt ist? Erweist Du «im Liebe und schenkst Du Ihm Dein ganzes Herz? Deine Liebe?

 

Freund, viele sind zu sehr bemüht, eine „kurze Messe" zu finden und rasch wieder fertig zu sein. Aber wir müßten uns bemühen, diese Zeit des „Hochzeits­mahles" auszukosten, zu verinnerlichen, im Glauben zu ergreifen und im Herzen zu empfangen! Christus kommt zu Dir! Er selbst! Er ist die Speise, die den Hunger Deiner Sehnsucht endlich stillen kann. Er ist jenes „Brot vom Himmel", das Dich satt machen kann an Ewigkeit und Frohlocken, sättigen kann an Liebe und Lebensfülle! Freund, wirst Du „satt" an Liebe, und wird Dein Durst nach Leben und Frohlocken „gestillt", wenn Christus in der heiligen Kommunion zu Dir kommt?

Du brauchst mehr Zeit, wenn der Sohn Gottes zu Dir kommt und in Dir Wohnung nehmen will: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm."15 Er ist in Dir, Er bleibt in Dir, Er ist die Liebe, die ewige Sättigung bringt! Er ist der Himmel, nach dem Du Dich in unzähligen Bildern und Symbolen sehnst. Du erreichst den Himmel nicht durch Geld und Vergnügen, nicht durch Reisen und Bekanntschaften. Jesus Christus ist der Himmel! Ihm wende Dein Herz zu. Er schenkt Dir das Licht und den Glauben, den Du brauchst, um dieses „Hochzeitsmahl des Lammes" würdig und wie im Himmel begehen zu können. Willst Du das?

Freund, still Deinen Lebenshunger jetzt! Still Deine Sehnsucht nach dem Du, nach Liebe, nach Nähe und Innigkeit! Er schenkt Dir ewige Erquickung. Schenk

pu Ihm jetzt Dein Innerstes;  Glaube,  Hoffnung, Liebe... Dein Herz!

 

Zitierte Stellen:        (1) Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) 1617           (2) KKK 1329

(3) Offb 19, 6-9      (4) KKK 1324         (5)Mt25, 6         (6) KKK 1326

(7)Apg2,4        (S)Lk24,49           (9) Lk 22. 19       (10) KKK 1331

(11) KKK 1327       (I2)Johl4,l-3       (13)Johl4,2      (14) 2 Kor 5.] (15) Job G, 56

 

Das antichristliche Weltreich


Israel hat wie kein anderes Volk gelernt, die geschicht­lichen Ereignisse zu deuten und sie von Gott her zu verstehen. Wie kein anderes Volk auf Erden hat Israel das helfende Eingreifen Gottes erlebt in seiner Geschichte: Die Befreiung aus Ägypten und der Durchzug durch das Rote Meer wurden zu einem Urerlebnis mit Gott, Menschen wie Mose haben das Wort Gottes empfangen und die Verwirklichung in der Geschichte erfahren. Sie haben es mit eigenen Augen wahrgenommen. Sie bezeugen es: Gott spricht und wirkt auf dieser Erde durch geschichtliche Ereignisse, durch Wort und Tat.

Die Propheten haben dem Volk Gottes die geschichtli­chen Ereignisse gedeutet, sie haben dem Volk voraus­gesagt, was kommen wird, wenn sie das Wort Gottes verwerfen: Gott halt Gericht über die Schuld Seines Volkes! Gott ist am Werk. Als sich Israel von Gott abgewendet hat, kam das Unheil über das Volk: 722 v. Chr. begann die Zerstörung von Samaria, das war das Ende des Nordreiches. 597 v. Chr. wurde Jerusalem von feindlichen Truppen erobert und ein Teil des Volkes ins Exil verschleppt. 587 v. Chr. wurde Jerusa­lem zerstört und die große Gefangenschaft begann, die bis zum Jahr 538 gedauert hat. Gott hat Gericht gehal­ten! Dieses irdische Gericht sollte dem Volk die Augen öffnen dafür, daß Gott die Schuld Seines Volkes nicht einfach toleriert, sondern beantwortet: Gott hält Gericht.

Diese Gott-feindliche Macht des Bösen erlebten die Israeliten besonders in der Gestalt des syrischen Königs Antiochus IV, der sich als „Erscheinung Gottes" aus­gab. Er nannte sich „Epiphanes", weil er sich anmaßte, die „Epiphanie Gottes" auf Erden zu sein. Das Zeus­bild, das er im Tempel von Jerusalem aufstellte, sollte ihn selber darstellen. Er ließ sich verehren wie Gott und anstelle von Gott. Er war das Ur-Bild des Anti-Göttlichen. Das griechische Wort „anti" bedeutet soviel wie „an Stelle von". Das Anti-Göttliche setzt sich selber an die Stelle Gottes und beansprucht göttliche Anerkennung und göttliche Verehrung, Dies alles geschah im Jahre 169/168 vor Christus in Jerusalem. Es war ein Schlüsselerlebnis. Seit damals begriffen die Propheten deutlicher, was vor sich geht und wohin sich die Dinge entwickeln werden. Und zwar nicht nur im Volk Gottes, sondern in der Menschheit überhaupt, bis zum Ende der Welt.

Seit damals verkündeten die Propheten Gottes immer deutlicher das Kommende; Die gottfeindlichen Ereig­nisse werden immer stärker im Laufe der Geschichte zum Vorschein kommen. Der Widerstand gegen Gott und Sein Volk wird bis zu einer äußersten und härte­sten Konfrontation führen: zum Kampf zwischen Gott und dem Anti-Gott, zum Kampf zwischen Gott und <fcm Satan. Aber das Böse wird nicht das letzte Wort haben, sondern Gott. Sobald das Böse zu seiner Vollgestalt ausreift, wird die Welt zu ihrem Ende körn­ten. Gott macht dann dem Bösen ein Ende. End­gültig, Für das Volk Gottes bringen diese Ereignisse einen Prozeß der Läuterung und der Bewährung; „Haltet euch bereit!"

Jesus spricht es aus: Er kündigt das Kommen des Antichrist an. Es werden viele sein, die hintereinander kommen und sagen werden „Ich bin es": „Viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! Und sie werden viele irreführen."1 Diese antichristliche Macht wird eine Gott-feindliche Weltmacht sein, so wie sie beim Propheten Daniel beschrieben ist. Das „Tier", von dem die Offenbarung des Johannes spricht2, verei­nigt in sich alle Eigenschaften jener vier „Tiere" (= Welt­reiche) bei Daniel3. Gemeint war zuallererst das Rö­mische Weltreich und der römische Kaiserkult, der den Kaiser wie einen Gott verehrte. Das Antichristentum ist eben eine politische und religiöse Macht in einem.

Der Staat ist nur so lange eine von Gott eingesetzte Ordnungsmacht, als er das „Gesetz Gottes" schützt und das Böse niederhält. Dieses „Gesetz Gottes" ist dem Menschen ins Herz geschrieben, sein Gewissen bezeugt es. Wenn aber der Staat selber das Zerbrechen von Gesetz und Moral fördert, Sodom und Gomorra wiederkommen läßt, die „Kulturrevolution" gutheißt und die christlichen Werte bewußt ablehnt, wird der Staat selber Recht-los und Gesetz-los. Er wird zum Unrecht-Staat. Seine Macht wird pervertiert zu einer Macht der Gesetzlosigkeit und des Unrechts.

Die Bibel4 zeigt uns eine Vision vom kommenden Weltreich. Diese Vision ist von beklemmender Aktuallität: ein weltumspannendes System, eine weltweite Kontrolle der Wirtschaft, ein weltweites militärisches 7usarnmenwirken, eine weltweite antichristUche Gewalt mit antichristlichen Werten, Gesetzen und antichristlichen religiösen Formen. Eine politische Verkörperung des Antichrist. Er wird die gläubigen Christen verfolgen. Das Wort Gottes sagt dazu: „Hier m sich die Standhaftigkeit der Heiligen bewähren, die an den Geboten Gottes und an der Treue zu Jesus festhalten."5 Jesus ermutigt uns zur Treue: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor Dem, Der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann."6 Jesus hat es vorausgesagt: „Es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auftreten, und sie werden Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, die Auserwählten irrezuführen. Ihr aber, seht euch vor! Ich habe euch alles vorausgesagt."7

Das Antichristentum steigert sich. Es tritt immer deut­licher und immer mächtiger auf. Die Ereignisse sind nicht einmalig, sondern typisch. Sie wiederholen sich und kehren immer heftiger wieder, in immer neuer Gestalt. In der letzten und äußersten Form wird der Antichrist sich als die eigentlichst Gott-feindliche Macht offenbaren. In dieser Zeit wird die Kirche nur noch durch das Martyrium ihrem Glauben an Jesus Christus treu sein können.s Erst die Wiederkunft un­seres Herrn Jesus Christus wird dieser entfesselten Gestalt des Bösen entgegentreten: „Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten. Das ist der tiefste Sinn all der Nöte und Drangsale unserer Zeit: Wir sollen wachsam werden und achten auf die typischen Zeichen der Endzeit, damit wir im Gebet und in der Kreuzes-Nachfolge bereit sind. Denn nur die wachen Herzen werden bestehen.

 

(,) Mk 13 6          (2) Offb 13          ,3) D«, 7             (4) Offb 13         (6> MC 10' M        {7) Mk B' 22 (9) 2 Thess 2, 8

 

Die antichristliche Religion


Es gibt keine Weltmacht, die nicht zugleich ihre reli­giöse Grundstruktur hätte. Denn das Geistige formt Jas Äußere, Sichtbare, Materielle. Und umgekehrt wird vom Leibhaften, Politischen, Wirtschaftlichen her das Innere geformt und geprägt. Das Antichristliche tritt daher in einer politischen und zugleich in einer religiösen Gestalt auf.

Woher stammt die antichristliche Religion? Warum entsteht sie? Wer trägt sie? Der erste Johannes-Brief spricht von den Antichristen, die schon gekommen sind. Sie stammen aus der eigenen christlichen Gemeinde! Johannes schreibt: „Ihr habt gehört, daß der Antichrist kommt. Jetzt sind viele Antichriste gekommen. Daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. Sie sind aus unserer Mitte gekommen. Aber sie gehörten nicht zu uns. Denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, daß sie alle nicht zu uns ge­hörten."1 Das religiöse Antichristentum stammt daher nicht von außen, sondern aus den eigenen Reihen der Christen! Es wird von jenen hervorgebracht, die das Christentum von innen her verändern wollen, ver­drängen wollen oder umgestalten wollen.

Was ist die Grund-Idee des Anti-Christentums, das sich als „Neue Religiosität" der Welt anbieten will? Der Stein des Anstoßes ist Jesus Christus selber. Die äntichristliche Religion will dieses „Ärgernis" beseitigen: Jesus Christus als der „Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht"^ Das ist das grundlegende Ärgernis: Jesus ist der Einzige, der Gott kennt! Er allein kann von Gott Kunde bringen: „Niemand kennt (Gott) den Vater nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will."3 Der Kern der anti-christlichen Religion besteht in dieser Leugnung der Einzigartigkeit Christi: „Wer leugnet, daß Jesus der Christus ist."4 Wer aber Jesus nicht anerkennen will als den Einzigen, der Gott kennt und Kunde gebracht hat von Gott, der weiß auch nichts über Gott, den Vater. Wer den Sohn leugnet, der kennt auch den Vater-Gott nicht: „Das ist der Anti-Christ: Wer den Vater und den Sohn leugnet. Wer leugnet, daß Jesus der Sohn ist, hat auch den Vater nicht. Wer bekennt, daß er der Sohn ist, hat auch den Vater. "*

Genau um diese Frage geht es heute: „Wer ist Jesus Christus?" Ist Er der Einzige, vor dem einst alle Men­schen stehen werden beim Gericht Gottes? Ist Er der Einzige, der den Vater-Gott wirklich kennt? Ist Er der Einzige, der uns Kunde gebracht hat vom Vater-Gott? Ist Er wirklich „der Weg, die Wahrheit und das Leben"?

Das moderne Anti-Christentum ist eine leidenschaftli­che Bewegung, die sich dafür einsetzt, daß Christus „nicht der Einzige" ist! Sie verwerfen diese Einzig­artigkeit Christi. Sie verneinen bewußt diesen An­spruch Christi, der Einzige zu sein, der Gott kennt und Herzen des Vaters ruht, und daher Kunde bringen von Gott!

Das Anti-Christentum von heute wird in der Bibel schon beschrieben als eine Bewegung, die aus dem Inneren der Kirche entsteht: „Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie gehörten nicht zu uns. Denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben."6 Dieses Anti-Christentum ist nicht unreli­giös, sondern ein leidenschaftlicher Gegensatz zum Glauben der Christen. Dieses Anti-Christentum will das Christentum von innen her verändern, ersetzen, umwandeln und erneuern. Sie wollen „an Stelle von Christus" etwas Neues setzen. Es ist eine Verkehrung des Christentums. Eine bewußte Verneinung und Bekämpfung all der Glaubens-inhalte, die seit den ersten Konzilien der Kirche das Credo geformt haben: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, und an Jesus Christus, seinen einziggeborenen Sohn, unse­ren Herrn..," Das Anti-Christentum verwirft den Anspruch Christi, das Kreuz Christi, die Erlösung durch Sein Blut, die leibhafte Auferstehung Christi, Sein Gericht über die Lebenden und Toten und Seine Wiederkunft...

Das Anti-Christentum ist nicht einfach Gottlosigkeit, sondern Verwerfung Gottes, Verwerfung Jesu Christi. Die Namen bleiben, aber der Inhalt wird bis zum Äußersten verändert, verworfen, umgedeutet. Das Anti-Christentum will die Religion nicht abschaffen, sondern will sich an die Stelle des Christentums setzen.

„Anti-Christus" heißt dann: „Anstelle von Christus"! Diese innere Verkehrung und Umdeutung, Verände­rung und Umgestaltung des Christentums erleben wir gerade.   Das Anti-Christentum  in seiner Vollgestalt beginnt erst nach der Verwerfung des Christentums! Es geht aus dieser Verneinung hervor. Es ist das Nein zu all dem, was die Christen bisher geglaubt, gelebt, ver­kündet haben.   Das Anti-Christentum   bewahrt  die Namen und Ähnlichkeiten mit dem Christentum, die Zeichen und Wunder, die Heilungen und Lobgesänge, das prophetische Wort und die Visionen — doch all das sind dann nicht die Zeichen von oben, nicht die Kräfte des Himmels,  sondern die  Zeichen  von  unten,  die Mächte der Unterwelt und des Bösen. Denn es gibt diese Imitiation Gottes und des Göttlichen. Der Böse, der Satan heißt, der als Teufel alles verwirren und alle täuschen will, bringt auch Visionen hervor, Macht­taten und Zeichen, Kraft aus dem Haß und „Pro­pheten", die „falsche Propheten" sind.

Wer wird die Kraft der Unterscheidung haben, wenn der Antichrist mit großer Überzeugungskraft die Christen auf seine Seite ziehen will? Wer wird die Verführungskünste des kommenden Versuchers durch­schauen? Paulus spricht es in einem seiner ersten Briefe aus: „Der Gesetzwidrige wird, wenn er kommt, die Kraft des Satans haben. Er wird mit großer Macht auf­treten und trügerische Zeichen und Wunder tun. Er wird alle, die verlorengehen, betrügen und zur Ungerechtigkeit verführen. Sie gehen verloren, weil sie sich der Liehe zur Wahrheit verschlossen haben, durch die sie gerettet werden sollten. Darum läßt Gott sie der Macht des Irrtums verfallen, so daß sie der Lüge glau­ben. Denn alle müssen gerichtet werden, die nicht der Wahrheit geglaubt, sondern die Ungerechtigkeit geliebt haben."7 Die Unterscheidung zwischen dem Geist Gottes und dem Ungeist des Bösen wird nur jenen geschenkt, die die Wahrheit wirklich lieben und leben und in ihr Denken und Tun aufgenommen haben.

 

(l)ljoh2, 18         (2) Joh l, 18          (3) Mt 11, 27         (4) ] Job 2, 22

(5) l Joh 2, 23        (6) l Joh 2, 13        (7) 2 Thcss 2, 9




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