Papst Benedikt XVI :    "Zur 'Wiederkunft des Herrn'
 
Christen beten nicht "um das Ende der Welt", sondern um das Kommen Christi in eine sonst ungerechte Welt, betonte der Papst bei der Generalaudienz.
 
„Das Warten auf die Wiederkunft des Herrn“ befreie die Christen nicht von der Verantwortung in der Welt, sondern sei vielmehr Ansporn, sich für eine gerechte Welt einzusetzen. Das hat Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch gesagt.
 
Christen beteten nicht „um das Ende der Welt“, sondern um das Kommen Christi in eine sonst ungerechte Welt. Benedikt XVI. verwies auf Ungerechtigkeiten und Gewalt oder auf die Situation der Flüchtlinge in Darfur. Christus möge zu den Drogenkonsumenten kommen oder „zu den Reichen, die Gott vergessen haben“.
 
Ausgangspunkt war die Katechesereihe zu Leben und Lehre des Apostels Paulus. Zum Thema „Wiederkunft des Herrn und das ewige Leben“ sagte der Papst auf Deutsch: „Die Paulusbriefe spiegeln diesbezüglich die verschiedenen Haltungen unter den ersten Christen wieder: Für manche stand die Parusie, das Kommen Christi in Herrlichkeit, unmittelbar bevor, andere waren überzeugt, dass dazu zunächst eine Reihe von tragischen Ereignissen auftreten musste.
 
Durch diese unterschiedlichen Interpretationen wollen wir uns aber nicht zu kalendarischen Voraussagen verleiten lassen, die am Wesentlichen, das heißt, an Christus und seinem Heilswerk in uns, vorbeigehen. Vielmehr sollen wir erkennen, dass wir in einer ,Zwischenzeit’ leben, in der die durch das Kreuz und die Auferstehung Christi bewirkte Erlösung bereits erfolgt ist, aber unser neues Leben in Christus erst zur Vollkommenheit gelangen muss.
 
Das verleiht der Existenz der Christen eine Spannung auf die Zukunft, auf die Ewigkeit hin. Unser Leben geht nicht ins Leere. Das Ziel vor Augen, strecken wir uns vielmehr voll Hoffnung nach dem Siegespreis aus, den Gott uns in Jesus Christus schenkt (vgl. Phil 3,14).“
 
Vor 15.000 Pilgern auf dem Petersplatz grüßte Benedikt in neun Sprachen und spendete den Segen. „Christus, dessen Kommen wir erwarten, stärke in uns die Hoffnung auf das ewige Leben, die all unserem irdischen Tun und Streben eine neue, entscheidende Perspektive verleiht. Der Herr segne und behüte euch und eure Lieben!“
 
Aus:
Artikel auf http://www.kath.net/detail.php?id=21320
12. November 2008


Benedikt XVI. zum Gebet des Angelus am vorletzten Sonntag im Jahreskreis: Gott beruft jeden Menschen zum Leben. Er gibt ihm Talente und vertraut ihm eine Sendung an.

Wachsam die Wiederkunft des Herrn erwarten!

Gott beruft jeden Menschen zum Leben. Er gibt ihm Talente und vertraut ihm eine Sendung an, die es zu erfüllen gilt. Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. an die zehntausenden von Pilgern und Besuchern, die am vorletzten Sonntag im Jahreskreis besonders zahlreich auf dem Petersplatz zusammengekommen waren. Ausgehend vom Gleichnis von den Talenten aus dem Matthäusevangelium (Mt 25, 14-30) erklärte der Papst, dass Christus vor der Vorläufigkeit des irdischen Lebens warne und dazu einlade, es mit dem Blick auf den Schöpfergott als eine Pilgerreise zu leben.

 Eine obligatorische Etappe, um zur endgültigen Wirklichkeit zu gelangen, sei der Tod, dem das Jüngste Gericht folge. Der Apostel Paulus rufe in Erinnerung, dass „der Tag des Herrn wie ein Dieb in der Nacht kommt“. So sporne das Bewusstsein der glorreichen Wiederkunft des Herrn die Christen an, wachsam zu sein und seine Offenbarung in der beständigen Erinnerung seines ersten Kommens zu erwarten.

 Mit dem Gleichnis von den Talenten wolle Jesus die Jünger lehren, seine Gaben gut zu nutzen. Gott berufe jeden Menschen zum Leben und gebe ihm Talente. Er vertraue ihm eine Sendung an, die es zu erfüllen gelte: „Es wäre töricht zu denken, dass diese Geschenke selbstverständlich sind“, so der Papst; „darauf zu verzichten, sie einzusetzen käme der Tatsache gleich, hinsichtlich des Zieles des eigenen Leben zu scheitern“.

 Den heiligen Gregor den Großen zitierend betonte Benedikt XVI., dass der Herr niemandem die Gabe seiner Liebe fehlen lasse. Daher sei es notwendig, alle Sorgfalt auf die Bewahrung der Liebe verwenden. Wenn es jemand an der Tugend der Nächstenliebe fehlen lasse, die auch Feindesliebe sei, so verliere dieser jedes Gut: „Er ist des empfangenen Talentes beraubt und wird hinausgeworfen in die Finsternis“.

 Abschließend rief der Papst die Gläubigen auf, der aus der Schrift kommenden Aufforderung zur Wachsamkeit nachzukommen. Sie sei die Haltung dessen, der wisse, dass der Herr wiederkommen wird und die Früchte seiner Liebe in den Menschen sehen will. „Die Liebe ist das grundlegende Gut, das alle fruchten lassen müssen und ohne das jede andere Gabe umsonst ist“: allein durch die Ausübung der Liebe sei es möglich, an der Freude des Herrn Anteil haben zu können.

 Nach dem Angelus erinnerte Benedikt XVI. an den Welt-Diabetes-Tag, der an diesem Sonntag begangen wird, und betete für alle Kranken, für jene, die tagtäglich deren Mühe teilten sowie für alle im Gesundheitsdienst Tätigen und Ehrenamtlichen.

 Die Kirche in Italien feiert heute das Erntedankfest. Auf die Früchte der Erde blickend erkenne der Mensch, dass seine Arbeit nichts wäre, wenn Gott sie nicht fruchtbar werden lasse, so der Papst.

 In seinem Gruß in französischer Sprache rief Benedikt XVI. zum Gebet für seine bevorstehende Reise nach Benin und für die Menschen in ganz Afrika auf. Mit seinem Besuch wolle er zu Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden in Afrika beitragen. Besonders gedachte der Papst der Menschen, die in Unsicherheit lebten und von Gewalt betroffen seien.

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

 Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich allen Pilgern und Besuchern aus den Ländern deutscher Sprache. Besonders verbinde ich mich mit den Gläubigen, die heute Nachmittag an der Seligsprechung des Märtyrerpriesters Carl Lampert in Dornbirn im Vorarlberg teilnehmen. In der dunklen Zeit des Nationalsozialismus ist an ihm das Wort des heiligen Paulus deutlich geworden: „Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“ (1 Thess 5,5). In einem Verhör, das ihm die Freiheit in Aussicht stellte, konnte er voll Überzeugung bekennen: „Ich liebe meine Kirche. Ich bleibe meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt. Ich stehe für Christus und liebe seine Kirche“. Vertrauen wir uns der Fürsprache des neuen Seligen an, damit wir wie er einmal ganz teilnehmen dürfen an der Freude seines und unseres Herrn.

Aus: Artikel auf http://www.kath.net/detail.php?id=33870

13. November 2011

 


 

Gott hat Zeit für uns

 An die drei großen "Angelpunkte" der Zeit - die Schöpfung, die und die Menschwerdung-ErlösungWiederkunft, die auch das Jüngste Gericht umfasst - erinnerte Papst Benedikt XVI. zum Beginn der Adventzeit.

„Wir sagen alle ‚wir haben keine Zeit’, weil der Alltag für uns alle frenetisch geworden ist“, sagte der Papst in seiner Ansprache zum sonntäglichen Mariengebet am 30. November. „Wir haben immer zu wenig Zeit; vor allem für den Herrn können oder wollen wir sie oft nicht finden. Und trotzdem, Gott hat Zeit für uns! Dies ist es, was wir zu Beginn jedes liturgischen Jahres mit immer wieder neuer Verwunderung feststellen dürfen.

Ja: Gott schenkt uns Zeit, denn er ist mit seinem Wort und seinen Werken in die Geschichte eingetreten, um sie für die Ewigkeit zu öffnen, um sie zur Geschichte des Bundes zu machen“. Somit sei die Zeit als ein grundlegendes Zeichen der Liebe Christi zu betrachten, „ein Geschenk, das der Mensch, wie alles andere, entweder aufwerten oder im Gegenteil verschwenden kann.“

Der Papst erinnerte auch an die drei großen „Angelpunkte“ der Zeit, die die Geschichte des Heils ausmachen: die Schöpfung, die Menschwerdung-Erlösung und die Wiederkunft (parusia), die auch das Jüngste Gericht umfasst.

„Diese drei Momente“, so der Papst weiter, „dürfen wir nicht nur auf der Grundlage einer chronologischen Reihenfolge betrachten“. Denn die Schöpfung finde über die gesamte Zeit des kosmischen Werdens bis zum Ende der Zeit hin. Auch die Menschwerdung-Erlösung habe zwar zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt stattgefunden, wirke jedoch in die vorherige und in die nachfolgende Zeit aus. Die Wiederkunft und das Jüngste Gericht übten hingegen ihren Einfluss auf die Menschen jeder Zeit aus.

Die Adventszeit „lädt uns ein, mit wachem Herzen das Kommen des Herrn in zu erwarten; indem wir uns seiner Geburt nähern, sind wir aufgerufen, das Wort anzunehmen, das für unser Heil Fleisch geworden ist. Doch der Herr kommt immer wieder in unsere Leben“, so der Papst weiter.

„Wie wichtig ist deshalb der Aufruf Jesu, der uns am heutigen ersten Sonntag aufruft: „Wachet!“. Damit wendet er sich an die Jünger, aber auch an jeden Einzelnen, denn in der Stunde, die nur Gott kennt, wird jeder berufen, das eigene Leben zu rechtfertigen“.

Im Anschluss erinnerte Papst Benedikt XVI. daran, dass am 30. November das Fest des heiligen Andreas, Schutzpatron des Patriarchats von Konstantinopel, gefeiert wird, mit dem sich die Kirche durch „besondere Bande der Brüderlichkeit verbunden fühlt“. Traditionsgemäß besuche eine Delegation des Heiligen Stuhls aus diesem Anlass das Patriarchat und Papst Benedikt XVI. erbat für all seine Gläubigen die Fülle des himmlischen Segens.

Sodann erinnerte der Papst an die kürzlichen tragischen Ereignisse in Indien und Nigeria: „Ich möchte euch einladen, zusammen mit mir für die zahlreichen Opfer sowohl der brutalen Terroranschläge in Mumbai in Indien als auch der in Jos in Nigeria ausgebrochenen Unruhen zu beten, sowie für die Verletzten und alle, die auf irgendeine Weise betroffen sind.

Es gibt verschiedenen Gründe und Umstände, die zu diesen tragischen Ereignissen führten, doch gleich bleiben das Entsetzen und die Bestürzung im Hinblick auf so viel brutale und sinnlose Gewalt. Bitten wir den Herrn, dass Er die Herzen derjenigen Menschen berühren möge, die den falschen Glauben haben, dass man mit Gewalt internationale Probleme lösen kann. Mögen wir alle uns dazu berufen fühlen, ein gutes Beispiel der Liebe zu geben, damit wir eine Gott und den Menschen würdige Gesellschaft aufbauen können“.


Aus: Artikel auf http://www.kath.net/detail.php?id=21487

02. Dezember 2008

 

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