Die unerfüllbaren Wünsche an die Priester ...

(Etwas Humor muss sein ...; Quelle: http://www.kirchberg.org )

Priester - ein schwieriger Beruf?

Wenn der Priester zehn Minuten länger predigt, dann hat er die lange Platte aufgelegt, predigt er kurz - ist ihm nichts eingefallen.
Wenn er bei der Predigt laut spricht, dann schreit er;
Wenn er normal spricht, dann versteht man nichts.
Wenn er zu spät kommt, hält er die ganze Gemeinde auf (oder es hat ihn wahrscheinlich jemand aufgehalten).
Wenn er die Pfarrangehörigen besucht, dann schnüffelt er herum.
Wenn er Hausbesuche macht, dann ist er nie im Pfarrhof erreichbar.
Wenn er zu Hause ist, dann ist er nicht bei den Leuten.
Wenn er vom Geld spricht, dann ist er geldgierig.
Wenn er zugunsten der Kirche ein Fest veranstaltet, dann saugt er den Leuten das Blut aus den Adern.
Wenn er alles beim Alten lässt, dann geht er nicht mit der Zeit.
Wenn er etwas verändert, dann soll lieber alles beim Alten bleiben.
Wenn er die Kirche renoviert, dann wirft er unnötig das Geld hinaus -
wenn er es nicht tut, dann lässt er alles zugrunde gehen.
Wenn er jung ist, hat er keine Erfahrung.
Wenn er alt ist, dann soll er sich endlich pensionieren lassen.
Wenn er stirbt, dann wird niemand da sein, der ihn ersetzen will....

weiter....
Wenn einer von ihnen etwas Schlechtes tut, dann tuns alle.................
Wenn irgenwo etwas in die Presse kommt, dann bringt man das huntertemal, damit der Eindruck entsteht, das haben hunderte getan.......
Wenn einer predigt gelegen oder ungelegen, dann predigt er hart......
Wenn einer die volle Wahrheit sagt, dann ist er ein Verleumder....

 

 

usw..............................


 

PRIESTER JESU

Wenn schon das Ordensleben mit dem Leben der «Engel im Himmel» (Mt 22,30) verglichen wird, dann muß das Priesterleben noch höher eingestuft werden. Der Priester hat nämlich die Macht und die Aufgabe, Dinge zu vollbringen, die ein Engel nicht vollbringen kann. Außer Gott hat nur der Priester die Vollmacht und die Sendung, Brot und Wein in Leib und Blut Jesu zu verwandeln und jedem reuigen Sünder die Sünden zu vergeben.
Mit dem Priestertum übertrifft der Mensch die Größe und Macht aller Geschöpfe. Er tritt in das Göttli­che ein, in die göttliche Person Jesu, er wird selber zu Jesus, der Brot und Wein verwandelt, der die Sünden der Menschen hinwegnimmt und die Menschen lehrt, führt und zum Heil lenkt.
Der hl. Franz von Sales hat aufgrund einer Vision erklärt, dass der Priester von seinem eigenen Schutzengel verehrt wird. Der Engel tritt zurück und überläßt dem Priester den Ehrenplatz. Der Priester vergegenwärtigt Jesus, er setzt die Heilstaten Jesu fort und hat dieselbe Sendung und Bestimmung wie Jesus, nämlich die Kreu­zigung und Auferstehung.

Jesus hat zu seinen ersten Priestern folgende Worte gesagt: «Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen» (Mt 4,19). «Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch» (Joh 20, 21). «Nehmt und eßt, das ist mein Leib... Trinkt alle daraus,
das ist mein Blut» (Mt 26,26-28). «Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert» (Joh 20,23). «Geht und lehrt alle Völker...» (Mt 28,19). «Wer euch hört, der hört mich, wer euch ablehnt, der lehnt mich ah» (Lk 10,16). «Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen...» (Joh 15,20). Aus diesen Worten Jesu geht hervor, von welcher Größe und Bedeutung das Priestertum ist. Der Priester hat die Aufgabe, im Namen Jesu und damit im Namen Gottes zu wirken!

Die Größe des Priestertums ist für unseren kleinen menschlichen Verstand unfassbar und geradezu schwin­delerregend. In besonderer Weise waren sich die Heili­gen der Größe des Priestertums bewusst. Aus diesem Grund hatte z. B. der hl. Franz von Assisi nicht den Mut, die Priesterweihe zu empfangen, und wollte daher ein Diakon bleiben. Aber auch in der Zeit der Kirchenväter hielten sich mehrere Heilige für unwürdig, die Priester­ oder Bischofsweihe zu empfangen: So wollte z. B. der hl. Ephräm nur ein Diakon bleiben und nicht zum Priester geweiht werden; der hl. Augustinus weinte am Tag seiner Priesterweihe bittere Tränen: der hl. Johannes Chrysostomus und der hl. Ambrosius verbargen sich und waren unauffindbar, um nicht die Bischofsweihe empfangen zu müssen.
Die hl. Katharina von Siena schrieb in ihrem be­kannten «Dialog», daß ihr die göttliche Weisheit folgende Worte über die Priester gesagt habe: «Öffne das Auge deines Geistes und vertiefe dich in mich, die Sonne der Gerechtigkeit. Du wirst dann in mir die glorreichen Priester sehen, welche nach der Sonne strebten und da­durch selbst sonnenhaft wurden!».

Der hl Pfarrer von Ars sagte einmal: «Wenn Gott uns die ganze Größe des Priestertums erkennen ließe, hätte niemand mehr den Mut, die Priesterweihe zu emp­fangen. Und wenn man den vollen Wert der hl. Messe erkennen würde, hätte kein Priester den Mut, eine hl. Messe zu feiern, und kein Gläubiger den Mut, ihr beizu­wohnen». Der hl. Pfarrer von Ars sagte weiters: «Alle guten Werke der Menschheit erreichen nie den Wert einer hl. Messe, denn sie sind nur Menschenwerk, die hl. Messe aber ist Gotteswerk. Sogar das Martyrium ist im Vergleich zur hl. Messe nichts. Das Martyrium ist ein Menschenopfer für Gott, aber die hl. Messe ist das Opfer Gottes für den Menschen!».
Die Sendung des Priesters, die hl. Messe zu feiern, Sünden zu vergeben, den Menschen den Leib und das Blut Jesu zu reichen sowie ihnen das Wort Gottes zu verkünden, ist von größter Wichtigkeit für die gesamte Kirche. Auch der letzte und unbedeutendste Priester der Welt ist Urheber von übernatürliche Handlungen, wenn er die «göttlichen Geheimnisse» (l Kor 4,1) feiert und damit das göttliche Leben der Glieder am «Leib Christi, der Kirche» (Kol 1,24) fördert.

Auf jeden Priester kann man die Worte aus dem 2. Psalm anwenden: «... ich gehe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum» (Ps 2,8). Zwei große Heilige aus unserem Jahrhundert zeigen uns, wie dieses Wort der Heiligen Schrift auf den Priester zutrifft: Der erste Heilige ist der hl. Maximilian Kolbe aus Polen, der durch sein unermüdliches Wirken und seinen heroischen Tod in Auschwitz in der ganzen Welt bekannt geworden ist. P. Kolbe hat in seiner Heimat und in Japan zwei «Städte der Immakulata» gegründet, in denen hunderte von Priestern, Brüdern und Schwestern für die Verbrei­tung der Frohen Botschaft gearbeitet haben. In den «Städten der Immakulata» wurden die modernsten Me­dien der damaligen Zeit verwendet, um die Frohe Bot­schaft in weitesten Kreisen zu verbreiten: Die Mitarbei­ter P. Kolbes druckten riesige Mengen von Zeitungen und Büchern und gestalteten auch verschiedene Radio­programme. Der hl Maximilian Kolbe war ein ganz be­sonderer Verehrer der Mutter Gottes und hat auch die Verehrung der Mutter in weitesten Kreisen verbreitet. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht kam er 1940 in das Konzentrationslager von Auschwitz, wo er 1942 sein Leben für einen Mithäftling hingegeben hat. Maximilian wurde damit zu einer der größten Priestergestalten des 20. Jahrhunderts. Papst Johannes Paul II. hat Maximili­an Kolbe zum Patron unserer Zeit ernannt.

Der zweite Heilige ist der selige Kapuziner P. Pio aus Süditalien, der jahrzehntelang in San Giovanni Rotondo in Apulien gewirkt hat. Dieser Priester war der geistliche Führer von hunderttausenden von Menschen in aller Welt. Er war Beichtvater, Helfer und Berater für «Kunden aus aller Welt» (Papst Paul VI). Zu ihm kamen die «Leute von überall her» (Mk 1,45) auf den Monte Gargano, um von ihm Hilfe in den verschiedensten An­liegen zu erflehen. Viele Tausende haben sich durch die Begegnung mit diesem Priester radikal bekehrt. Viele
Kranke wurden durch ihn geheilt. Der selige P. Pio gründe­te auch das große Krankenhaus «Sollievo della Sofferen-za» (Krankenhaus zur «Linderung der Schmerzen») und gab den Anstoß zu Gründung von 2000 Gebetsgruppen in aller Welt.
Diese beiden Heiligen haben durch ihr Wirken ge­zeigt, welche Gnaden und göttlichen Vollmachten in das Herz und in die Hände eines Priesters gelegt sind. Ein begnadeter Priester kann von Gott tatsächlich «die Völ­ker zum Erbe» erhalten.

Wir sollten uns also immer vor Augen halten, welche unvorstellbare Fülle von Gnaden mit dem Priestertum verbunden ist. Diese besondere Wertschätzung des Priestertums kommt auch in den Aufzeichnungen von Don Giuseppe Canovai zum Ausdruck. Dieser heiligmä­ßige Priester, der bereits im Alter von 34 Jahren starb, schreibt in seinem Tagebuch: «Ich fühle mich von der unendlichen Macht des Priestertums zutiefst betroffen. Diese Macht überschreitet die Grenzen meiner Seele und reicht bis zum Himmel, sie schenkt das Wort des Lebens und den Frieden der Vergebung, sie reicht bis an die Schwelle des Todes, wo sie durch die Vermittlung der göttlichen Barmherzigkeit noch Menschen rettet. Die Macht des Priestertums entfaltet sich wie ein Baum, der seine Zweige in den Himmel streckt; sie entfaltet sich aber auch in dieser Welt und erlöst die Menschen im Namen des Kreuzes. Die Freude des Priesters besteht in der Erlösung und Rettung der Seelen».
Die Priester sind unentbehrlich, weil sie der Welt am meisten Heil und Segen vermitteln. Sie haben trotz ihrer Fehler und Schwächen die Macht, uns die Gnaden Gottes zu vermitteln, das Brot des Lebens zu spenden, das Wort Gottes zu verkünden, Kranke zu stärken, Sterbenden beizustehen und Irrende auf den rechten Weg zurückzuführen. Wie könnten wir ohne die Gnade, ohne Eucharistie und ohne das Wort Gottes ein recht­schaffenes Leben führen und unser ewiges Heil erlangen?

Der hl. Pfarrer von Ars hat recht, wenn er sagt: «Laßt eine Ortschaft 20 Jahre lang ohne Priester, und die Menschen werden die Tiere anbeten!». Diese Worte sind wahr und gelten besonders für unsere Zeit.' Es gibt kein größeres Unglück und keine größere Strafe für ein Volk und eine Diözese als den Mangel an Priestern! Es gibt keine größere Not für das Christentum und die Ge­sellschaft als das Fehlen von Priestern! Wenn die Leute das nicht mehr begreifen, dann ist das ein Zeichen dafür, daß der Prozeß der «Entchristlichung» schon weit fort­geschritten ist. Dann ist der christliche Geist dieser Ge­sellschaft weitgehend erloschen, und auch die Jugendli­chen haben dann keine christlichen Ideale mehr. Wenn die Jugendlichen noch christliche Ideale hätten, dann würde sich vielleicht mancher arbeitslose Jugendliche fragen, ob es für ihn nicht eine Arbeit im Reich Gottes gebe. Dort gibt es nämlich noch jede Menge Arbeit! Gott könnte diesen Jugendlichen jederzeit brauchen und ihn als Priester für die Brüder und Schwestern, aber vor allem für die Armen, Unterdrückten und Verzweifelten einsetzen. Es tut einem im tiefsten Herzen weh, wenn man sieht, wie viele arbeitslose Jugendliche unglücklich sind und sich mit Nichtstun die Zeit vertreiben, während sie für das Reich Gottes arbeiten könnten und damit eine zutiefst befriedigende und sinnvolle Aufgabe hätten.

Die gravierenden Folgen des Priestermangels ma­chen sich heute überall bemerkbar: Sie zeigen sich im Atheismus der Massen, im erschreckenden Rückgang des Sakramentenempfangs, in der krassen religiösen Unwis­senheit, in einem zunehmenden moralischen Verfall, in der menschenfeindlichen und mörderischen Gesetzge­bung (Ehescheidung, Abtreibung, Drogen).
Denk nach, junger Mensch! Mach dir Gedanken über den Priestermangel! Es fehlen heute die Priester für den Aufbau des Reiches Gottes. Es fehlen die Pries­ter für die Erneuerung der Gesellschaft. Es fehlen die Priester für die Rettung der Seelen. Frage dich, ob das nicht eine Aufgabe für dich wäre. Bete und höre, höre, höre auf den Herrn. Vielleicht ruft er dich, vielleicht hat er dich erwählt, vielleicht will er dich zum «Salz der Er­de» (Mt 5,13) und zum «Licht der Welt» (Mt 5,14) ma­chen. Vielleicht will er dich zu einem «Menschenfischer» (Mt 1,17) machen. Vielleicht hörst du, während du diese Texte betrachtest, in deinem Herzen die Stimme Jesu: «Der Meister ist da und ruft dich» (Joh 11,28).

Aus:"Komm und folge mir" P. Stefano M. Manelli