Vierter Vortrag: DAS JUBILÄUM UND DER EPOCHENÜBERGANG
  1. Eine Vorbereitung auf die neue Ära
  2. Der Epochenübergang
  3. Die glühende Erwartung der Kleinen
  4.Die mangelnde Wache
  5. Die Weihe in der Karwoche

DIE KIRCHE ERLEBT FATIMA 

 

1. Eine Vorbereitung auf die neue Ära

Liebe Brüder, die himmlische Mutter ist in diesem Cönakel anwesend, als die Frau, die „mit der Sonne bekleidet" ist. Und sie steigt vom Himmel herab, um Ihnen viel Licht zu schenken, damit Sie mehr und mehr ihre Apostel sind. Wir wissen, der größte Apostel Mariens in dieser Zeit ist Johannes Paul II. : „ Totus tuus ".

Schon von Anfang an hat er über das große Jubiläum des Jahres 2000 gesprochen, und wir wollen jetzt etwas darüber betrachten. Und der Heilige Vater sagt, dass die Vorbereitung auf das Jahr 2000 fast ein Schlüssel für die Erklärung von diesem Pontifikat sei.

Das große Jubiläum vom Jahr 2000 ist von Gott vorbereitet worden, meint Johannes Paul lI, und zwar im Unbefleckten Herzen Mariens. Der Papst als „ Totus tuus " hat eine große lichtvolle Erkenntnis bezüglich dieses Jubiläums, dieses Ereignisses, das so wichtig für das Leben der Kirche ist am Ende des zweiten Jahrtausends und an der Schwelle zum dritten christlichen Jahrtausend.

Jesus Christus- gestern, heute, immer derselbe. Und unter dem Fluß der Ereignisse, die wir betrachten, sollen wir die geheime Wirkung des Heiligen Geistes erblicken.

Nur im Heiligen Geist können wir eigentlich in das Geheimnis des Jubiläums, das wir in diesem Jahr erleben, eintreten. Das ist ein Jahr der Befreiung und der großen Gnade des Herrn. Eine Aktualisierung des Jubiläums Christi. Sein Leben war ja ein einziges Jubiläum. So wie es der Text Jes 61,1-2 ausdrückt. Das Jahr der Gnade des Herrn: Er ist gekommen, um die Sklaven zu befreien, um allen das Evangelium zu verkünden, die Menschen aus der Dunkelheit zum Licht zu führen...

Dieses Jubiläum ist eine besondere Aktualisierung des Jubiläums Christi. Und es führt zum großen Ziel, dass Gott alles in allem wird. Also es zielt auf die neue Ära. In dieser Perspektive ist das Jubiläum, wie der Papst sagt, ein geheimnisvolles Ereignis. Darum war eine so große Vorbereitung notwendig ?so hatten wir eine Vorbereitung vom Jahre 1994 bis 1999.

Die letzten drei Jahre waren eine unmittelbare Vorbereitung, und wir hatten zudem die Kontinentalsynode der Bischöfe.

Noch mehr, es gibt noch etwas mehr: Das Zweite Vatikanische Konzil tritt in den Plan der göttlichen Vorsehung für die Vorbereitung der Kirche auf das große Jubiläum (Tertio millennio adveniente, Nr. 17­18).

Also diese große Vorbereitung ? die letzten drei Jahre sind den drei göttlichen Personen gewidmet und geweiht, auch der Muttergottes. Besonders aber wurden diese drei Jahre den drei göttlichen Tugenden geweiht, Glaube, Hoffnung und Liebe: Sonst können wir das Jubiläum nicht richtig leben.

Wir unterscheiden, wie es Johannes Paul II. macht, zwischen Chronos und Kairos. Chronos ist die Zeit in ihrem gewöhnlichen Lauf. Kairos sind bestimmte Momente, wobei Gott interveniert: besondere Gnadenzeiten. Am allermeisten gilt das für die Zeit Christi. Die größte Gnade war die Ankunft Christi: Kairos.

Sicher ist, dass nur Gott die Zukunft kennt. Und das sagte Johannes Paul II. in einer Katechese. Nur Gott bereitet die Zukunft vor und realisiert sie. Er will, dass die Menschen mitarbeiten, aber er bleibt Gott.

Wir bereiten uns auf das Jubiläum vor und wir wissen, dass die Zu­kunft eine Zukunft der Gnade sein wird und eine Vollendung des Planes Gottes für die Menschheit und für jeden von uns. Darum schauen wir voll Vertrauen in die Zukunft, ja voll Vertrauen.

Das Jubiläum der Kinder war am 2. Januar in diesem Jahr 2000 in Rom, und Johannes Paul II. betonte am Petersplatz in der Predigt bei der hl. Messe: „Wenn die Menschen eine Welt bauen wollen, indem sie Gott und sein Gesetz ignorieren, dann schaffen sie, tatsächlich, eine Situation der immer größeren Ungerechtigkeit und des Leidens. Mit dem Jubiläum lädt uns der Herr ein, diese Irrtümer zu korrigieren, und zwar so, dass wir mit seinem großen Plan mitarbeiten, den er für jede Person und für das ganze Menschengeschlecht hat" (Italienische Wochenausgabe von Osservatore Romano, 1/2000,6).

2. Der Epochenübergang

Die Jubiläumszeit ist eine besondere Gnade, ist ein Kairos. In der Enzyklika Dominum et vivificantem vom Jahre 1986 über den Heiligen Geist, schreibt der Papst in Nr. 61: „ Die Kirche nähert sich, dem Ende des zweiten Jahrtausends, das eigentlich an die Ankunft des Wortes in der Fülle der Zeit' erinnern und sozusagen neu gegenwärtig machen sollte. "

Zu den Bischöfen aus Ghana, die im Februar 1999 einen Adlimina­Besuch machten, sprach der Papst.?

„Das Jubiläumsjahr wird ein Jahr der Gnade sein, und es möchte die Menschen auf eine fröhliche Zelebration des Jubiläums vorbereiten:

Dank dieses wichtigen Ereignisses möge das Volk die unendliche Gnade des neuen Advents erfahren, die der Heilige Geist für die Kirche Gottes vorbereitet" (Ansprache vom 20. 2. 1999).

Der Heilige Geist bereitet diese unendliche Gnade vor: Das Gegenwärtigmachen der Ankunft Christi in der Fülle der Zeit. Das ist eigentlich die Ankunft Christi in Herrlichkeit.

Darum sollte während der Vorbereitung die Erwartung der Rückkehr des Herrn in Herrlichkeit in den Herzen der Gläubigen immer lebendiger werden (vgl. Bulle Incarnationis mysterium, 29. 11. 1998, Nr. 3 ).

In der Rede an die Kardinäle betonte Johannes Paul II. im Jahre 1994 ausdrücklich: „ Das Jubiläum vom Jahre 2000 bezieht sich auf die erste und auf die zweite Ankunft Christi.

Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt (Lk 21,36). Die ganze Kirche ist berufen zu wachen. Ihr, liebe Brüder, seid berufen, in der Erwartung der Ankunft des Herrn zu wachen, so wie die Hirten in der Betlehemnacht wachten und wie die Apostel, die Christus mit sich nach Getsemani gerufen hat, in der Nacht vor seiner Passion wachen sollten . ...

Ihr seid zu wachen berufen innerhalb des Weihnachtsgeheimnisses und zugleich in der Perspektive des Paschageheimnisses, das in der erlösenden Ankunft des Heilands der Welt die höchste Verwirklichung erreichen wird. " (Ansprache vom 27. 11. 1994,2,893 und 895).

Also wenn der Bischof von Rom die Hirten der Kirche zu diesem Wachen ruft, will er die ganze Kirche zum Wachen rufen, zu jenem Wachen, zu dem Christus seine Apostel ermunterte.

Aber ich frage mich: Wie haben die Apostel in Getsemani gewacht? Haben sie gewacht? Nein, sie haben geschlafen. Sehen Sie, was damals geschah, das geschieht auch heute im Getsemani der Kirche.

Das große Jubiläum bezieht sich auf die zweite Ankunft Christi, jedoch nicht auf die dritte Ankunft. Der Heilige Geist bereitet die Ankunft Christi in Herrlichkeit vor und bereitet die Kirche auf die Ankunft Christi in Herrlichkeit vor. Das, was der Heilige Geist zur Kirche spricht, ist eine Herausforderung, sich in das Geheimnis der Rückkehr des Herrn einführen zu lassen. Wir wissen, dass mit der Ankunft Christi in Herrlichkeit das Ende der Neuzeit sein wird, aber nicht nur der Neuzeit, sondern auch das Ende der sechsten Epoche der Welt. Und so erleben wir in diesem Jahrhundert einen Epochenübergang.

Also: Einerseits erleben wir den Untergang der Neuzeit, aber nicht nur der Neuzeit, sondern auch der sechsten Epoche der Welt. Und andererseits tritt die neue Epoche schon ein.

Über diesen Epochenübergang haben mehrere Päpste gesprochen. Zum Beispiel sagte Johannes Paul II., als er sein 75. Lebensjahr feierte: „Mein Leben und mein Dienst als Priester, als Bischof und als Papst, geschieht in einem Moment des Epochenüberganges für Europa, für die Welt und für die Kirche" (Ansprache vom 17. 5. 1995,2,1317).

Papst Pius XII. sagte im Jahre 1949: „Alle spüren, dass sich das Men­schengeschlecht jetzt in einem entscheidenden Umbruch seiner Geschichte befindet" (Ansprache vom 29. 4. 1949: Discorsi XII,50).

Im Jahre 1946 sagte Pius XII.: „Wir durchleben eine Periode des Oberganges, in welcher eine neue Ära der Geschichte von Europa und der Welt aufgeht."

Dann sagte Johannes XXIII. (das wird auch vom Konzil implizit zitiert): „Die Menschheit befindet sich auf dem Weg zu einer neuen Ordnung der Dinge" (Apostolische Konstitution Humanae solutis, 1960).

In Gaudium et spes, Nr. 4 -10, analysiert das Konzil die Epochenkrise, die mit dem Epochenübergang verbunden ist. Sie ist in diesen letzten Jahrzehnten viel stärker geworden:

„ Wir nähern uns dem Jubiläum und die Kirche wacht auf ihrer Pilgerreise und erwartet den Herrn, das Alpha und das Omega, der alles , neu machen wird? (Offb 21, 5) (Johannes Paul II., Ansprache vom 25. 4. 1997,1, 798-9).

Also dieses Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Epochenüberganges und so öffnet sich schon allmählich die neue Ära: die Geburtswehen der Welt.

Und wenn Christus als Herr der Geschichte kommen wird, wird er diesen Epochenübergang beenden. Also er wird die Geschichte der Kirche und der Welt in der Neuzeit beenden. Noch mehr, er wird die Pforte der sechsten Epoche der Welt schließen. Er wird alles neu machen und so wird er die Pforte öffnen, nämlich die Pforte der letzten Epoche der Welt.

Wir erwarten das Kommen des Reiches Christi und das wird in Tertio millennio adveniente, Nr. 46, gesagt, nämlich, „dass die Christen sich auf das große Jubiläum vorbereiten sollen, indem sie die Hoffnung auf das endgültige Kommen des Reiches Gottes erneuern."

Und unter Nr. 45 steht: „Der Heilige Geist ist in unserer Zeit der Protagonist der neuen Evangelisierung. Und es ist wichtig, den Heiligen Geist zu entdecken als jenen, der eigentlich das Reich Gottes in der Geschichte baut und die volle Manifestation des Reiches in Jesus Christus am Ende der Zeiten vorbereitet."

Also mit der Formulierung „Ende der Zeiten " sind die Zeiten des zweiten Advents, noch nicht der Welt, gemeint.

Johannes Paul II. erwähnt mehrmals „ das Ende der Zeiten" des zweiten Advents. Das Jubiläum lädt die Kirche ein, also die Pilger auf der Erde, „dass sie ihren Blick in fröhlicher Erwartung der Fülle des Heiles, das sich am Ende der Zeiten realisieren wird, erheben" (Ansprache vom 25. 11. 1999). Also es wird die Fülle des Heils kommen.

„Die Heiligen unterstützen uns in heiterer Gewißheit, dass jede geschaffene Wirklichkeit ihre Vollendung in Christus findet und ?wegen ihm ? wird das Universum Gott, dem Vater, übergeben, vollkommen erneuert und in der Liebe versöhnt" (Ansprache vom 21. 11. 1999).

Es ist klar: Mit der Ankunft Christi in Herrlichkeit geschieht die große Rekapitulation der Schöpfung in Christus.

3. Die glühende Erwartung der Kleinen

Wir haben eine sehr schöne Stelle in der Katechese vom 18. März 1987, wobei Johannes Paul Il. auch eine originelle Definition der Kirche gibt:

„Die Kirche ist die Gemeinde ,der Kleinen', die der Vater, der Macht der Finsternis entrissen und in das Reich seines geliebten Sohnes aufgenommen hat' (vgl. Kol 1,13). Die Kirche lebt in glühender Erwartung der glorreichen Ankunft des Herrn und Heilandes Jesus, der der göttlichen Majestät ein ewiges und universales Reich bringen wird: das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens" (Insegnamenti 1987,1,588).

Die Kirche lebt in dieser glühenden Erwartung. Nämlich, die Kirche als die Gemeinde der Kleinen, der kleinen Kinder: Mt 11,25; 18,3;

Mk 10,15. Die Kirche ist also die Gemeinde dieser kleinen Kinder, die glühend die Ankunft des Herrn in Herrlichkeit erwarten.

Warum? Weil sich die Stunde, Geburtsstunde, nähert, für die junge Mutter des neuen Advents, nämlich die Weihnacht Jesu in Herrlichkeit.

Und hier haben wir ein sehr schönes Gebet, das der Papst in Rom am 30. 3. 1985 sprach. Es waren Jugendliche aus der ganzen Welt aus 70 Ländern anwesend. 

Vor diesen Jugendlichen betete der Papst:

„ Herr, in der Nacht deiner Geburt hörten die armen Hirten von Betlehem die Verheißung des Friedens.

Wir haben das Leben aufs Spiel gesetzt und glauben, dass die Wirren unseres Jahrhunderts der Todeskampf einer alten Welt sind. Sie sind auch die Wehen einer neuen Geburt. Wir nehmen wahr, dass sich die Geburtsstunden für die junge Mutter des neuen Advents nähert, und dass der Vater durch uns den Regenbogen seines Bundes der Versöhnung ausbreiten will.

Herr, die Engel mögen bald die Seligpreisungen für diejenige singen, die auf dieser Erde ein armes Herz haben" (Insegnamenti 1985,1,876).

Empfängnis und Geburt Jesu sind die größten Wunder des Heiligen Geistes. Die Jungfrau Maria hat bei diesem Wunder mütterlich mit dem Heiligen Geist mitgearbeitet. So ist sie die Mutter des menschgewordenen Gottes geworden. Christus ist die Pforte des Vaters. In der Weihnacht sehen wir, dass die Jungfrau Maria die Pforte des Himmels ist, nämlich die mütterliche Pforte Christi.

Und wir lesen in Dominum et vivificantem, Nr. 51: „Die Kirche kann sich nicht anders auf das große Jubiläum vorbereiten, als nur im Heiligen Geist. Was in der Fülle der Zeit geschah, kann nur durch das Wirken des Heiligen Geistes wieder im Gedächtnis der Kirche wach werden".

Die selige Jungfrau Maria ist mit dem Heiligen Geist verbunden, undin ihrem Unbefleckten Herzen wurde auch das Jubiläum des Jahres 2000 vorbereitet. Und wir wissen, Maria wurde vor Christus geboren.

„ Zu dir, lauretanische Jungfrau, richten wir mit Vertrauen unseren Blick. Von dir erflehen wir die Gnade, dass wir die Morgenröte des dritten Jahrtausends mit den gleichen Gefühlen erwarten können, die in deinem Herzen waren, als du die Geburt deines Sohnes Jesus erwartetest. Dein Schutz möge uns von jedem Pessimismus befreien, so dass wir mit deiner Hilfe inmitten der Schatten unserer Zeit die leuchtenden Spuren der Anwesenheit des Herrn einsehen" (Schreiben des Heiligen Vaters, 29. 9. 1997,1,1641).

Sicher, Christus ist die heilige Pforte,, oder das heilige Tor, auch des großen Jubiläums. Nur durch ihn kann die Menschheit wie als verlorener Sohn in die Arme des himmlischen Vaters zurückkehren. Er ist die Pforte der göttlichen Gerechtigkeit und der göttlichen Barmherzigkeit.

Die Jungfrau Maria als Mutter in der Ordnung der Gnade, und auch als Mutter des neuen Advents Christi, ist die mütterliche Pforte des großen Jubiläums, und in ihrem Unbefleckten Herzen wurde auch die unendliche Gnade der neuen Ankunft Christi vorbereitet.

Und das wird das größte Jubiläum das Jubiläum der Geburt Christi in Herrlichkeit.

4. Eine mangelnde Wache

Wie schon gesagt, Johannes XXIII. betrachtete die neue Ära und wollte das Konzil als Vorbereitung auf diese neue Ära, auf den neuen Frühling der Kirche, auf die neue Weihnacht. Auch er spricht über die neue Weihnacht, das neue Pfingsten und das neue Paschamysterium. Weil die Ankunft des Herrn so groß ist, sind das nur verschiedene Aspekte des gleichen Heilsmysteriums, die sich zusammen bei der Ankunft Christi in Herrlichkeit realisieren werden.

Das Zweite Vatikanische Konzil kündigt ausdrücklich an, dass es den Weg für die Rückkehr des Herrn bereitet. Dann wird alles in Christus wiederhergestellt werden und die Menschen eine einzige Familie, ein einziges Volk Gottes, formiert werden (vgl. Ad gentes 1). Das warnoch niemals in der Geschichte. Immer gab es verschiedene Menschen und Nationen außerhalb der Kirche

Das Konzil ist gerade auf diesem Weg gegangen und ist prophetisch.

Nach dem Konzil verbreiteten sich unzählige falsche Auslegungen, Teilauslegungen des Konzils. Was haben sie verursacht? Nebel, nur Nebel.

Die letzten Päpste wußten und wissen, was das Konzil eigentlich ist.

Es gibt die authentische Auslegung des Konzils, die sehr schön ist, die sich eigentlich erst im 3. Jahrtausend zeigen wird. Johannes Paul Il. ist ein großer Prophet, besonders ein Prophet des Konzils

Ich habe schon die Rede unseres Papstes an die Kardinäle im Jahre 1994 zitiert, also den Ruf zum Wachen, den Aufruf zum Wachen. Zuerst müssen die Kardinäle wachen, dann die Bischöfe, die Priester, usw.

Denn was geschah? Gerade bei der Mitternachtsmesse an Weihnachten 1998 betonte unser Heiliger Vater: „ In der Heiligen Nacht kommt Jesus auf die Welt in voller Einsamkeit, verlassen von allen, sodass das niemand wußte, und zugleich wird er angenommen von den Hirten, die von den Engeln die Botschaft angenommen haben. "

Fast alle haben geschlafen. Nur wenige haben ihn anerkannt und angenommen, diejenigen, die von oben diese Botschaft angenommen haben.

Sicher war im Alten Bunde die Erwartung des Messias lebendig. Im Alten Testament bereitete Gott das Volk Israel auf die Ankunft des Messias fast 2000 Jahre vor, und als er gekommen ist, schliefen fast alle.

Sehen Sie, was geschah, weil die göttliche Offenbarung eine göttliche Offenbarung ist. Sie hat aber auch eine menschliche Dimension. Diese Dimension kennen die Menschen, wenn sie forschen, aber nicht die göttliche. Die göttliche bleibt unergründlich. Nur durch besondere Erleuchtung Gottes können die Menschen die Aktualisierung dergöttlichen Offenbarung erkennen. Und so ist es auch mit dem Mysterium, das angekündigt wurde.

Und weil wenige den übernatürlichen Glauben hatten, darum schliefen sie eigentlich. Sie waren nicht wach, sie waren nicht bereit, Christus anzunehmen.

Und schauen wir auf die Apostel. Sie haben drei Jahre mit Jesus zusammen gelebt, und sie waren sicher, dass sie schon alle seine Geheimnisse kennen würden. Und so haben sie sich falsch auf das menschliche Erkennen gestützt, und so sind sie während des Wachens in Getsemani eingeschlafen und haben sich während der Passion Christi zerstreut.

Nur der Apostel Johannes, der mit einem besonderen Bund mit der Muttergottes verbunden war, folgte Jesus bis auf den Gipfel vom Kalvarienberg. Nur einer ist geblieben, einer.

Die Offenbarung des Alten und des Neuen Bundes redet von der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit. Unser Papst hat unzählige Male davon geredet. Von Anfang an, schon in der Enzyklika Redemptor hominis sieben Mal. Er sprach vom neuen Advent, usw. Die Kirche des neuen Advents ist die Kirche der Buße und der Eucharistie. Aber das bleibt ein Geheimnis, das eigentlich in Gott verborgen ist.

Nur diejenigen die im Glauben dem Papst folgen, und die Muttergottes annehmen, die werden wach, die wachen, die schlafen nicht ein in dieser Nacht des neuen Advents, und sie gehen mit dem Papst nach Betlehem.

Jetzt will ich eine Rede zitieren, in welcher Johannes Paul II. ganz spontan vor der Jugend aus der Diözese Rom sprach:

„Das Kreuz und die Wache. Das Kreuz ist endgültig in das messianische Leben Christi während einer Wache eingetreten, nämlich bei einer Gebetswache im Garten Getsemani. Jesus hat oft gewacht, er hat viele Nächte im Gebet verbracht.

Die Wache Christi in Getsemani: sein letztes Ja, sein endgültiges Ja, ohne Vorbehalt. Und dann nähert sich das Kreuz in seiner dramatischen, brutalen, grausamen Wirklichkeit, nähert sich schnell.

Noch eine kleine Weile, und Jesus wird vor dem Sinhedrium sein. Er wird die Nacht im Gebet verbringen. Dann wieder vor dem Sinhedrium, dann vor dem römischen Gericht. (...)

Als Christus seine Wache in Getsemani erlebte, war die Kirche mit ihm. ,Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet' (vgl. Mt 26,41). Die Situation ist sehr bedeutend. Bedeutend wegen der mangelnden Wache der Apostel und der Kirche, die ihren Meister und Messias im entscheidenden Moment unserer Erlösung verlassen.

Die Kirche muss wachen und beten, und das hat sie gelernt durch das mangelnde Wachen in Getsemani. Die Kirche muss immer wachen. Sie muss immer bereit sein, an dem Mysterium Christi teilzunehmen, an dem Mysterium unserer Erlösung" (Rede an die Jugend aus der Diözese Rom vom 9. 4. 1992, 1,10779).

Betrachten wir die Rede von Johannes Paul II., als er das 20. Jahr seines Pontifikates feierte:

„ Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?' (Lk 18, 8). (..) Wie viele Male bin ich in Gedanken diesen Worten Jesu nachgegangen. Kurz vor seiner Passion, sagte Jesus zu Petrus: , Simon, Simon, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder'" (Lk22, 31?32). (Ansprache vom 18. 10. 1998).

Wir leben, wie es einmal Johannes Paul II. betonte, in einer Zeit der „ meta-tentatio ": das ist eine sehr große Versuchung, die größer ist als alle Versuchungen, die in der Geschichte waren. Größer als die Versuchung Adams. Größer als die Versuchungen Jesu in der Wüste. Größer als die Versuchungen in der Zeit Jesu. Diese Versuchung geht über alles
(= meta-tentatio), diese Versuchung ist so stark und überall und so subtil, so subtil...

Die Kirche hat Petrus. Jesus hat zu ihm gesagt: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen" (vgl. Mt 16,18-19).

Das war in diesen letzten Jahrzehnten besonders gefährlich nach dem Konzil, nämlich, dass das Lehramt der Päpste beiseite gelassen wurde. Und so haben sich in der Kirche unzählige menschliche, kurzsichtigeTeilauslegungen der göttlichen Offenbarung verbreitet, und besonders des Zweiten Vatikanischen Konzils. Auch deshalb erleben wir diesen großen Glaubensabfall.

Es wurde in dieser Zeit eine „neue" Kirche gebaut mit einer außer­ordentlichen Beschleunigung, weil alles jetzt beschleunigt ist, sehr beschleunigt. Eine „neue" Kirche, von der schon Paul VZ sprach, auf dem Fundament von diesen menschlichen Interpretationen. Sehen Sie, alles ist menschlich gedacht. Auf dem Sand von diesen menschlichen Interpretationen der göttlichen Offenbarung und des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das sind menschliche Auslegungen, die nicht mit dem Lehramt übereinstimmen. Das sind Parallelauslegungen, ein „Parallel?Lehramt", sagt der heutige Nachfolger Petri.

Und weil es am Wachen mangelte, besonders am Wachen der Kirche, hat sich die größte Verfälschung der Kirche in der Geschichte verwirklicht, die so fein ist, dass sie von vielen gar nicht bemerkt wird. Das ist diese „neue" Kirche: eine Parallelkirche, die die wahre Kirche zu ersetzen strebt.

5. Die Weihe in der Karwoche

In dieser Zeit erlebt die Kirche ihre große Passion: Triduum sacrum (= die letzten drei Tage der Karwoche): der Papst, die treuen Bischöfe, Priester, Ordensleute, Gläubige... Wir haben das betrachtet: im dritten Fatima?Geheimnis. Wir erleben jetzt das dritte Fatima?Geheimnis und den Kampfzwischen der wahren Kirche und der falschen Kirche.

Und: Die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens ? was bedeutet das für uns?

Sehen Sie, im Triduum sacrum war die Weihe das, dass Jesus eigentlich Maria dem Apostel Johannes endgültig geschenkt hat, der schon früher auf besondere Weise mit Maria verbunden war. Dieses Band hat dem Apostel Johannes geholfen, dass er während der Passion Jesu treu geblieben ist. Nur einer ist treu geblieben, alle anderen Apostel sind weggelaufen. Sie hatten nicht diese Gnade. Aber der Apostel Johannes hatte diese Gnade.

Darum ist die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens jetzt in dieser Prüfung ? das Paschamysterium der Kirche ? eine besondere Gnade des gekreuzigten Herrn seiner Kirche für die Zeit der apokalyptischen Be­drängnis. Und sie ist der Weg der Rettung und Bewahrung des wahren Glaubens, der Weg in die neue Ära.

Wir erwarten die Ankunft des Herrn und die große Umwandlung der Kirche und der Welt in der Begegnung mit der barmherzigen Liebe der Heiligsten Dreieinigkeit.

„Die Fastenzeit von diesem Jahr (...) tritt in die erste Phase der Vorbereitung auf das große Jubiläum vom Jahr 2000. Die Periode des Gebetes und der Buße, die uns zum nächsten Ostern führen wird, ist ein Teil des mehrjährigen Weges der Vorbereitung auf die Begegnung mit der barmherzigen Liebe Gottes, die uns am Anfang des dritten christlichen Jahrtausends erwartet" (Ansprache des Heiligen Vaters vom Aschermittwoch, 1. 3. 1995,1,441?2).

Wir beenden diese Betrachtung mit dem Text im Blauen Buch vom 1. 1. 1992, Hochfest der Gottesmutter Maria:

„Eure Erlösung ist nahe. "

„Erhebt eure Augen von dieser finsteren Zeit, die ihr jetzt durchlebt, und fürchtet euch nicht, auch wenn der Satan nun der un­widersprochene Beherrscher der Welt und Herr über die ganze Menschheit ist. Bald wird sein Reich zerfallen und seine Macht ver­nichtet werden, denn ich selbst werde ihn in Ketten legen und ihn in den See des ewigen Feuers und des Todes sperren, aus dem er nie mehr entkommen können wird.

Und Jesus Christus, der König der ewigen Herrlichkeit, wird über die erneuerte Welt herrschen und so die neue Zeit anbrechen lassen, die bald kommt. Deshalb wiederhole ich euch zu Beginn dieses neuen Jahres: Habt Vertrauen!

Lebt jeden Tag im Glauben und in großer Hoffnung.

Erhebt eure Augen zu mir, der Mutter Gottes und eurer wahren Mutter.

Heute verkünde ich euch dass eure Erlösung nahe ist. "


ANHANG

DER DRITTE TEIL DES GEHEIMNISSES VOM 13. JULI 1917 -DAS „DRITTE GEHEIMNIS VON FATIMA" GENANNT ?ENTHÜLLT AM 26. 6. 2000

Im folgenden bringen wir den Originaltext, den Schwester Lucia am 3. 1. 1944 dem Bischof von Leiria übermittelte:

(Entnommen aus dem von der Kongregation für die Glaubenslehre herausgegebenen Schreiben: „DIE BOTSCHAFT VON FATIMA", Vatikanstadt.)

„J. M. J.

Der dritte Teil des Geheimnisses, das am 13. Juli 1917 in der Cova da Iria, Fatima, offenbart wurde.

Ich (LUCIA) schreibe aus Gehorsam gegenüber Euch, meinem Gott, der es mir aufträgt, durch seine Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Bischof von Leiria, und durch Eure und meine allerheiligste Mutter.

Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe (Schwester Lucia meint die bereits allgemein bekannten „Fatimageheimnisse. " Erster _Teil: Vision der Hölle. Zweiter Teil: Bitte Mariens, die Andacht zum Unbefleckten Herzen zu üben, Rußland ihrem Herzen zu weihen für den Frieden in der Welt, sowie die Sühnekommunion an den ersten Samstagen), haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken, und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße! Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist: "etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen" einen in Weiß gekleideten Bischof "wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war." Verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Gießkanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.

Tuy - 3 - 1 - 1944"


(Anmerkung: In der Übersetzung wurde der Originaltext auch in den Ungenauigkeiten der Interpunktionen gebracht. Diese behindern übrigens das Verständnis dessen, was die Seherin sagen wollte, nicht.)


Muttergottes durch Ihre Weihe an IHR Unbeflecktes Herz .an, immer wieder. Der WEIHEAKT AN DAS UNBEFLECKTE HERZ MARIENS für PRIESTER ist bei der MPB, 1130 Wien, Schrutkagasse 48, erhältlich.

Es geht vor allem um Ihre ständige Bereitschaft, sich der Muttergottes täglich ganz anzuvertrauen und sich von ihr führen zu lassen ? in der Überzeugung, dass Maria auch Sie in der Liebeskraft ihres sterbenden Sohnes zuerst geliebt und Sie als ihren eigenen Sohn angenommen hat. Maria wird daher nicht ruhen, bis sie Sie zu einem vollkommenen Abbild ihres Sohnes, des ewigen Hohenpriesters, umgestaltet hat, Schritt für Schritt...

Und: Durch Maria werden Sie alles mit mehr innerer Freude tun, aus Liebe. Sie werden durch das Unbefleckte Herz Mariens ein „neues Herz" bekommen. So werden Sie Ihr Stundengebet und Ihren täglichen Rosenkranz „mit mehr Herz" beten. Und bei der Celebration der heiligen Messe werden Sie sich mit diesem neuen Herzen ? zusammen mit Maria ? dem Herrn noch mehr hingeben. Durch Ihre dauernde Ver­bindung mit der himmlischen Mutter wird Ihr ganzes priesterliches Sein und Tun mit neuer Liebe zu Jesus erfüllt werden. Ihr Apostolats­eifer wird wachsen...

Sie werden mit der Fatima? Botschaft ernst machen und die Bitte der Muttergottes zu sühnen, gerne erfüllen. Aus Liebe.

Was muss ich als LAIE tun, um dem HELFERKREIS der FISCHEN PRIESTERBEWEGUNG angehören zu dürfen?

Vertrauen Sie sich der Muttergottes durch Ihre Weihe an IHR Unbe­flecktes Herz an, immer wieder. Den WEIHEAKT AN DAS UNBE­FLECKTE HERZ MARIENS für LAIEN erhalten Sie bei der MPB, 1130 Wien, Schrutkagasse 48

Da Sie sich nun der Muttergottes geweiht haben, wird Maria dafür sorgen, dass Sie Ihr Weiheversprechen auch wirklich erfüllen und Ihre Weihe leben ? jeden Tag besser. Nicht aus einer äußeren Verpflichtung heraus, sondern aus Liebe. Sie werden durch das Unbefleckte Herz Mariens ein „neues Herz" bekommen.

Somit werden Sie Ihren täglichen Rosenkranz „mit mehr Herz" beten und gerne alle Priester einschließen. Bitte beten Sie nach jedem Rosen-kranz noch ein Vaterunser für den Heiligen Vater und unsere Bischöfe.

Auch wird Sie die Muttergottes drängen, jeden Tag das heilige Meß­opfer mitzufeiern und den Herrn immer mehr zu lieben und ihn anzu­beten ? besonders in der heiligsten Eucharistie.

Selbstverständlich werden Sie dem Heiligen Vater und den mit ihm verbundenen Bischöfen und Priestern die Treue halten und auch die Enzykliken des Papstes (bei der MPB erhältlich) lesen und verbreiten.

Sie werden mit der Fatima? Botschaft ernst machen und die Bitte der Muttergottes zu sühnen, gerne erfüllen. Aus Liebe.

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