DonGobbi Einsprechungen

 

1992

 

EURE ERLÖSUNG IST NAHE

 

 

Rubbio (Vicenza), l. Januar 1992

Hochfest der Gottesmutter Maria

 

EURE ERLÖSUNG IST NAHE

»Heute lade ich euch ein, eure Augen zu mir zu erheben meine vielgeliebten Söhne, denn eure

Erlösung ist nahe.

 

Ihr tretet in die entscheidenden Zeiten ein, die euch zum

Triumph meines Unbefleckten Herzens in der Welt führen.

 

Die Ereignisse folgen schnell aufeinander, und das neue Jahr, das ihr heute beginnt, wird euch die

Verwirklichung dessen bringen, was ich euch in einigen meiner Geheimnisse

enthüllt habe.

 

Die Tätigkeit meines Widersachers wird sich verstärken, um seine

Herrschaft auf die gesamte Menschheit auszudehnen.

 

Überall wird das Böse und die Sünde ansteigen, die Gewalttätigkeit und der Haß,

die Entartung und der Unglaube.

 

Die Kriege werden sich ausbreiten und andere Völker und Nationen in

Mitleidenschaft ziehen, und viele meiner armen Kinder werden die schwere Last

dieses blutbefleckten Kreuzes tragen müssen.

 

Aber habt Vertrauen.

 

Erhebt eure Augen zu mir, der Mutter Gottes und eurer wahren Mutter.

 

Heute verkünde ich euch, daß eure Erlösung nahe ist.

 

Auch in die Kirche wird die Finsternis noch

dichter herabsinken und sie wird es zustande bringen, alles einzuhüllen.

 

Die Irrlehren werden sich stärker verbreiten, und viele werden sich vom wahren

Glauben entfernen. Die Apostasie wird sich wie eine Seuche verbreiten und davon

werden die Hirten und die Herden, die ihnen anvertraut sind, betroffen sein.

 

1053

 

In allen Teilen der Erde wird die Kirche viel zu leiden haben, diese meine im

Todeskampf ringende und gekreuzigte arme Tochter.

 

Der Widerstand gegen den Papst wird wachsen: Theologen, Bischöfe, Priester und Gläubige werden sich offen gegen sein Lehramt auflehnen.

 

Mein Papst wird sich immer mehr allein fühlen, von vielen im Stich gelassen, kritisiert und verspottet.

 

Habt jedoch großes Vertrauen und Geduld.

 

Seid stark im Glauben und in der Hoffnung.

 

Erhebt eure Augen zu mir, der Mutter Gottes und eurer wahren

Mutter.

 

Heute verkünde ich euch, daß eure Erlösung nahe ist.

 

Verlaßt eure Verborgenheit, meine vielgeliebten Söhne, und geht in alle Welt, um sie nur

mit dem Licht Christi zu erleuchten.

 

Eure Zeit ist angebrochen.

 

Fürchtet euch nicht, wenn ihr von der Welt verkannt, wenn ihr verachtet, ausgestoßen

und verfolgt werdet.

 

Ich bin immer mit euch.

 

Zeigt euch allen als meine vielgeliebten Söhne, als die mir Geweihten, als die Apostel dieser letzten

Zeiten, die ich seit nunmehr zwanzig Jahren durch die Botschaften heranbilde,

die ich euch durch diesen meinen kleinsten Sohn schenke.

 

Geht auf dem Weg

der Weltverachtung und der Selbstverachtung, auf dem Weg der Demut und

Kleinheit, der Liebe und der Reinheit.

 

So werdet ihr für die Kirche von heute,

die so sehr leidet, zu guten Samaritern.

 

Liebt immer, verurteilt niemanden.

 

1054

 

Steht allen mit der Zärtlichkeit eurer priesterlichen Liebe bei.

 

Seid mit dem

Papst vereint, um ihm zu helfen, sein großes Kreuz zum Kalvanenberg zu

tragen.

 

Geht auf allen Straßen der Welt, um meine armen verirrten Kinder

aufzusuchen.

 

Nehmt die Armen, die Kranken, die Verzweifelten, die Verlas-

senen, die Geschlagenen, die Unterdrückten, all die zahllosen Opfer der

Gewalttätigkeit, des Hasses und der Kriege in eure priesterlichen Arme.

 

Bringt alle in die sichere Zufluchtsstätte meines Unbefleckten Herzens.

 

Erhebt eure Augen von dieser finsteren Zeit, die ihr jetzt durchlebt, und fürchtet euch

nicht, auch wenn der Satan nun der unwidersprochene Beherrscher der Welt

und Herr über die ganze Menschheit ist. Bald wird sein Reich zerfallen und

seine Macht vernichtet werden, denn ich selbst werde ihn in Ketten legen und

ihn in den See des ewigen Feuers und des Todes sperren, aus dem er nie mehr

entkommen können wird.

 

Und Jesus Christus, der König der ewigen

Herrlichkeit, wird über die erneuerte Welt herrschen und so die neue Zeit an-

brechen lassen, die bald kommt.

 

Deshalb wiederhole ich euch zu Beginn

dieses neuen Jahres: habt Vertrauen!

 

Lebt jeden Tag im Glauben und in großer

Hoffnung.

 

Erhebt eure Augen zu mir, der Mutter Gottes und eurer •wahren

Mutter.

 

Heute verkünde ich euch, daß eure Erlösung nahe ist

 

1055

 

 

San Salvador (El Salvador), 2. Februar 1992

Darstellung des Jesuskindes im Tempel

 

BEGEGNUNG MIT DEM HERRN, DER KOMMT

»Kommt mit mir, vielgeliebte Söhne, mit

eurer himmlischen Mutter, und begegnet dem Herrn, der kommt.

 

Laßt euch in meinen mütterlichen Armen tragen, wie ich einst mit

Liebe und unermeßlicher Glückseligkeit das Jesus-kind zum Tempel

in Jerusalem getragen habe.

 

Ihr werdet heute in der feierlichen Liturgie dieses Geheimnis wiedererleben.

 

Und du, mein kleiner Sohn, befindest dich heute hier, um deine Zönakel zu halten in

diesem Land, das seit so vielen Jahren geteilt, verwundet und von

einem blutigen und grau-samen Bürgerkrieg betroffen ist.

 

Und gerade heute habe ich ihm das kostbare Gut des Friedens gebracht.

 

— Kommt mit mir zur Begegnung mit dem Herrn, der in Frieden kommt.

 

Jesus ist euer Friede.

 

In seinem Geist der Liebe bringt er

euch zur Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater und schenkt

euch sein eigenes göttliches Leben, das er euch auf dem

Kalvarienberg mit dem Opfer der Erlösung erworben hat.

 

Diese Welt kennt keinen Frieden, weil sie Jesus nicht aufnimmt.

 

Also ist es meine mütterliche Aufgabe, die Herzen aller meiner Kinder zu

öffnen, um den Herrn, der kommt, aufzunehmen.

 

Denn nur dann wird der Friede auf die Welt kommen können, der so sehnsüchtig

erflehte und erwartete Friede.

 

1056

 

- Kommt mit mir zur Begegnung mit dem Herrn, der in Liebe kommt.

 

Diese Menschheit liegt danieder unter dem schweren Joch der Gewalttätigkeit, des

Hasses, des entfesselten Egoismus, der Entzweiung und des Krieges.

 

Wie viele leiden, wie viele werden mit Füßen getreten und werden täglich unterdrückt

und getötet, wegen dieser so großen Unfähigkeit zu lieben!

 

So ist aus der Welt eine riesengroße Wüste geworden, und das Herz der Menschen ist erkaltet und

hat sich verhärtet, ist gefühllos geworden und verschließt sich vor den

Bedürfnissen der Kleinen, der Armen und der Bedürftigen.

 

Diese Welt ist nicht fähig zu lieben, weil sie Jesus nicht auf-nimmt.

 

Jesus ist die Liebe.

 

Jesus, der kommt, wird alle zur Liebe in ihrer höchsten Voll-endung bringen.

 

Dann wird die Welt zu einem neuen Garten des Lebens und der Schönheit werden und

eine einzige Familie bilden, vereint durch das sanfte Band der göttlichen Liebe.

 

— Kommt mit mir zur Begegnung mit dem Herrn, der in Freude kommt.

 

Jesus allein kann unter euch eure Herzen für die liebliche Erfahrung der

Glückseligkeit und Freude öffnen.

 

Vergeßt die blutbefleckte Vergangenheit.

 

Mögen sich die tiefen Wunden dieser schmerzvollen Zeit der Läuterung und

der großen Bedrängnis schließen, denn eure Erlösung ist nahe.

 

Daher lade ich euch heute ein, da ihr mich im Geheimnis der Darstellung meines Kindes Jesus

im Tempel betrachtet, euch in meinen Armen in den geistigen Tempel meines

Unbefleck-

 

1057

 

ten Herzens tragen zu lassen, damit ich euch zur Verherr-lichung der

Heiligsten Dreieinigkeit aufopfern und euch so in die neue Zeit

geleiten kann, die für euch anbricht

 

 

Managua (Nikaragua), 11. Februar 1992

Jahrestag der Erscheinung in Lourdes

 

ICH BEFREIE EUCH VON DER KNECHTSCHAFT

»Ich bin die Unbefleckte Empfängnis.

 

Mit diesen Worten gab ich mich meiner kleinen Tochter Bernadette zu

erkennen, als ich ihr in der Grotte in Lourdes erschien.

 

Ich bin die Ursache eurer Freude.

 

Heute, mein kleiner Sohn, befindest du dich

hier in diesem Land von Mittelamerika, wo ich von meinen Kindern

besonders geliebt, angefleht und verherrlicht werde.

 

Du hast gehört, wie sie immer wieder diesen Ruf wiederholen, der der Ausdruck ihres

Glaubens und ihrer Liebe ist: 'Wer bringt uns so große Freude?

 

Die Unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria.'

 

Während der letzten Jahre ist die Kirche hier in besonderem Maße geprüft und geschlagen

worden, und auch diese meine Kinder mußten die Last einer harten

Knechtschaft tragen, die ihnen ein gottloses kommunistisches Regime

auferlegt hat.

 

Aber ich habe ihre Gebete erhört, ich habe auf ihr tiefes

Leid geblickt und bin persönlich für ihre Befreiung aus dieser

Knechtschaft eingetreten.

 

Jetzt verspreche ich diesem meinem Volk,

das mir geweiht, und diesem Land, das mir anvertraut worden ist, das

große Geschenk des Friedens zu geben.

 

1058

 

Folgt dem süßen Duft eurer unbefleckten Mutter, und so werdet ihr

vom Joch jeglicher Sklaverei befreit werden.

 

— Ich befreie euch von der Knechtschaft der Sünde, die euch unter der Herrschaft des Satans

festhält, und ich bringe euch dazu, jeden Tag als freie Kinder Gottes

zu leben.

 

— Ich befreie euch von der Knechtschaft der ungezügelten Leidenschaften,
besonders der Unreinheit, um euch auf dem Weg der

Heiligkeit und der Reinheit zu führen.

 

— Ich befreie euch von der Knechtschaft der Selbstsucht und des Hasses, um euch ein Leben in

Liebe und in der Gemeinschaft mit allen zu bringen.

 

 — Ich befreie euch von der Knechtschaft der politischen Regime, die die Existenz

Gottes leugnen, die Gottlosigkeit verkünden und verbreiten, um euch

für ein Leben als neues Volk Gottes vorzubereiten, das sich für die

vollkommene Verehrung seiner göttlichen Herrlichkeit öffnet.

 

 — Ich befreie euch von der Knechtschaft dieser eurer bösen Zeit, um euch

in eine neue Ära eintreten zu lassen, die euch nahe bevorsteht.

 

Deshalb lade ich euch heute ein, dem süßen Duft eurer unbefleckten

Mutter zu folgen, damit ihr bald im sicheren Hafen eurer Erlösung

landet.

 

In Liebe segne ich dieses Land Nikaragua und all meine

Kinder hier, die mich lieben, mich ehren und mich in tiefem

Vertrauen und voll Hoffnung anrufen

 

1059

 

 

Quito (Ecuador), 27. Februar 1992

Geistliche Exerzitien in Form eines Zönakels mit Bischöfen und

Priestern der MPB von Lateinamerika

 

MUTTER DER ZWEITEN EVANGELISIERUNG

»Wie glücklich bin ich, vielgeliebte Söhne, über

dieses Zönakel des Gebets und der Brüderlichkeit, das ihr in diesen Tagen mit

mir, eurer himmlischen Mutter, haltet.

 

Ich bin immer mit euch.

 

Ich vereine mich mit eurem Gebet und stärke das Band eurer Brüderlichkeit.

 

In diesem Jahr feiert ihr den fünfhundertsten Jahrestag der Evangelisierung

Lateinamerikas.

 

Ich habe euch zu diesem Zönakel gerufen, weil ich euch

meine Liebe, meine Befürchtungen und meine Pläne bekanntgeben will, die

mein Unbeflecktes Herz für dieses Land hegt, das von mir gesegnet, aber von

meinem Widersacher so schwer heim-gesucht ist.

 

— Vor allem verkünde ich euch meine große Freude darüber, daß ich mich hier von meinen Kindern so geliebt weiß, besonders von den Kleinen, den Armen, den Einfältigen, den

Kranken und den Sündern.

 

Daher liebe ich euch mit meiner mütterlichen und barmherzigen Liebe und bin euch immer zur Seite wie eine zärtliche, aufmerksame Mutter und führe euch auf dem Weg des Friedens, der

Heiligkeit, der Reinheit und der Liebe.

 

— Dann aber teile ich euch mit, -wie sehr mein Herz besorgt und leiderfüllt ist angesichts der schmerzlichen Lage, in der sich hier die Nationen und meine Kirche befinden, meine Kirche, die

berufen ist, das Licht Christi und seines Evangeliums zu verbreiten.

 

1060

 

Der Friede ist von der Gewalttätigkeit, die immer mehr um sich

greift, bedroht, von der noch immer herrschenden sozialen

Ungerechtigkeit, von den Spaltungen, von der Vorherrschaft vieler

persönlicher Interessen über das Gemeinwohl, von den Massen

meiner armen Kinder, die unter unmenschlichen Bedingungen leben.

 

Außerdem nehmen die Übel immer mehr überhand, die die Moral der

Bevölkerung bedrohen, wie Unreinheit, Pornographie, Rauschgift,

Ehescheidungen, die Anwendung von Verhütungsmitteln und die

verabscheuungswürdigen Abtreibungen, die den Zorn Gottes

herbeirufen.

 

Auch die Kirche, die auf diesem Kontinent lebt und

leidet, ist von einer inneren Spaltung bedroht, die durch die

Abspaltung vom Papst und von der Ablehnung seines Lehramts

seitens einiger Bischöfe, Theologen, Priester und Gläubigen hervor-

gerufen worden ist.

 

In besonderer Weise wollte mein Widersacher die

Kirche mit der hinterlistigen Falle der Befreiungstheologie treffen,

die ein wahrer Verrat Christi und seines Evangeliums ist.

 

Daher wird auch heute noch mein Herz vom Schwert der Schmerzen durchbohrt.

 

— Schließlich will ich euch mitteilen, welche Pläne der Gnade und

Barmherzigkeit ich, eure himmlische Mutter, für euch habe.

 

Ich betrachte dieses Land als kostbaren Teil meines Besitzes. Deshalb

wünsche ich heute, zum fünfhundertsten Jahrestag seiner

Evangelisierung, daß es ganz und gar meinem Unbefleckten Herzen

geweiht wird.

 

So habe ich diesen meinen kleinen Sohn in alle

Richtungen gesandt, um Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubige

aufzurufen, damit sie die von mir gewünschte und für eure Zeit

verlangte Weihe ablegen.

 

1061

 

Ich werde Lateinamerika retten.

 

Ich bin die Mutter der zweiten Evangelisierung.

 

Gleich einem Stern führe ich euch auf dem leuchtenden

Weg der Treue zu Christus und zu seinem Evangelium.

 

Es ist notwendig, daß ihr wieder zum Glauben an das Evangelium Jesu zurückkehrt.
Ihr müßt es allen in der Kraft seiner Vollständigkeit verkünden. Predigt es mit der gleichen

Klarheit, in der mein Sohn Jesus es euch verkündet hat.

 

Meine mütterliche Aufgabe ist es, euch zu den Aposteln der zweiten Evangelisierung zu machen.

 

Ich lade euch ein, vielgeliebte Söhne, euch ganz und gar meinem

Unbefleckten Herzen zu weihen, um von mir für diese eure so wichtige

Sendung ausgebildet und angeleitet zu werden. Beflügelt von der Kraft des

Heiligen Geistes, den eure himmlische Mutter für euch erlangt, sollt ihr hinaus

gehen und allen Geschöpfen predigen: Bekehrt euch, glaubt an das

Evangelium; das Reich Gottes ist nahe.

 

Verlaßt dieses Zönakel in Frieden und Freude.

 

Ich bin immer mit euch.

 

Ich segne euch und die Seelen, die euch anvertraut sind,
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

 

 

Sao Paulo, Brasilien, 27. März 1992

Geistliche Exerzitien in Form eines Zönakels mit den Verantwortlichen

der MPB von ganz Brasilien

 

GEHT UND VERKÜNDET DAS EVANGELIUM

 

»Mein Unbeflecktes Herz wird heute in diesem dauernden

Zönakel des Gebets und der Brüderlichkeit von euch verherr-

 

1062

 

licht, die ihr euch als Verantwortliche der MPB aus allen Teilen

Brasiliens dazu eingefunden habt.

 

Ich bin mit euch.

 

Ich stimme in eure Gebete ein, um euch die Gabe des Heiligen Geistes zu erlangen,

der euch zu den Aposteln dieser letzten Zeiten machen möge.

 

Es ist der Augenblick eures öffentlichen Zeugnisgebens gekommen.

 

Zeigt euch allen als meine kleinen Söhne, als die Apostel, die von mir für

die große Aufgabe der Neuevangelisierung, die euch erwartet,

ausgebildet worden sind.

 

Wie ich beim Zönakel von Jerusalem die

Pforte aufgetan habe, damit die Apostel hinaus gehen konnten, um

das Evangelium zu verkünden, wodurch sie die erste Evangelisierung

ein-geleitet haben, so rufe ich euch alle heute in diesem eurem

Zönakel auf, die Apostel der zweiten Evangelisierung zu sein.

 

Daher erteile ich jetzt zum Schluß dieses außergewöhnlichen Zönakels

jedem einzelnen von euch meinen mütterlichen Auftrag: Geht und

verkündet das Evangelium.

 

— Geht in alle Teile dieser eurer so großen Nation.

 

Geht in alle Orte, auch in die entferntesten und abgelegensten.

 

Geht zu allen meinen Kindern, besonders zu denen, die ganz weit entfernt sind, zu den Sündern, zu den Armen, zu denen, die dem Bösen, dem Laster, der Selbstsucht, dem Haß und der

Unreinheit zum Opfer gefallen sind.

 

Geht zu jedem Geschöpf, und zwar mit der Kraft, die euch durch diese meine mütterliche Sendung

zuteil wird.

 

Geht als die Apostel der zweiten Evangelisierung, zu der euch mein erster vielgeliebter Sohn, Papst Johannes Paul II., intensiv aufruft.

 

Geht und verkündet das Evangelium.

 

1063

 

— Verkündet das Evangelium dieser armen Menschheit, die fast

zweitausend Jahre nach der ersten Verkündigung des Evangeliums

wieder ins Heidentum zurückgefallen ist.

 

Verkündet das Evangelium

dieser Menschheit und predigt über die dringende Notwendigkeit

ihrer Bekehrung und ihrer Umkehr zum Herrn.

 

Mögen die

Götzenbilder zerstört werden, die sie mit eigener Hand errichtet hat:

die Genußsucht, das Geld, der Stolz, die Unreinheit, der Atheismus,

die grenzenlose Selbstsucht, der Haß und die Gewalttätigkeit.

 

Sie möge auf dem Weg der Buße, der Abkehr von Satan und seinen

Verführungen, von der Sünde und allem Bösen zu ihrem Gott

zurückkehren.

 

Dann wird die Gnade, die Heiligkeit, die Reinheit und

die Liebe, die Eintracht und der Friede auf ihrem Weg wieder auf-

blühen.

 

— Verkündet das Evangelium der leidenden und geteilten

Kirche, die vom Rauch Satans durchdrungen und vom Verlust des

Glaubens und von der Apostasie bedroht ist.

 

Möge die Kirche wieder an das Evangelium Jesu glauben.

 

Das Evangelium Jesu — wortgetreu gepredigt und gelebt —
möge zum einzigen Licht werden, das die

Kirche auf ihrem irdischen Weg leiten soll.

 

Dann wird die Kirche wieder demütig, heilig, schön, arm, dem Evangelium gemäß und

flecken- und faltenlos in Nachahmung ihrer himmlischen Mutter

werden, die sie täglich zu ihrer größten Erneuerung hinführt.

 

 — Verkündet das Evangelium allen Menschen und predigt ihnen, daß

das Reich Gottes nahe ist. Es nähert sich der Augenblick des zweiten

Kommens Jesu, der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit, um unter

euch sein

 

1064

 

Reich der Gnade, der Heiligkeit, der Gerechtigkeit, der Liebe und des

Friedens zu errichten.

 

Verkündet allen diese seine herrliche Wiederkunft, damit auf der Welt wieder die Hoffnung erblühen kann, und die Herzen der Menschen sich auftun mögen, um ihn zu

empfangen.

 

Reißt die Tore auf für Jesus Christus, der kommt.

 

Predigt daher, wie notwendig es ist, zu beten und Buße zu tun, mutig alle

Tugenden zu üben und zum vollkommenen Dienst der Liebe, der

Anbetung und der Sühne zurückzukehren, die ihr Jesus schuldet, der

in der Eucharistie gegenwärtig ist.

 

Verbreitet überall die Gebetszönakel, wie ich sie von euch verlangt habe: unter Kindern,

Jugendlichen, Priestern und Gläubigen.

 

Verbreitet vor allem überall die Familienzönakel, die ich als wirkungsvolle Maßnahme verlange,

damit die christliche Familie vor den großen Übeln gerettet "wird, die

sie bedrohen.

 

Verlaßt dieses Zönakel als Apostel dieser zweiten Evangelisierung.

 

Fürchtet euch nicht.

 

Ich bin immer mit euch und führe euch auf diesem leuchtenden Weg. Ich segne euch alle,

zusammen mit euren Lieben und mit den Seelen, die euch anvertraut

sind, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes

 

 

Rubbio (Vicenza), 16. April 1992

Gründonnerstag

 

IHR WERDET TREUE PRIESTER SEIN

»Vielgeliebte Söhne, heute an diesem Gründonnerstag, bin ich euch

besonders nahe.

 

Es ist euer Tag, es ist euer Ostern.

 

1065

 

Da Jesus die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen

seine Liebe bis zur Vollendung.

 

Ihr seid in der Wiege der Liebe geboren.

 

Euer Priestertum hat seinen Ursprung im Geheimnis der

unendlichen Liebe des göttlichen Herzens Jesu. Mit den Aposteln

wart auch ihr beim Zönakel in Jerusalem gegenwärtig. Anwesend

waren alle Bischöfe und Priester bis zum Ende der Welt, denn dieser

Ort und dieser Tag stehen außerhalb der Zeit und Geschichte.

 

Das ist der Tag des neuen Priestertums und des neuen Opfers, das überall auf

Erden für das Leben der Welt dargebracht wird.

 

Tretet ein in das Herz eures Bruders Jesus; tretet ein mit mir in das Getsemani seiner

Liebe und seines Schmerzes, laßt euch eintauchen in das unendliche

Meer seiner göttlichen Liebe, und ihr werdet treue Priester sein.

 

Dies ist auch der Tag des Verrats: 'Wahrlich, ich sage euch, einer von euch

wird mich verraten.'

 

Jesus ist zutiefst bewegt, sein Herz wird durch tiefe Wunden durchbohrt, als er sich von den Seinen verraten fühlt: 'Einer von euch wird mich verraten.'

 

Es ist auch der Augenblick der menschlichen Schwäche und der Verlassenheit.

 

Petrus verleugnet Jesus dreimal; die Apostel fliehen aus Furcht und verlassen Jesus.

 

Übrig bleibt der junge Johannes, der Apostel, der liebt, mein erster vielgeliebter Sohn. Er bleibt bei mir, bei der schmerzensreichen und gekreuzigten Mutter.

 

Dieses Osterfest Jesu verewigt sich in der Zeit; dieses Geheim-nis der göttlichen Liebe und des menschlichen Versagens, diese Liebe zu erwidern, wiederholt sich täglich.

 

1066

 

— Wie zahlreich sind doch heute diejenigen, die an seinem

Priestertum teilhaben, seinem Erbe angehören und ihn doch auf

vielerlei Weise verraten.

 

Sie verraten ihn, weil sie nicht mehr an sein

göttliches Wort glauben; der Mangel an Glauben breitet sich aus, die

Apostasie nimmt in der Kirche überhand.

 

Sie verraten ihn, weil sie ihm die dreißig Silberlinge der Bequemlichkeit und des Genusses, der

Unreinheit und des Stolzes, der Sucht nach Wohlstand und

Selbstbestätigung vorziehen.

 

Wie viele Judasse verraten heute den Menschensohn!

 

Wie zahlreich sind unter den Seinen jene, die ihn verleugnen, indem sie die Worte wiederholen, die Petrus in seiner menschlichen Schwäche gesagt hat: 'Ich kenne diesen Menschen nicht!'

 

Sie verleugnen ihn aus Furcht, nicht von der Welt, in der sie leben, angesehen und geachtet zu werden, aus Angst, als rück-ständig und altmodisch zu gelten und kritisiert und abgelehnt zu werden.

 

Ihr Bischöfe und Priester, meine vielgeliebten Söhne, warum wiederholt

ihr heute in so großer Zahl in eurem Leben die grausame Geste des

Verrats des Judas und der Verleugnung des Petrus?

 

Die neue Passion, die sich für Jesus an diesem Osterfest des Jahres 1992 wiederholt, ist

die Untreue von vielen seiner Priester.

 

— Bleibt wie Johannes bei mir, meine vielgeliebten Söhne, bleibt bei mir, eurer

schmerzensreichen und gekreuzigten Mutter. Bleiben wir miteinander

in Getsemani an der Seite Jesu; folgen wir ihm voll Liebe und Mitleid

auf dem schmerzvollen Weg zum Kalvarienberg.

 

1067

 

 

Ich bitte euch, euch meinem Unbefleckten Herzen zu weihen, in

meinen himmlischen Garten einzutreten, damit ich euch dazu

heranbilden kann, heute treue Priester zu sein, jeder ein neuer

Johannes, der niemals, auch nicht für einen Augenblick, meinen

Sohn Jesus verlassen wird.

 

Für Jesus, der heute Nacht in weit

stärkerem Ausmaß den schmerzhaften Todeskampf von Getsemani

erneut erlebt, bereitet eure himmlische Mutter auf diese Weise den

Kelch der Stärkung, den der Vater ihm reicht und den Jesus in

unendlicher Dankbarkeit trinkt, weil er fühlt, daß er heute noch so

sehr von seinen treuen Priestern geliebt wird

 

 

Rubbio (Vicenza), 17. April 1992

Karfreitag

 

WIR BETEN JESUS, DEN GEKREUZIGTEN, AN

»Meine vielgeliebten Söhne, werft euch an diesem Tag auf die Knie

und betet Jesus, den Gekreuzigten, an — zusammen mit mir, eurer

schmerzhaften Mutter — in Liebe und unermeßlicher Dankbarkeit.

 

Er ist wahrer Gott. Er ist unser König.

 

Seht ihn, wie er jetzt auf

seinem königlichen Thron ausge-streckt ist: 'Wenn ich über die Erde

erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.'

 

Geht also voll Zuversicht

zum Thron der Gnade und der Barmherzigkeit, damit ihr in dieser

für eure Erlösung so günstigen Zeit das Heil erlangt. Denn er, der

heute dem Gericht vorgeführt und zum Kreuzestod verurteilt und auf

dem Kalvarienberg grausam hingerichtet wird, ist der wahre Sohn

Gottes. Er ist das Wort, das eines Wesens mit dem Vater ist; er ist

sein eingeborener Sohn, er ist das Abbild seines Wesens, er ist der

Abglanz seiner Herrlichkeit.

 

1068

 

'Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, doch einen Leib

hast du mir geschaffen. Ich komme, mein Vater, um deinen Willen

zu tun.'

 

'Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen

Sohn hingab.' Jesus ist das kostbare Geschenk der Liebe des Vaters;

er ist der gehorsame und gelehrige Knecht, er ist das sanfte und

stille Lamm, das zum Tode geführt wird; er ist der Erlöser und

Erretter der ganzen Menschheit.

 

'Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich, er war gehorsam bis zum

Tod, bis zum Tod am Kreuz.'

 

Wir beten dich an, Jesus, du Gekreuzigter, weil du auf deinem Königsthron die Menschheit von

der Knechtschaft Satans befreist, alle Sündenmakel tilgst und uns

die Erlösung als dein kostbares Geschenk geben willst.

 

Es ist mein Sohn Jesus, der heute am Kreuz stirbt. Er wurde in meinem

jungfräulichen Schoß empfangen und ist neun Monate lang bis zur

Stunde seiner menschlichen Geburt in mir gewachsen — mit

meinem eigenen Fleisch und Blut genährt.

 

In einer Grotte geboren, in eine Krippe gebettet, mit meiner Milch genährt, in meinen Armen

herangewachsen, von meiner Liebe gewiegt, von meinen Händen

geführt, durch meine Worte erzogen, von mir in seiner bedrohten

Kindheit behütet und verteidigt, mit meiner mütterlichen Seligkeit

im Rhythmus seines menschlichen Heranwachsens betrachtet, bei

der Erfüllung seiner öffentlichen Sendung durch meine Gegenwart

gestärkt und am heutigen Tag, da er das Unrecht seiner so

unmenschlichen Hinrichtung erleidet, von mir unterstützt.

 

Betrachtet mit mir seinen Leib, der durch die schreckliche

Geißelung eine einzige Wunde geworden ist; sein Antlitz, das

 

1069

 

vom Blut, das von seinem dornendurchbohrten Haupt fließt, entstellt

ist; seine verwundeten Schultern, die nur mit Mühe sein Marterholz

tragen.

 

Fühlt mit mir in eurem Herzen die grausamen Schläge auf die

Nägel, die ihm Hände und Füße durchbohren; spürt, wie das Kreuz

in die Erde gestoßen wird und ihn erneut vor Schmerz auffahren läßt;

fühlt mit mir die Seufzer seines blutigen Todeskampfes, seinen

letzten Atemzug, den er im Augenblick seines Todes am Kreuz

aushaucht.

 

Er ist mein Sohn, der an meiner Seite stirbt — bei mir,

seiner schmerzhaften Mutter, die ihr Herz öffnet, um euch alle in die

schmerzvolle Wiege ihrer neuen und universalen Mutterschaft

aufzunehmen.

 

Jesus, der Gekreuzigte, ist unser Erlöser und Retter.

 

Heute erfüllt sich der Sinn seines ganzen Lebens, und der Wille des

Vaters wird auf vollkommene Weise ausgeführt, da sich Jesus selbst

als Opfer für unser Heil darbringt. Blickt heute in Liebe und

unendlicher Dankbarkeit, im Geist der Freude und des Trostes auf

ihn, den sie durchbohrt haben.

 

Er ist das wahre Lamm Gottes, das

die Sünden der Welt hin-wegnimmt; er ist der Hohepriester, der ein

für allemal in das Heiligtum hineingegangen ist, um mit seinem

eigenen Blut eine ewige Erlösung für euch zu bewirken.

 

Er ist euer Ostern: Die Brücke, über die ihr von der Sünde in die Gnade, vom

Tod ins Leben, aus der Sklaverei in die Freiheit gelangen könnt.

 

Er ist euer Bruder, der euch an seine Hand nimmt und euch dazu bringt,

wahre Kinder Gottes zu werden.

 

Jesus wird auf dem Königsthron seiner Herrlichkeit wiederkommen, um sein Wort, das die Ursache für seine Verurteilung war, zu erfüllen; die Wolken des Himmels werden sich

 

1070

 

als Schemel unter seine Füße legen, und er wird kommen, um sein

Reich der Gnade, der Heiligkeit, der Liebe, der Gerechtig-keit und des

Friedens zu errichten, damit so der Plan seiner Erlösung voll und ganz

erfüllt wird.

 

Lebt in der Erwartung seiner glorreichen Wiederkunft und

eurer nahen Erlösung.«

 

 

Rubbio (Vicenza), 18. April 1992

Karsamstag

 

DAS GRAB EURER KNECHTSCHAFT

»Bleibt an meiner Seite, vielgeliebte Söhne, an diesem Tag, den ich ohne meinen

Sohn verbracht habe.

 

Sein Leib ist in einem neuen Grab beigesetzt

worden — in der Erwartung seiner Auferstehung.

 

Die Jünger sind von Furcht erfüllt und haben sich zerstreut. Ich aber bleibe hier, zusammen

mit den frommen Frauen, die mich begleiten, und halte Wache im

Gebet und in der Erwartung.

 

Es ist der Tag meines unbefleckten Schmerzes.

 

Es ist der erste Tag meiner geistigen Mutterschaft.

 

Deshalb ist es seit ältesten Zeiten in der Kirche Sitte geworden, mich

an diesem Tag besonders zu verehren.

 

Heute wünsche ich euch bei mir, um dauernde Wache in Gebet und in Liebe bei diesem Grab zu

halten, in dem der entseelte Leib Jesu ruht.

 

In seinem Grab werden die Sünde und das Böse, die Ungläubigkeit und die Selbstsucht, die

Unreinheit und der Stolz, die Verderbtheit und der Tod für immer begraben.

 

1071

 

Und es wird der neue Mensch der Gnade und der Heiligkeit, des

Glaubens und der Hoffnung, der Reinheit und der Liebe geboren.

 

Geboren wird die Kirche; geboren wird die neue Menschheit, geformt

nach der verherrlichten Menschheit Jesu, der auferstanden und zur

Rechten des Vaters aufgefahren ist.

 

Heute fordere ich euch auf, daß

auch ihr mit Christus in das Grab hinabsteigt, um der Welt und euch

selbst zu sterben und nur für den Herrn und für seine Verherrlichung

zu leben.

 

Dieses neue Grab möge das Grab eurer Knechtschaft sein.

 

— Es möge das Grab eurer Knechtschaft sein, worin alle Ketten

zerbrochen werden, die euch unter der Herrschaft Satans gefangen

halten, und worin der neue Mensch geboren wird, der berufen ist, ein

freies Kind Gottes zu sein.

 

— Es möge das Grab eurer Knechtschaft sein,
worin diese von Gott so ferne Menschheit für immer stirbt, diese

Menschheit, die seinem Gesetz nicht gehorcht, die verdorben und

Sklavin des bösen Geistes ist und die unter der Macht der Finsternis

schmachtet. Es möge das Grab sein, worin die neue Mensch-heit

geboren wird, die von der verherrlichten Menschheit Jesu erleuchtet

und geheiligt wird.

 

— Es möge das Grab eurer Knechtschaft sein,

worin die kranke und geteilte Kirche stirbt, die — durchdrungen vom

Geist der Welt — in ihrer Treue und ihrer Heiligkeit verdunkelt und

vom Verlust des Glaubens und von der Apostasie befallen ist. Es

möge das Grab sein, worin die neue, heilige, treue, erleuch-tete, dem

Evangelium gemäße, arme und keusche Kirche geboren wird, die nur

das Licht ihres Christus auf die Welt ausstrahlt.

 

Im neuen Grab des heutigen Tages soll jede Art von Sklaverei dieser eurer Zeit für

immer begraben werden, die euch unter

 

1072

 

der Macht Satans und seiner universalen Verführung gefangen hält.

Es möge die neue Zeit eurer Erlösung anbrechen, die euch vom

auferstandenen Jesus Christus, der mitten unter euch lebt, geschenkt

wird.«

 

 

Rubbio (Vicenza), 19. April 1992

Ostersonntag

 

DER SIEG, DER DIE WELT BESIEGT

»Fürchtet euch nicht, vielgeliebte Söhne.

 

Schaut auf Jesus, der mit der Kraft

seiner Gottheit vom Tode aufersteht und mit dem Leib — strahlender

als die Sonne — siegreich aus dem Grab steigt.

 

Der auferstandene

Christus, der mitten unter euch lebt, ist in diesen letzten Zeiten die

Ursache eurer Freude, eures Vertrauens und eurer Hoffnung.

 

Satan ist besiegt, und von diesem Augenblick an ist ihm seine ganze Macht

von Christus entzogen worden, der sein Sterben auf sich genommen

hat, um selbst das Heilmittel zu werden, das euch von der Krankheit

der Sünde und des Todes befreit.

 

Euer Herz möge heute frohlocken

und von der gleichen Freude erfüllt sein, die mich erfaßt hat, als ich

sah, wie sich mein Sohn Jesus im Glanz seiner Gottheit über mich

beugte, um meinem mütterlichen Schmerz ein Ende zu bereiten.

 

Verkündet allen dieses außergewöhnliche Ereignis, damit ihr in

dieser leidvollen Zeit der Läuterung die Tugend des Glaubens und

der Hoffnung leben könnt.

 

Verkündet seinen Tod. Verbreitet die Botschaft seiner Auferstehung — gerade in der heutigen Zeit, in der sie leichthin geleugnet wird. Sogar in der Kirche sprechen viele meiner

 

1073

 

armen Söhne von der Auferstehung Jesu, als wäre sie nur ein

Glaubensakt und nicht ein wahrhaft historisches Ereignis.

 

Die Auferstehung Christi ist die geschichtlich realste, sicherste und

bewiesenste Tatsache von allen Ereignissen, die je statt-gefunden

haben.

 

Als eure Mutter ermahne ich euch, aufmerksam und wachsam

zu bleiben, weil mein Widersacher euren Geist durch Hinter-list und

gefährliche Irrtümer verführt, um zu bewirken, daß ihr euch vom

Glauben entfernt und ihn schließlich ganz verliert.

 

Ihr aber sollt allen verkünden, daß Christus der Sohn Gottes ist, der gestorben, wieder

auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist und nun zur Rechten

des Vaters sitzt.

 

Das ist der Sieg, der die Welt besiegt: euer Glaube.

 

Der auferstandene Christus bringt nun die vollkommene Erfüllung

des Willens des Vaters mit seiner zweiten Wieder-kunft in

Herrlichkeit, um sein Reich zu errichten, in welchem der Wille

Gottes von allen auf der Erde erfüllt wird.«

 

 

Bologna, 13. Mai 1992

Jahrestag der ersten Erscheinung in Fatima

 

DAS ZEICHEN MEINER GEGENWART

»Vielgeliebte Söhne, ihr erinnert euch

heute an den 75. Jahrestag meiner ersten Erscheinung, die am 13.

Mai 1917 in Fatima, in der Cova da Iria, stattgefunden hat.

 

Ich lade euch ein, diesen Tag im Gebet und in kindlicher Vertrautheit mit

mir, eurer himmlischen Mutter, zu leben.

 

Ihr seid die Frucht dieser meiner Erscheinung. I

 

hr seid die Verwirklichung dieser meiner Botschaft.

 

1074

 

— Damals habe ich vorausgesagt, daß eine Zeit kommen wird, in der

der wahre Glaube verloren gehen und sich die Apostasie überall in der

Kirche ausbreiten wird.

 

Ihr erlebt jetzt diese Zeit, die ich vorausgesagt habe.

 

Ihr seid das Zeichen meiner Gegenwart in der Zeit der Läute-

rung und der großen Bedrängnis.

 

In der Tat rufe ich euch auf, an meinem Werk der Marianischen Priesterbewegung teilzunehmen, die ich selbst über die ganze Erde verbreitet habe, um die mir geweihten

Söhne in starke Zeugen des Glaubens und mutige Apostel der

Wahrheit zu verwandeln.

 

Deshalb bilde ich euch zur größten Treue zu

Christus heran und fordere euch auf, das Evangelium wortgetreu zu

leben und zu predigen, und zwar in großer Einheit mit dem Papst, dem

Jesus die Aufgabe übertragen hat, seine Kirche im wahren Glauben zu

erhalten.

 

So werdet ihr zur tatkräftigen Hilfe, die ich gegen das große

Übel der Untreue und des Abfalls vom Glauben anbiete.

 

 — Damals habe ich vorausgesagt, daß eine Zeit des Krieges und der Verfolgung

der Kirche und des Heiligen Vaters kommen wird wegen der

Ausbreitung des theoretischen und des prak-tischen Atheismus und

des Aufstands der Menschheit gegen Gott und sein Gesetz.

 

Ihr seid das Zeichen meiner Gegenwart in dieser Zeit.

 

In der Tat bitte ich euch,

auf dem Weg zu gehen, den ich euch selbst in diesen Jahren mit den

Botschaften vorgezeichnet habe, die dem Herzen dieses meines

kleinen Sohnes zuteil ge-worden sind, damit ihr zur Verherrlichung

des himmlischen Vaters leben könnt, in vollkommener Nachfolge

meines Soh-nes Jesus und in Fügsamkeit gegenüber dem

heiligmachenden Wirken des Heiligen Geistes.

 

1075

 

So könnt ihr heute ein tapferes Zeugnis der Liebe und der Hoffnung, des

Glaubens und der Gerechtigkeit, der Demut und der Reinheit ablegen.

 

Ihr werdet zur tatkräftigen Hilfe, die ich gegen das große Übel des Materialismus

und des Hedonismus, der Selbstsucht und des Hochmuts, des Neides und der

Unreinheit anbiete.

— Damals habe ich die Strafe vorausgesagt, aber auch,

daß am Ende mein Unbeflecktes Herz seinen Triumph feiern wird.

 

Ihr seid das Zeichen meiner Gegenwart in der Zeit der schmerzlichen Prüfung, die den

Triumph meines Unbefleckten Herzens in der Welt vorbereitet.

 

In der Tat rufe ich durch meine Marianische Priesterbewegung alle meine Kinder auf,

sich meinem Herzen zu weihen und überall die Zönakel des Gebets unter den

Priestern, den Gläubigen, den Kindern, den Jugendlichen und in den Familien

zu verbreiten.

 

Auf diese Weise ist es mir möglich, eine große Macht der

Fürbitte und der Sühne zu bekommen und selbst einzuschrei-ten, um den

Wandel im Herzen meiner armen sündigen Kin-der herbeizuführen; so arbeite

ich täglich am Triumph meines Unbefleckten Herzens.

 

Je größer dieser mein mütterlicher Triumph in den Herzen und Seelen meiner Kinder in stets

wachsender Zahl wird, desto weiter entfernt sich die Strafe von euch, und

Jesus kann die Ströme seiner göttlichen Barmherzigkeit auf die Welt

herabfließen lassen.

 

Deshalb fordere ich euch heute alle auf, mir, eurer himmlischen Mutter, zu folgen, die ich vom Himmel herabsteige, um selbst in dieser Zeit zu eurer Rettung und sicheren Erlösung zu werden

 

1076

 

 

Valdragone (Republik San Marino), l. Juli 1992

Geistliche Exerzitien in Form eines Zönakels mit Bischöfen und

Priestern der MPB von Amerika und Europa

 

EURE PRIESTERLICHE LIEBE

»Wie freue ich mich, euch in diesem

dauernden Zönakel des Gebets und der Brüderlichkeit so zahlreich zu

sehen, Bischöfe und Priester meiner Bewegung, die ihr von allen

Nationen Amerikas und Europas gekommen seid.

 

Ich bin mitten unter euch.

 

Ich vereinige mich mit eurem Gebet und gebe eurem Gebet

Kraft; ich bewirke unter euch eine immer größere Brüderlichkeit. Ich

helfe euch, in der gegenseitigen Liebe zu wachsen, bis ihr ganz eins

geworden seid. Ihr sollt einander begegnen, kennenlernen, lieben und

euch gegenseitig helfen, auf dem schwierigen Weg der schmerzvollen

Zeit, in der ihr lebt, mit Mut und Vertrauen miteinander zu gehen.

 

Mein schmerzerfülltes Herz wird in diesen Tagen von euch getröstet.

 

Mein Unbeflecktes Herz wird von euch verherrlicht.

 

Ihr seid berufen, die Werkzeuge des Triumphes meines Unbefleckten Herzens in der

Welt zu sein.

 

Darum habe ich euch hier herauf gerufen.

 

Darum habe ich euch eine besondere Ausgießung des Heiligen Geistes erwirkt,

und ich habe in diesen Tagen in der Tiefe eurer Herzen und eurer

Seelen gearbeitet, um euch fähig zu machen, meinen großen Plan der

Liebe und der Barmherzig-keit zu verwirklichen.

 

Meine und eure Zeit ist gekommen.

 

Erweist euch allen gegenüber als meine kleinen Kinder, als die Priester, die mir geweiht sind, als die Apostel dieser letzten Zeiten.

 

1077

 

In der großen Finsternis, die die Menschheit bedeckt und die Kirche

durchdrungen hat, muß euer Licht immer stärker zum Leuchten

kommen.

 

Eure priesterliche Liebe möge das Zeichen meiner mütter-

lichen Gegenwart unter euch sein.

 

Eure priesterliche Liebe möge wie

ein himmlischer Tau auf diese arme, kranke und verwundete

Menschheit herabsteigen, die fern von Gott ein Opfer einer

materialistischen und atheistischen Zivilisation ist, die unter der

Sklaverei der Sünde, des Hasses und eines zügellosen Egoismus und

der Unreinheit lebt.

 

Eure priesterliche Liebe möge ein linder Balsam

auf die tiefen und blutenden Wunden dieser eurer Zeit sein.

 

Wenn ihr dieses Zönakel verlaßt, geht in alle Teile der Welt hinaus, um

meine armen Kinder, die sich verirrt haben, zu suchen, und bringt sie

alle in den sicheren Schafstall meines Unbefleckten Herzens.

 

Nehmt die Kinder an der Hand, die so vielen Gefahren aus-gesetzt sind und

Opfer der hinterhältigen Angriffe meines Widersachers sind. Gebt

den Jugendlichen Kraft und Mut, um sie den schmeichelnden

Versuchungen der Genußsucht und der Unreinheit zu entreißen. Seid

den Familien eine Stütze, damit sie in der Heiligkeit und in der Liebe

leben — immer offen für das Geschenk des Lebens — und dadurch

vor dem großen Unheil der Ehescheidung und der Abtreibung be-

wahrt sind. Bringt die so große Zahl meiner in Sünde gefalle-nen

Kinder in das Haus des himmlischen Vaters zurück. Schenkt den

Schwachen Hilfe, den Kranken Trost und den Verzweifelten

Hoffnung.

 

Eure priesterliche Liebe möge der Widerschein der Liebe

des göttlichen und barmherzigen Herzens Jesu und meines Unbe-

fleckten Herzens zu dieser so sehr erkrankten Menschheit sein.

 

1078

 

Eure priesterliche Liebe möge sich wie himmlischer Tau auf die leidende und

gespaltene Kirche herabsenken, die das Kreuz auf den Kalvarienberg ihrer

Reinigung und ihres Martyriums trägt.

 

Deshalb bitte ich euch, daß ihr selbst

in der Kirche meine mütterliche und barmherzige Gegenwart bildet.

 

Seid eine

kraftvolle Unterstützung für den Papst und helft ihm, sein heute so drückend

gewordenes Kreuz zu tragen.

 

Unterstützt eure Bischöfe durch das Gebet,

durch eure Liebe und durch euer gutes Beispiel.

 

Eure priesterliche Liebe möge vor allem gleichsam wie Tautropfen die tiefen Wunden so vieler eurer priesterlichen Mitbrüder lindern, die von der Last der großen Schwierigkeiten dieser Zeit der Reinigung und der großen Bedrängnis nieder-

gedrückt sind.

 

Verurteilt niemand. Liebt alle mit der Zärtlichkeit meines Mutterherzens.

 

Dann werdet ihr zu kostbaren Werkzeugen für den Triumph

meines Unbefleckten Herzens in der Welt.

 

Bildet so das neue Herz der neuen Kirche, die ich im himmlischen Garten meines Unbefleckten Herzens nun zu formen im Begriffe bin.

 

Wie sehr freut sich mein Herz über den Einsatz, den

ihr leistet, und über die Arbeit, die ihr verrichtet, um mein Werk der

Marianischen Priesterbewegung immer mehr in euren Ländern zu verbreiten.

 

Vervielfältigt überall mit Eifer die Zönakel des Gebetes, die ich von euch

erbeten habe: unter den Priestern, unter den Gläubigen und in den Familien.

Dann arbeitet ihr alle Tage an der Verwirklichung meines großen Planes der

Rettung und des Erbarmens mit.

 

1079

 

Geht nun, vom Heiligen Geist erneuert, von diesem Zönakel hinaus —

als mutige Apostel der zweiten Evangelisierung, zu der ich euch

aufrufe. Ich bin immer bei euch. Ich geleite euch sicher auf dem Weg,

den ihr noch gehen müßt.

 

Zusammen mit euren Lieben, mit allen, die

euch anvertraut sind, segne ich euch im Namen des Vaters und des

Sohnes und des Heiligen Geistes.«

 

 

Rubbio (Vicenza), 15. August 1992

Aufnahme Martern in den Himmel

 

DIE STRAHLEN MEINES GLANZES

»Betrachtet den himmlischen Glanz meines in die

Herrlichkeit des Paradieses aufgenommenen Leibes, meine

vielgeliebten Söhne, und geht den Weg zum sicheren Hafen eurer

nun nahen Erlösung mit mir.

 

Ihr seid meine Freude und meine Krone.

 

Ihr seid die leuchtenden Sterne, die meinen Königsmantel noch mehr

erstrahlen lassen.

 

Deshalb lade ich euch ein, diesen Tag mit mir zu

leben, gemeinsam mit den heiligen Seelen des Paradieses und den

armen Seelen, die im Fegefeuer geläutert werden.

 

Wenn sie heute im Licht des Paradieses den herrlichen und verherrlichten Leib eurer

himmlischen Mutter betrachten, jubeln und jauchzen die Engel und

alle himmlischen Heerscharen, frohlocken die Heiligen im Himmel,

geraten die Seelen im Fegefeuer in einen Zustand beglückender

Freude und die pilgernde und leidende Kirche, die in der Wüste der

Welt und der Geschichte voranschreitet, wird in ihrer Hoffnung be-

stärkt und in ihren so vielen Bedrängnissen getröstet.

 

Tragt den Balsam meines mütterlichen Trostes in alle Welt.

 

1080

 

Verbreitet mein Licht in der tiefen Finsternis, die euch umgibt.

 

Ihr seid die Strahlen meines Glanzes.

 

Ich will, daß diese Strahlen überallhin durch

euch verbreitet werden und wie himmlischer Tau auf die arme Menschheit,

die nun vom Bösen besessen ist, herabsinken, und auch auf meine Kirche,

die die Stunde ihrer schmerzhaften Passion erlebt, herabkommen. Verbreitet

die Strahlen des Glaubens in dieser Zeit des großen Abfalls.

 

Verbreitet die Strahlen der Hoffnung in einer Welt, die vom Materialismus und der

grenzenlosen Genußsucht durchdrungen ist. Verbreitet die Strahlen der

Liebe inmitten des Egoismus, des Hasses und der großen Gleichgültigkeit

gegenüber den Schwachen, Armen und Leidenden. Verbreitet die Strahlen

der Reinheit in der so sehr verbreiteten Unreinheit, die Strahlen des

Schweigens im Lärm der ohrenbetäubenden Stimmen, die Strahlen des

Gebets in der allgemeinen Leichtsinnigkeit, die Strahlen der Demut inmitten

so vielen Stolzes und die Strahlen des Gehorsams in dem so weit ver-

breiteten Aufruhr.

 

Ihr, die ihr die strahlenden Sterne auf meinem

leuchtenden, mütterlichen Mantel seid, sollt bewirken, daß die Strahlen

meiner Herrlichkeit überall hinscheinen.

 

Auf diese Weise bildet ihr die neue

Kirche und versammelt von überall her meine Kinder, die berufen sind, dem

kleinen treuen Rest anzugehören; so kürzt ihr die Zeit eurer so harten

Sklaverei ab und bereitet die Herzen und die Seelen vor, den Herrn, der

kommt, aufzunehmen.

 

An diesem Tag, an dem das Paradies sich mit der

Erde vereint, bestärke ich euch in meinem Plan und nehme euch in die Tiefe

meines Unbefleckten Herzens auf und führe euch mit Beständigkeit auf dem

Weg eurer Erlösung, damit ihr endlich den neuen Himmel und die neue Erde

erreichen könnt

 

1081

 

Mailand, 8. September 1992

Maria Geburt

 

EURE PRIESTERLICHE TREUE

»Vielgeliebte Söhne, frohlockt mit der ganzen irdischen und himmlischen Kirche bei der

Betrachtung des freudvollen Geheimnisses der Geburt eurer Mutter.

 

Schaut heute auf eure Mutter als Kindlein und bringt rund um meine

Wiege die kostbare Krone eurer priesterlichen Treue dar.

 

Seid treue Priester.

 

Bleibt eurer Berufung treu, die euch verpflichtet, Diener

Christi und seines Evangeliums zu sein.

 

So wie ich von Kindheit an dem Ruf Gottes treu gewesen bin, indem ich seinem Plan entsprochen

habe, den er von Ewigkeit her mit mir hatte, so müßt ihr eurer

priesterlichen Berufung treu sein.

 

Wenn ihr klein seid, bleibt ihr treu.

 

Wenn ihr arm seid, bleibt ihr treu.

 

Wenn ihr gefügig seid, bleibt ihr treu. Es ist Aufgabe eurer
himmlischen Mutter, euch alle auf dem Weg eurer priesterlichen Treue zu führen.

 

- Seid treu im Dienst des Wortes.

 

Wie viele Priester werden heute Opfer so vieler Irrtümer.

Diese werden unter dem Deckmantel von neuen kulturellen

Auslegungen der Wahrheit gelehrt, verbreitet und propagiert. Und so

finden sie leicht Gehör und bringen eine große Zahl meiner Kinder

dazu, sich vom wahren Glauben zu entfernen.

 

Eure Zeiten sind von der Heiligen Schrift vorausgesagt. Es treten heute viele falsche Lehrer

auf, die nur Fabeln lehren und die Gläubigen von der Wahrheit des

Evangeliums abbringen.

 

1082

 

Ihr aber sollt immer und mit Mut wortgetreu das Evangelium Jesu

verkünden.

 

So werdet ihr im wahren Glauben verharren und dem

kleinen Rest helfen, fest in der Sicherheit des Glaubens in dieser Zeit

des weltweiten Abfalls zu bleiben.

 

 — Seid treu im Dienst der Gnade.

 

Jesus hat euch mit der Ausübung seines ewigen Hohenpriestertums

innigst verbunden, um das göttliche Geschenk der Gnade in die Seelen

aller Erlösten auszugießen. Das erfüllt ihr mit der Spendung der

Sakramente, die als wirksame Mittel, die Gnade mitzuteilen, von

Christus eingesetzt sind.

 

— Seid treu im Dienst der Sakramente,

besonders des Sakramentes der Versöhnung, der Beichte, das die

Aufgabe hat, jenen die Gnade zurückzugeben, die sie wegen der

begangenen Todsünden verloren haben.

 

Heute verschwindet in der Kirche dieses so kostbare und notwendige Sakrament immer mehr.

 

Ihr Hirten der Kirche, ihr Bischöfe, die ihr von Christus zur Führung

seiner Herde eingesetzt seid, öffnet eure Augen vor diesem Übel, das

sich überall in der Kirche wie ein schreckliches Krebsgeschwür

ausbreitet.

 

Tretet mutig und eifrig dafür ein, daß das Sakrament der

Versöhnung in all seiner Fülle neu erblühen kann und so den Seelen

geholfen wird, in der Gnade zu leben, und die Kirche von den

blutenden Wunden der Sünde und der Sakrilege, die sie wie eine

Aussätzige ganz bedecken, geheilt werden kann.

 

— Seid treu im Dienst des Gebets.

 

Immerdar opfert sich Jesus und legt beim Vater Fürbitte durch euch ein.

 

Wie sehr vernachlässigen so viele meiner Priestersöhne in dieser Zeit das Gebet!

 

1083

 

Wenn ihr mit meinen Augen sehen könntet, wie tief in die Kirche diese ihre

innere Wunde eingedrungen ist, würdet auch ihr reichliche Tränen mit mir

vergießen.

 

Es wird nicht mehr gebetet.

 

Man ist ganz von der Tätigkeit in

Anspruch genommen. Man erwartet von der Aktivität und von der pastoralen

Programm-gestaltung die ganze Wirksamkeit des Apostolats.

 

Ihr vergeßt, daß ihr aus eigener Kraft nichts vermögt, und daß es allein Jesus Christus ist, der

durch euch handelt und rettet.

 

Ihr vergeßt, daß ihr unnütze, arme und sündige Knechte seid. Kehrt zum Gebet zurück.

 

Macht den eucharistischen Jesus zum

Mittelpunkt eures Gebets, zum Geheimnis eures Lebens, zur Seele eures

apostolischen Handelns.

 

Heute fordere ich euch auf, mir eure priesterliche Treue als Geschenk darzubringen, gleichsam als Krone, die ihr rund um die Wiege niederlegt, in die ich im Augenblick meiner irdischen Geburt gebettet werde.

 

Und seid immer klein, so klein wie eure Mutter heute als neugeborenes Kindlein ist.

 

Nur wenn ihr immer kleine Kinder bleibt, wird es

euch gelingen, in diesen letzten Zeiten treue Priester zu sein

 

 

Sant'Omero (Teramo), 15. September 1992

Fest der schmerzhaften Mutter

 

DIE STUNDE MEINES GROSSEN SCHMERZES

 

»Vielgeliebte Söhne, bleibt heute bei mir, eurer

schmerzhaften Mutter, die euch unter dem Kreuz, an dem mein Sohn

Jesus für eure Rettung gestorben ist, hervorgebracht hat.

 

1084

 

Ich bin die Mutter der Schmerzen.

 

Tretet heute in das tiefe Geheimnis meines Verlassenseins ein, um zu begreifen, wie sich meine geistige und allumfassende Mutterschaft vor allem in der Liebe und im

Schmerz ausdrückt.

 

In der Liebe zu euch allen, meine Kinder.

 

Im Schmerz wegen eurer Schmerzen und wegen der großen Gefahren, die

euch drohen, wie auch wegen der vielen Leiden dieser letzten Zeiten der großen Bedrängnis.

 

Deshalb kennzeichnen die Tage, die ihr jetzt durchlebt, auch die Stunde meines großen Schmerzes.

 

— Es ist die Stunde meines großen Schmerzes um die Kirche, meine vielgeliebte

Tochter.

 

Wie sehr leidet in diesen Zeiten die Kirche, während sie ihr

großes Kreuz trägt und zum blutigen Kalvarienberg ihres Leidens und

ihrer grausamen Hinopferung hinaufsteigt.

 

Heute ist die Kirche — wie noch niemals zuvor — in allem meinem Sohn Jesus ähnlich.

 

Sie ist ihm in der Einsamkeit und der Verlassenheit ähnlich; sie ist ihm in der

Verleugnung und im Verrat ähnlich; sie ist ihm in der Verhöhnung

und der Verurteilung ähnlich; sie ist ihm in der Kreuzigung und in

seinem Todeskampf ähnlich.

 

Das ist die Stunde meines großen Schmerzes um die Kirche, denn die Stunde ihrer erlösenden Passion ist gekommen.

 

— Es ist die Stunde meines großen Schmerzes um die

Menschheit, die so schwer krank und zur Sklavin der bösen Geister

geworden ist.

 

Die teuflischen Mächte beherrschen die Erde und

verbreiten überall die schlechten Früchte ihrer dunklen Herrschaft. So

ist diese Menschheit wieder heidnisch geworden, fast zwei-tausend

Jahre nach ihrer Erlösung und nach der ersten Ver-kündigung des

Evangeliums der Rettung.

 

1085

 

Die Ungläubigkeit und Verdorbenheit bedecken sie, die Sün-den

verwunden sie, das Böse vergiftet sie, der Stolz beherrscht sie, die

Unreinheit verführt sie, Selbstsucht und Haß fesseln sie. Satan

macht sie immer mehr zur Sklavin und beherrscht sie mit seiner

teuflischen Macht.

 

Das ist die Stunde meines großen Schmerzes um

diese ganze arme Menschheit, die von den bösen Geistern

beherrscht wird, weil jetzt die Stunde ihrer großen Bestrafung für sie

gekommen ist.

 

- Es ist die Stunde meines großen Schmerzes um euch, meine Kinder.

 

Wie drückend wird die Last eures Leidens in diesen Tagen!

 

Ich blicke mit weinenden Augen auf die kleinen

Kinder, die schon im frühen Alter zu Erfahrungen des Bösen und

der Sünde verführt werden; auf die Jugendlichen, die von der

Gesellschaft, in der sie leben, betrogen und verraten werden und die

- indem man ihnen falsche Werte vorspiegelt - nun zu Opfern der

Unreinheit und der Droge geworden sind; auf die getrennten und

zerstörten Familien; auf die Armen, die vor Hunger sterben; auf die

von Kriegen Verwundeten und Getöteten; auf die Kranken, welchen

man Hilfe und Beistand verweigert; auf die Verlassenen, auf die

Einsamen, auf die Verzweifelten, auf die im Todeskampf Liegenden

und auf die Sterbenden.

 

Als Mutter bin ich heute an der Seite eines

jeden einzelnen, der unter der Last seines Kreuzes stöhnt.

 

Niemals verlasse ich euch, ich bin besonders im Augenblick eurer

größten Not bei euch.

 

Das ist die Stunde meines großen Schmerzes um euch alle, meine

armen Kinder, weil nun die Zeit eures großen Leidens gekommen

ist.

 

Nehmt eure Zuflucht bei mir.

 

1086

 

Eilt in die sichere Zufluchtsstätte meines Unbefleckten Herzens, denn

gemeinsam müssen wir die Stunde der größten Prüfung durchleben,

die jetzt für euch, für die Kirche und für die ganze Menschheit

gekommen ist

 

 

Mailand, 2. Oktober 1992

Fest der Schutzengel

 

DIE VERKÜNDIGUNG DER DREI ENGEL

»Meine vielgeliebten und mir geweihten Söhne, heute stehen euch die

Engel des Lichtes meines Unbefleckten Herzens zur Seite.

 

Es ist ihr Festtag.

 

Verehrt sie, ruft sie an, folgt ihnen nach, lebt immer mit

ihnen, die euch vom himmlischen Vater als eure Beschützer und

Begleiter gegeben worden sind.

 

Heute ist ihre Zeit.

 

Dieser letzte Abschnitt der Läuterung und der großen Bedrängnis geht Hand in

Hand mit einer besonderen und deutlichen Manifestation der Engel

des Herrn. Ihr seid nun in die schmerzlichste und schwierigste Phase

des Kampfes zwischen den guten und bösen Geistern, den Engeln und

den Dämonen, eingetreten. Es ist ein schrecklicher Kampf, der sich

rund um euch und über euch abspielt. Ihr armen irdischen Geschöpfe

seid mitten in diesen Kampf verwickelt und so spürt ihr besonders

stark die Fallen, die euch von den bösen Geistern gestellt werden, um

euch auf die Straße der Sünde und des Bösen zu verführen.

 

Dies ist nun die Zeit, in der das Wirken eurer Schutzengel noch stärker und

pausenloser werden muß.

 

1087

 

Betet oft zu ihnen, hört fügsam auf sie und folgt ihnen jeder-zeit.

 

In der Kirche muß die Verehrung und der Lobpreis der Engel des Herrn

mehr verbreitet und intensiver gefeiert werden.

 

Ihnen ist in der Tat

die Aufgabe vorbehalten, euch die so sehr erwartete Verkündigung

eurer nahen Erlösung zu machen.

 

Mögt ihr die Verkündigung der drei

Engel vertrauensvoll erwarten, mit Freude aufnehmen und ihr in

Liebe folgen.

 

— Eure Erlösung bedeutet zugleich das Ende aller

Ungerechtigkeit und die völlige Befreiung der ganzen Schöpfung

aus der Knechtschaft der Sünde und des Bösen.

 

Wenn das eintritt, wird dies das größte Ereignis seit der Erschaffung der Welt sein. Es

wird ein Gericht im Kleinen (Warnung)sein, und jeder wird das eigene Leben

und all seine Werke im Lichte Gottes selbst sehen.

 

Dem ersten Engel fällt die Aufgabe zu, allen zu verkünden: 'Fürchtet Gott, und erweist

ihm die Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Betet

ihn an, der den Himmel und die Erde, das Meer und die

Wasserquellen geschaffen hat.'

 

— Eure Erlösung ist zugleich die

Niederlage Satans und jedes bösen Geistes.

 

Alle Dämonen und die Geister der Verdammten, die sich in diesen Jahren über die ganze

Welt verbreitet haben, um die Seelen in den Untergang und in die

Verdammnis zu stürzen, werden in die Hölle verbannt werden, aus

der sie gekommen sind, und sie werden keinen Schaden mehr

anrichten können.

 

Alle Macht Satans wird zunichte gemacht werden.

 

Die Verkündigung des zweiten Engels lautet: '

 

Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, die alle Völker betrunken gemacht hat mit dem

Zornwein ihrer Hurerei.'

 

1088

 

— Wenn die Stunde eurer Erlösung schlägt, werden besonders jene

belohnt werden, die während der großen Prüfung treu geblieben sind;

und diejenigen, die sich zur Sünde und zum Bösen, zum Unglauben

und zur Gottlosigkeit, zur Habsucht und zur Wollust, zur Selbstsucht

und Unreinheit verführen haben lassen, werden ihre große Bestrafung

erhalten.

 

Der dritte Engel verkündet die große Bestrafung: '

 

Wer das Tier und sein Standbild anbetet und wer das Kenn-zeichen auf seiner

Stirn oder seiner Hand annimmt, der muß den Wein des Zornes Gottes

trinken, der unverdünnt im Becher seines Zorns gemischt ist. Und er

wird mit Feuer und Schwefel gequält vor den Augen der heiligen

Engel und des Lammes. Der Rauch von ihrer Peinigung steigt auf in

alle Ewigkeit, und alle, die das Tier und sein Standbild anbeten und

die seinen Namen als Kennzeichen annehmen, werden bei Tag und

Nacht keine Ruhe haben.'

 

Die Ausdauer derer, die dem Herrn gehören,

die Gebote Gottes befolgen und Jesus treu bleiben, wird in diesem

letzten Zeit-abschnitt der großen Bedrängnis, der als ein Zeitabschnitt

des Endes der Ungerechtigkeit, der Niederlage Satans und der Bestra-

fung der Gottlosen verkündet wird, auf eine harte Probe gestellt.

Deshalb lade ich euch heute ein, besonders mit euren Schutzengeln

im Gebet verbunden zu sein, indem ihr auf ihre Stimme hon und ihre

sichere Führung auf dem Weg des Guten und der Heiligkeit fügsam

annehmt.

 

In diesen stürmischen Zeiten, da Satan mit all seiner

finsteren Macht herrscht, ist es die Aufgabe der Engel des Lichtes

meines Unbefleckten Herzens, euch auf dem Weg der Ausdauer und

der Treue zu Jesus zu führen, indem ihr die Gebote Gottes befolgt und

alle Tugenden ausübt.

 

Gemeinsam mit euren Schutzengeln segne ich

euch heute mit der Freude einer Mutter, die von euch getröstet und

immer mehr verherrlicht wird

 

1089

 

 

Blumenfeld (Deutschland), 7. Oktober 1992

Rosenkranzfest

 

DER ENGEL MIT DEM SCHLÜSSEL UND DER KETTE

»Heute befindest du dich hier im Hauptsitz meiner

Bewegung in Deutschland, um mit den Priestern und den Gläubigen,

die sich meinem Unbefleckten Herzen geweiht haben, ein Zöna-kel

zu halten.

 

Ihr verehrt mich als die 'Rosenkranzkönigin'.

 

Der Rosenkranz ist mein Gebet, und wegen dieses Gebets bin ich vom

Himmel gekommen, um es von euch zu erbitten, weil es die Waffe

ist, die ihr in dieser Zeit des großen Kampfes einsetzen müßt, und

weil es das Zeichen meines sicheren Sieges ist.

 

Mein Sieg wird errungen, wenn Satan mit seinem mächtigen Heer aller Höllengeister

in seinem Reich der Finsternis und des Todes eingeschlossen sein

wird, von wo er nicht mehr ent-kommen und Schaden in der Welt

anrichten können wird.

 

Deshalb muß ein Engel vom Himmel

herabsteigen, dem der Schlüssel zum Abgrund und eine Kette

übergeben wird, um damit den großen Drachen, die alte Schlange,

den Satan mit all seinem Anhang zu fesseln.

 

Der Engel ist ein Geist, der von Gott gesandt wird, um eine besondere Mission zu erfüllen.

 

Ich bin die Königin der Engel, weil es zu meiner eigentlichen

Aufgabe gehört, vom Herrn gesandt zu sein, die größte und

wichtigste Mission zu erfüllen — den Satan zu besiegen.

 

In der Tat bin ich schon von Anfang an im voraus als diejenige angekündigt

worden, die die Feindin der Schlange ist, die gegen sie kämpft und

die ihr schließlich den Kopf zertreten wird.

 

1090

 

'Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen

Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf, und du triffst

ihn an der Ferse.'

 

Mein Nachwuchs ist Christus.

 

In ihm, der die Erlösung vollbracht und euch von der Sklaverei Satans befreit hat, erfüllt sich

mein vollständiger Sieg.

 

Deshalb ist mir der Schlüssel anvertraut, mit

dem das Tor zum Abgrund geöffnet und verschlossen werden kann.

 

Der Schlüssel ist das Zeichen der Macht, die der Herr und Besitzer eines

Gebietes, das ihm gehört, hat.

 

In diesem Sinn ist der Besitzer des

Schlüssels zur Schöpfung nur das fleichgewordene Wort, weil durch ihn

alles geschaffen ist, und deshalb ist Jesus Christus der Herr und König

des Universums, das heißt, des Himmels und der Erde und des Abgrunds.

 

Nur mein Sohn Jesus besitzt einzig und allein den Schlüssel zum

Abgrund, weil Jesus selbst der Schlüssel Davids ist, der öffnet, so daß

niemand mehr schließen kann, der schließt, so daß niemand mehr öffnen

kann.

 

Diesen Schlüssel, der das Kennzeichen seiner göttlichen Macht ist,

legt Jesus in meine Hand, weil mir, seiner Mutter und Mittlerin zwischen

euch und meinem Sohn, die Aufgabe übertragen ist, den Satan und all

seine mächtige höllische Heerschar zu besiegen.

 

Und mit diesem Schlüssel vermag ich das Tor zum Abgrund zu öffnen und zu schließen.

 

Die Kette, mit welcher der große Drache gefesselt werden muß, ist aus

dem Gebet, das ihr zusammen mit mir verrichtet, gefertigt.

 

Dieses Gebet ist der heilige Rosenkranz.

 

1091

 

Eine Kette hat in der Tat die Aufgabe, zuerst das Tun zu unter-

binden, dann jemanden gefangenzunehmen und schließlich jegliche

Tätigkeit dessen, der mit ihr gefesselt wird, zu vereiteln.

 

— Die Kette des heiligen Rosenkranzes hat vor allem die Aufgabe, das Tun

meines Widersachers zu unterbinden.

 

Jeder Rosenkranz, den ihr mit

mir betet, bewirkt, daß das Tun des Bösen begrenzt wird, daß die

Seelen seinem schlechten Einfluß entzogen werden und daß der

Verbreitung des Guten im Leben so vieler meiner Kinder größere

Kraft gegeben wird.

 

— Die Kette des heiligen Rosenkranzes hat auch

die Wirkung, Satan gefangenzunehmen, das heißt, sein Tun zu

lahmen und die Gewalt seiner teuflischen Macht immer mehr zu ver-

ringern und zu schwächen.

 

Daher ist jeder gut gebetete Rosenkranz

ein harter Schlag gegen die Macht des Bösen, er vernichtet einen Teil

seines Reiches.

 

— Die Kette des heiligen Rosenkranzes bewirkt

schließlich das Resultat, daß Satan gänzlich unschädlich gemacht

wird. Seine große Macht wird vernichtet.

 

Alle bösen Geister werden

in den See von brennendem Schwefel geworfen, das Tor wird von

mir mit dem Schlüssel der Macht Christi verschlossen. Von dort

können sie nicht mehr entkommen, um in der Welt den Seelen

Schaden zuzufügen.

 

Begreift nun, meine vielgeliebten Söhne, warum

ich euch jetzt in diesen letzten Zeiten des Kampfes zwischen mir, der

mit der Sonne bekleideten Frau, und dem großen Drachen bitte, daß

ihr überall die Gebetszönakel vervielfältigt, indem ihr den heiligen

Rosenkranz betet, mein Wort betrachtet und euch meinem

Unbefleckten Herzen weiht.

 

Mit diesen Zönakeln gebt ihr der

himmlischen Mutter die Möglichkeit einzuschreiten, um Satan zu

fesseln, damit ich

 

1092

 

so meine Sendung erfüllen kann, ihm den Kopf zu zertreten, das heißt,

ihn für alle Zeiten zu besiegen, indem ich ihn in seinem Abgrund von

brennendem Schwefel einschließe.

 

Das demütige und schwache Band

des heiligen Rosenkranzes bildet die starke Kette, mit der ich den

finsteren Herrn der Welt, den Widersacher Gottes und seiner getreuen

Diener, zu meinem Gefangenen machen werde.

 

So wird noch einmal der

Stolz Satans durch die Macht der Kleinen, der Demütigen und der

Armen besiegt werden.

 

Während ich euch heute verkünde, daß dieser

mein großer Sieg bevorsteht, der euch eure sichere Erlösung bringen

wird, schenke ich euch den Trost meiner mütterlichen Gegenwart und

segne euch

 

 

Mailand, 13. Oktober 1992

75. Jahrestag der letzten Erscheinung in Fatima

 

ERHEBT EURE AUGEN ZUM HIMMEL

»Erhebt eure Augen zum Himmel, sagte ich

zur kleinen Lucia am Ende meiner letzten Erscheinung am 13. Oktober

1917 in Fatima, in der ärmlichen Cova da Iria. Und diese wandte sich an

eine unzählige Menschenmenge und forderte alle auf, zur Sonne zu

schauen.

 

So begann jenes außergewöhnliche Phänomen, das von allen

Anwesenden tief bewegt beobachtet und als 'Sonnenwunder' beschrieben

wurde.

 

Es war die Bestätigung, daß meine Erscheinungen wirklich

stattgefunden haben.

 

Es war das Zeichen, um allen anzuzeigen, daß eure

Mutter als die mit der Sonne bekleidete Frau vom Himmel herabgestie-

gen war.

 

1093

 

Erhebt eure Augen zum Himmel. Diese Aufforderung wieder-hole ich heute,

da ihr die Ereignisse erlebt, die ich euch in Fatima vorausgesagt habe.

 

Erhebt eure Augen von der Welt, in der ihr lebt, die so verdorben ist, die von

Egoismus und Haß, von der Sünde und der so verbreiteten Gottlosigkeit

verdorrt ist.

 

— Erhebt eure Augen von dieser Menschheit, die vom Geist des

Bösen besessen ist, die eine Zivilisation ohne Gott aufgebaut hat und die sich

niederwirft, um die Götzen des Geldes und der Genußsucht, des Stolzes und

des Hochmuts, der Gewalt und der Unreinheit anzubeten.

 

— Erhebt eure Augen von der Zeit der schmerzhaften Läuterung und der großen Bedrängnis,

die ihr jetzt durchlebt.

 

Diese eure Zeit ist schlecht, denn die Herzen der

Menschen sind schlecht geworden, verschlossen, kalt, hart und von einer

großen Trockenheit durchdrungen.

 

In dieser Zeit hat Satan sein Reich auf

eurer Welt und über diese Menschheit errichtet und regiert als sicherer

Beherrscher.

 

Mit Hilfe der finsteren Mächte des Atheismus und der Freimaurerei haben die Kräfte des Bösen ihren Sieg errungen.

 

Was müßt ihr tun, meine armen Kinder, die ihr so großen Gefahren ausgesetzt seid, aber dabei so sehr von eurer himmlischen Mutter geliebt und beschützt werdet?

 

Erhebt die Augen zum Himmel, denn eure Erlösung ist nahe.

 

Vom Himmel wird das

neue Zeitalter des Lichts und der Heiligkeit zu euch kommen.

 

Vom Himmel

wird die endgültige Niederlage Satans und all seines mächtigen bösen Heeres

zu euch kommen.

 

Vom Himmel wird Christus im Glanz seiner Herrlichkeit zu

euch kommen, und er wird auf dem weißen Pferd seiner göttlichen Macht

reiten.

 

1094

 

Heute, während ihr an den Jahrestag der Erscheinung eurer

himmlischen Mutter als 'die mit der Sonne bekleidete Frau' denkt, lade

ich euch alle ein, eure Augen zum Himmel zu erheben, weil 'am

offenen Himmel ein weißes Pferd erschien. Und der, der auf ihm saß,

heißt 'Der Treue und Wahrhaftige'; gerecht richtet er und führt er

Krieg.

 

Seine Augen waren wie Feuerflammen, und auf dem Haupt

trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein

kennt. Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein

Name heißt: 'Das Wort Gottes'.

 

Die Heere des Himmels folgten ihm

auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet.

 

Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert; mit ihm wird er die Völker

schlagen.

 

Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter, und er tritt die

Kelter des Weines, des rächenden Zornes Gottes, des Herrschers über

die ganze Schöpfung.

 

Auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte trägt

er den Namen: 'König der Könige und Herr der Herren'.'

 

Erhebt daher eure Augen zum Himmel, meine vielgeliebten und mir geweihten

Söhne, weil auf den leuchtenden Wolken mein Sohn Jesus im Glänze

seiner Herrlichkeit zu euch kommen wird, um unter euch sein Reich

der Liebe, der Heiligkeit, der Gerechtigkeit und des Friedens zu

errichten

 

 

Dongo (Como), 2. November 1992

Allerseelen

 

IN DER STUNDE EURES TODES

»Vielgeliebte Söhne, ihr versammelt euch heute im Gebet und denkt dabei an eure Brüder,

die euch im Zeichen des Glaubens

 

1095

 

vorangegangen sind und jetzt den Schlaf des Friedens schlafen.

 

Wie groß ist doch die Zahl meiner vielgeliebten und meinem Unbefleckten

Herzen geweihten Söhne, die schon in die Ruhe des Herrn

eingegangen sind!

 

Viele von ihnen nehmen teil an der Fülle der

Freude im vollkommenen Besitz Gottes und sind — gemeinsam mit

den Scharen der Engel — die Lichter, die in der ewigen Seligkeit des

Paradieses erstrahlen.

 

Viele befinden sich im Fegefeuer mit der

Sicherheit, für immer gerettet zu sein, sie sind jedoch noch im

reinigenden Leiden, da sie noch nicht voll und ganz im Besitz Gottes

sind.

 

Heute will ich euch sagen, daß diese eure Brüder euch beson-

ders nahe sind und den kostbarsten Teil meiner siegreichen Schar

bilden.

 

Meine Schar ist eine einzige Schar, wie meine Kirche eine

einzige Kirche ist, vereint in der freudigen Erfahrung der

Gemeinschaft der Heiligen.

 

Die Heiligen treten für euch ein, sie

erleuchten euren Weg, sie stehen euch mit ihrer reinsten Liebe bei, sie

verteidigen euch gegen die hinterlistigen Fallen, die euch mein

Widersacher legt, und erwarten besorgt den Augenblick der

Begegnung mit euch.

 

Die Seelen im Fegefeuer bitten für euch, sie

bieten ihre Leiden zu eurem Wohle an, und durch eure Gebete wird

ihnen geholfen, sich von den menschlichen Unvollkommenheiten zu

befreien, die sie daran hindern, in die ewige Freude des Paradieses

einzugehen.

 

Die Heiligen, die auf Erden die Weihe an mein

Unbeflecktes Herz gelebt haben, und so einen Kranz der Liebe zur

Linderung der Schmerzen eurer himmlischen Mutter hervorge-bracht

haben, bilden hier oben den schönsten Kranz meiner Herrlichkeit.

 

1096

 

Sie befinden sich neben meinem Thron und folgen eurer himmlischen

Mutter, wohin sie auch gehen mag.

 

Die Seelen im Fegefeuer, die auf

Erden meiner Schar angehört haben, sind nun besonders mit mir

vereint und fühlen in besonderer Weise meine Gegenwart, die die

Bitterkeit ihres Leidens versüßt und die Zeit ihrer Läuterung abkürzt.

 

Und ich selbst mache mich auf, um diese Seelen in meine Arme zu

nehmen und sie in das unvergleichliche Licht des Paradieses zu

bringen.

 

So bin ich während eurer schmerzhaften irdischen Pilgerfahrt

immer bei euch, meine vielgeliebten und meinem Herzen geweihten

Söhne, aber in ganz besonderer Weise bin ich es in der Stunde eures

Todes.

 

Wie oft habt ihr beim Beten des heiligen Rosenkranzes diese

Bitte an mich wiederholt: Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns

Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.

 

Dies ist eine Anrufung,

die ich mit großer Freude höre und die von mir immer erhört wird.

 

Wenn ich als Mutter jedem einzelnen meiner Kinder in der Stunde des

Todes beistehe, so stehe ich ganz besonders euch zur Seite, die ihr

durch eure Weihe stets in der sicheren Zufluchtsstätte meines

Unbefleckten Herzens gelebt habt.

 

In der Stunde eures Todes bin ich

euch im Glanz meines verherrlichten Leibes nahe. Ich nehme eure

Seelen in meine mütterlichen Arme und trage sie vor meinen Sohn

Jesus, damit er über sie das besondere Gericht hält.

 

Denkt daran, wie

freudig diese Begegnung mit Jesus für diese Seelen, die ihm von seiner

eigenen Mutter vorgestellt werden, sein muß!

 

Denn ich bedecke sie mit

meiner Schönheit, spende ihnen den Wohlgeruch meiner Heiligkeit,

den Glanz meiner Reinheit,

 

1097

 

das schneeweiße Kleid meiner Liebe. Wo ein Makel geblieben ist,

streiche ich mit meiner mütterlichen Hand darüber, um ihn zu tilgen und

euch jenen Glanz zu verleihen, der es euch gestattet, in die ewige

Seligkeit des Paradieses einzugehen.

 

Selig sind, die an der Seite eurer

himmlischen Mutter sterben. Ja, selig sind sie, denn sie sterben im

Herrn. Sie werden ausruhen von ihren Mühen und das Gute, das sie

getan haben, wird sie begleiten.

 

Meine vielgeliebten und meinem

Unbefleckten Herzen geweihten Söhne, wenn ihr die große Freude

erleben wollt, mich an eurer Seite zu sehen, um in der Stunde eures

Todes eure Seelen in meine mütterlichen Arme aufzunehmen, lade ich

euch heute ein, während eures ganzen Lebens zu einer großen

Vertrautheit mit mir zu gelangen

 

 

San Marco (Udine), 22. November 1992

Christkönigssonntag

 

SPRUCH DES HERRN

»Vielgeliebte Söhne, heute nehmt ihr an der großen Freude der himmlischen und irdischen

Kirche teil, die sich — vereint mit den Chören der Hierarchie der Engel

— in einem Akt tiefer Anbetung vor Jesus Christus, dem König des

Universums, niederwirft.

 

— Jesus Christus ist König, weil er das ewige

Wort ist, der ein-geborene Sohn des Vaters, das Abbild seines Wesens,

der Ab-glanz seiner Herrlichkeit.

 

Durch ihn ist alles geschaffen und

daher ist alles, was außer Gott existiert, seiner königlichen und

universalen Herrschaft unterworfen.

 

1098

 

'Spruch des Herrn zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten und ich lege

dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.

 

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: 'Herrsche inmitten deiner Feinde!'

 

Dein ist die Herrschaft am Tag deiner Macht, wenn du erscheinst in heiligem Schmuck.

 

Ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, wie den Tau in der Frühe.'

 

- Jesus Christus ist König auch deswegen, weil er uns erworben hat.

 

Tatsächlich nimmt im Augenblick der Menschwerdung das Wort in seiner göttlichen

Person die menschliche Natur an und in dieser hypostatischen Union wird die

Menschheit zu einer persönlichen Gemeinschaft mit der Gottheit selbst

erhoben.

 

Mit dem Werk der auf Kalvaria vollzogenen Erlösung befreit Jesus

das geschaffene Universum von der Sklaverei Satans, dem es durch die vom

ersten Menschen begangene Sünde unterworfen war, wobei Jesus selbst den

der göttlichen Gerechtigkeit gebührenden Preis am Kreuz bezahlt hat.

 

So gehört das ganze vom Bösen erlöste und zu einer vollkommenen

Gemeinschaft des Lebens mit dem himmlischen Vater zurückgeführte

Universum der königlichen Herrschaft Christi und nimmt an der eigenen

Bestimmung von Jesus als Besieger der Sünde und des Todes, als Sohn Gottes

und als Einwohner des himmlischen Jerusalem teil.

 

'Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt.

 

Wer siegt und bis zum Ende an den Werken festhält, die ich gebiete, dem werde ich Macht über die

Völker geben. Er wird über sie herrschen mit eisernem Zepter und sie

zerschlagen

 

1099

 

wie Tongeschirr. Und ich werde ihm diese Macht geben, wie auch

ich sie von meinem Vater empfangen habe. Und ich werde ihm den

Morgenstern geben.

 

Nie werde ich seinen Namen aus dem Buch des

Lebens streichen, sondern ich werde mich vor meinem Vater und vor

seinen Engeln zu ihm bekennen.

 

Wer siegt, den werde ich zu einer

Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird immer darin

bleiben. Und ich werde auf ihn den Namen meines Gottes schreiben

und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das

aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und ich werde auf

ihn auch meinen neuen Namen schreiben.'

 

—Jesus Christus ist König, denn es gehört zu seiner göttlichen Sendung, das geschaffene

Universum zur vollkommenen Verherrlichung des Vaters

zurückzubringen, indem er es im brennenden Feuer des Heiligen

Geistes reinigt, sodaß es von jedem bösen Geist, von jedem Schatten

der Sünde gänzlich befreit wird und sich so der überwältigenden

Schönheit eines neuen irdischen Paradieses öffnen kann.

 

Dann wird der Vater verherrlicht und sein Name von der ganzen Schöpfung

geheiligt werden.

 

In dieser durch eine vollkommene Gemeinschaft

des Lebens mit dem Vater erneuerten Schöpfung wird Jesus Christus

sein Reich der Herrlichkeit errichten, damit das Werk seiner gött-

lichen Erlösung seine vollkommene Verwirklichung finden kann.

 

Der Heilige Geist wird das Herz und den Geist der Menschen

öffnen, damit alle den Willen des Vaters und des Sohnes erfüllen

können, sodaß der göttliche Wille vollkommen geschehen kann —

wie im Himmel so auf Erden.

 

Um zu diesem neuen Himmel und zu dieser neuen Erde zu gelangen,
muß man durch die schmerzhafte

und blutige

 

1100

 

Prüfung der Reinigung, der großen Bedrängnis und des Strafgerichtes

hindurchgehen.

 

Meine vielgeliebten und meinem Unbefleckten Herzen

geweihten Söhne, hört auf die Worte eurer himmlischen Mutter, die

euch sanft vorbereitet und euch dazu bringt, diese Ereignisse zu

durchleben, denn es sind nun die Zeiten gekom-men, die euch vom

Propheten Sacharja vorausgesagt worden sind: '

 

Spruch des Herrn.

Ich werde den Hirten erschlagen, dann werden sich die Schafe zerstreuen.

Ich richte meine Hand gegen die Kleinen.

 

Spruch des Herrn: Im ganzen Land werden zwei Drittel vernichtet, sie werden umkommen. Nur der dritte Teil wird übrigbleiben.

 

Dieses Drittel will ich ins Feuer werfen,

um es zu läutern, wie man Silber läutert, um es zu prüfen, wie man

Gold prüft.

 

Sie werden meinen Namen anrufen und ich werde sie

erhören. Ja, ich werde sagen: Es ist mein Volk. Und das Volk wird

sagen: Jahwe ist mein Gott.'

 

Heute, da ihr das liturgische Hochfest Jesu

Christi, des Königs des Universums, begeht, bitte ich euch, ihm eure

Ehre zu erweisen durch einen heroischen Glauben, eine sichere Hoff-

nung und eine brennende Liebe — in Erwartung seiner herrlichen

Wiederkunft, die euch zu eurer nahen Erlösung bringen wird.

 

Denn, wie die Heilige Schrift bezeugt, ist 'Jesus Christus der treue Zeuge, der

Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde. Jesus

Christus liebt uns und hat uns von unseren Sünden erlöst durch sein

Blut. Er hat uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor Gott, seinem

Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.

 

1101

 

Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen,

auch alle, die ihn durchbohrt haben. Und alle Völker der Erde werden

seinetwegen jammern und klagen.

 

Ja, Amen.

 

Ich bin das Alpha und das Omega, spricht Gott, der Herr, der ist und der war und der

kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung.'

 

Mit der Freude einer Mutter, die sieht, wie ihre kleinen Kinder immer mehr auf sie

hören und ihr auf dem Weg folgen, der von mir als Prophetin dieser

letzten Zeiten, die ihr gerade durchlebt, vorausverkündet wurde,

segne ich euch mit meinem Sohn Jesus Christus, der heute im Glanz

seiner Königsherrschaft angebetet wird, im Namen des Vaters und

des Sohnes und des Heiligen Geistes.«

 

 

Sant'Omero (Teramo), 8. Dezember 1992

Hochfest der Unbefleckten Empfängnis

 

DIE HEILIGE STADT

»Heute betrachtet ihr mich voll Freude im Glanz meiner Unbefleckten

Empfängnis.

 

Meine vielgeliebten Söhne, laßt euch vom unbefleckten

Licht eurer himmlischen Mutter anziehen und folgt eilends der süßen

Wolke meines himmlischen Duftes.

 

Weil ich ohne Sünde bin, hat der

Vater den Blick seiner bevorzugenden Liebe auf mich gerichtet, hat

das Wort mich aus-erwählt, seine Mutter zu werden, und hat der

Heilige Geist mit dem Band der bräutlichen Liebe sich mit mir

verbunden.

 

So habe ich in das Herz der Heiligsten Dreieinigkeit selbst

Eingang gefunden.

 

1102

 

Weil ich ohne Sünde bin, hat mich die göttliche Dreieinigkeit zur

Heerführerin und Siegerin im schrecklichen Kampf gegen Satan und

alle bösen Geister erwählt.

 

Weil ich ohne Sünde bin, hat Jesus mich als

Mutter zutiefst mit seinem Heilsplan verbunden und hat mich zur

ersten Mit-arbeiterin in seinem Erlösungswerk gemacht, indem er mir

die ganze Menschheit, die von ihm erlöst und gerettet worden ist, als

Tochter anvertraut hat.

 

Ich bin daher die Mutter der Menschheit.

 

Es gehört zu meiner Berufung als neue Eva und zu meiner Aufgabe als

Mutter, die ganze Menschheit zur vollkommenen Gemeinschaft des

Lebens mit Gott zurückzubringen, indem ich ihr helfe, in der Gnade

und in der Heiligkeit geboren zu werden und zu wachsen.

 

Deshalb ist es vor allem meine Aufgabe, von euch, von der Kirche und von der

Menschheit den dunklen Schatten der Sünde und des Bösen zu

entfernen, um euch alle in die heilige Stadt der Reinheit und der Liebe

zu führen.

 

Das Licht dieser heiligen Stadt ist der strahlende Glanz des

Vaters selbst; die Sonne, die wärmt, ist das geopferte Lamm, aus

dessen Herzen brennende Strahlen von Feuer und Liebe

hervorbrechen; der Atem ist der Hauch des Heiligen Geistes, der das

Leben schenkt und alle Geschöpfe zu ihrem Lobgesang der

Verherrlichung und der himmlischen Harmonie bewegt.

 

Dies ist die Aufgabe, die eurer himmlischen Mutter anvertraut worden ist.

 

Die heilige Stadt muß vor allem in den Herzen und Seelen, das heißt im

Leben all meiner Kinder errichtet werden.

 

Dies geschieht, wenn ihr euch allen Verführungen
des Bösen und der Leidenschaften entzieht

und euch der Liebe zu Gott öffnet, der euch dazu führt, mit ihm in

einer ständigen Gemeinschaft des Lebens zu sein.

 

1103

 

So werdet ihr von der Knechtschaft der Sünde befreit und in jene

Erfahrung der Gnade, der Reinheit und der Freude zu-rückgebracht,

die die gewohnten Lebensbedingungen Adams waren, ehe er der

Verlockung der Schlange nachgab und seinen ersten Sündenfall

beging.

 

Dann werdet ihr aus der Quelle trinken, die im Paradies ent-

springt; ihr werdet über das Böse und den Bösen siegen; ihr werdet in

den Besitz jener Güter gelangen, die der Herr für euch bereithält, und

ihr selbst werdet Kinder des Allerhöchsten werden.

 

'Gott, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Diese Worte sind

zuverlässig und wahr. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang

und das Ende.

 

Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle

trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird

dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein

Sohn sein.'

 

Die heilige Stadt muß auch in der Kirche hell erstrahlen,

gereinigt von all ihren menschlichen Schwächen, befreit vom Makel

der Untreue und der Apostasie, geheiligt durch ihre schmerzhafte

Passion und ihre blutige Hinopferung.

 

Dann wird die Kirche wieder schön sein, ohne Flecken und ohne Falten,
ganz in der Nachahmung

eurer unbefleckten Mutter.

 

In der gereinigten und völlig erneuerten

Kirche wird allein das Licht Christi in seiner großen Macht hell

erstrahlen, und dieses Licht wird von der Kirche über die ganze Erde

verbreitet werden, und alle Völker werden zu ihr eilen, um die

Heiligste Dreieinigkeit vollkommen zu verherrlichen. '

 

Der Engel entrückte mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und

zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem

Himmel herabkam, erfüllt von

 

1104

 

der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein kostbarer Edel-stein, wie

ein kristallklarer Jaspis.

 

Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond,

die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre

Leuchte ist das Lamm.

 

Die Völker werden in diesem Licht

einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt

bringen. Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen —

Nacht wird es dort nicht mehr geben. Und man wird die Pracht und

die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen.

 

Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur

die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden

eingelassen.'

 

Die heilige Stadt wird schließlich die erlöste und

errettete Menschheit aufnehmen, nachdem sie durch die Läuterung,

durch die große Bedrängnis und das schreckliche Strafgericht völlig

von der Knechtschaft Satans, der Sünde und des Bösen befreit sein

wird.

 

In diesen letzten Zeiten wird der Kampf gegen Satan und sein

mächtiges Heer aller bösen Geister immer härter und blutiger werden,

weil ihr unter dem schweren Joch seiner universalen Herrschaft lebt.

 

Dann werdet ihr begreifen, daß es zu meiner Aufgabe als der mit der

Sonne bekleideten Frau und als Besiegerin Satans gehört, den großen

Drachen zu fesseln und in seinen brennenden See zu werfen, aus dem

er nicht mehr entkommen können wird, um in der Welt Schaden

anzurichten.

 

In der Welt wird Christus herrschen.

 

Jesus wird in Herrlichkeit wiederkommen, um die ganze Schöpfung in den vollen

Glanz seines neuen irdischen Paradieses zu führen.

 

1105

 

Die sündige Stadt wird dann verschwunden sein, und so wird sich die

ganze Schöpfung mit Freude öffnen, um die heilige Stadt

aufzunehmen, das neue Jerusalem, das aus dem Himmel als dauernde

Wohnung Gottes unter den Menschen herab-kommt.

 

'Dann sah ich

einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und

die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.

 

Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel

herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann

geschmückt hat.

 

Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen:

Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte

wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen

sein.

 

Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird

nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was

früher war, ist vergangen.'

 

Vielgeliebte Söhne, heute betrachtet ihr

mich im Glanz meiner Unbefleckten Empfängis; laßt euch anziehen

von der überwältigenden Schönheit eurer himmlischen Mutter und

folgt mir nach auf der Woge meines süßen Duftes, um mit mir der

heiligen Stadt entgegenzugehen, die am Ende der schmerzhaften

Läuterung und der großen Bedrängnis, die ihr nun in diesen letzten

Zeiten erlebt, aus dem Himmel herabkommen wird 1106

 

 

Dongo (Como), 24. Dezember 1992

Heilige Nacht

 

DER MORGENSTERN

»Vielgeliebte Söhne, dringt mit mir in das tiefe Geheimnis dieser Heiligen Nacht ein.

 

 Erlebt sie an der

Seite eurer himmlischen Mutter und meines keuschesten Bräutigams

Josef. Erlebt sie in der Stille, im Gebet, in der Demut, in der Reinheit

und in der Liebe.

 

Ich öffne euch die Pforte meines Unbefleckten

Herzens, um euch eintreten zu lassen, damit ihr es in diesen letzten

Augenblicken vor der Geburt meines himmlischen Kindes schlagen

fühlt.

 

In dieser Heiligen Nacht wird jeder Schlag meines mütterlichen

Herzens zu einem Seufzer der Erwartung, zu einem Stöhnen der

Sehnsucht, zu einem Funken der Liebe, zu einem Gebet der Ruhe, zu

einem Gespräch mit dem Vater, zu einer Entrückung des Geistes, der

mich in der höchsten Verzückung des Lebens mit dem Paradies

verbindet, das ich in dieser armseligen Grotte völlig enthalten sehe.

 

Während die Nacht alles verhüllt und sich eine tiefe Finsternis auf die

Erde gesenkt hat, wird eure himmlische Mutter von einem ganz

starken Licht durchdrungen: Mein Geist wird vom Glanz der ewigen

Weisheit erfüllt, mein Herz öffnet sich dem so lebendig strahlenden

Licht der Liebe; meine Seele wird von einem Strahl der Gnadenfülle

und der vollkommenen Heiligkeit durchdrungen; mein unberührter

jungfräulicher Leib weitet sich für das Geschenk meines göttlichen

Sohnes.

 

Aus meinen mütterlichen Armen lege ich mein himmlisches

Kind, das in dieser Nacht tiefer Finsternis geboren wurde, in die

ärmliche Krippe.

 

Aber am Himmel erstrahlen die Sterne in

leuchtendem Glanz, und die Engel verbreiten den Gesang der

himmlischen Har-

 

1107

 

monie, und die Hirten kommen zur Grotte und bringen die Gaben der

Einfältigen, der Armen und derer, die reinen Herzens sind.

 

So wird das Jesuskind getröstet mit der Liebe, die es von den Kleinen

empfängt, während die Großen sie ihm vielfach versagen.

 

Und in der tiefen Nacht, die die Welt einhüllt, steigt der Morgenstern auf, um

euch sein Licht zu schenken.

 

Dieses mein göttliches Kind ist der

Morgenstern, der das Licht des Vaters selbst ausstrahlt und sein

Leben in die Wüste der Welt und der Geschichte trägt und für die

erlöste und errettete Menschheit den Anbruch eines neuen Tages

bringt.

 

'Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die

Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber

die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen

nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht,

Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben.

 

Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir

haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen

Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.'

 

Vielgeliebte Söhne,

laßt euch in dieser Heiligen Nacht von seinem göttlichen Glanz

durchdringen und werdet selbst zu Zeugen und Aposteln seines

Lichtes.

 

Denn die Finsternis wird nun immer tiefer, je näher der

Augenblick der Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit kommt.

 

Es ist die Finsternis des Mangels an Glauben und der Apostasie, die sich auf

der ganzen Welt verbreitet hat.

 

Es ist die Finsternis des Bösen und der

Sünde, die jetzt die Herzen und die Seelen verdunkelt hat.

 

Es ist die Finsternis der Ungläubigkeit und der Gottlosigkeit, der Selbstsucht

und des Stolzes, der Hartherzigkeit und der Unreinheit.

 

1108

 

In dieser großen Nacht bereitet sich die zweite Weihnacht Jesu in

Herrlichkeit vor, um als Morgenstern die Morgendämmerung des

neuen Himmels und der neuen Erde zu erleuchten.

 

Deshalb lade ich

euch heute ein, mit mir zu kämpfen und die große Schlacht dieser

letzten Zeiten zu gewinnen, damit ihr Jesus immer die Treue bewahren

könnt.

 

'Versiegle dieses Buch mit seinen prophetischen Worten nicht!

Denn die Zeit ist nahe. Wer Unrecht tut, tue weiter Unrecht, der

Unreine bleibe unrein, der Gerechte handle weiter gerecht, und der

Heilige strebe weiter nach Heiligkeit. Siehe, ich komme bald, und mit

mir bringe ich den Lohn, und ich werde jedem geben, was seinem

Werk entspricht.

 

Wer siegt und bis zum Ende an den Werken festhält,

die ich gebiete, dem werde ich Macht über die Völker geben,. . . wie

auch ich sie von meinem Vater empfangen habe, und ich werde ihm

den Morgenstern geben.

 

Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt als

Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft. Ich bin die Wurzel und

der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern.

 

Der Geist und die Braut aber sagen: Komm! Wer hört, der rufe: Komm

 

 

Rubbio (Vicenza), 31. Dezember 1992

Letzte Nacht des Jahres

 

DAS ENDE DER ZEITEN

»Vielgeliebte Söhne, laßt euch fügsam von mir belehren. Versammelt euch in dieser

letzten Nacht des Jahres im Gebet und hört auf das Wort eurer

himmlischen Mutter, der Prophetin dieser letzten Zeiten.

 

1109

 

Verbringt diese Stunden nicht im Lärm und in der Zerstreuung,

sondern in der Stille, in der inneren Sammlung, in der Betrachtung.

 

Ich habe euch mehrmals angekündigt, daß sich das Ende der Zeiten

und das Kommen Jesu in Herrlichkeit nähert. Nun will ich euch

helfen, die in der Heiligen Schrift beschriebenen Zeichen zu

verstehen, die nun seine glorreiche Wiederkunft als nah

bevorstehend anzeigen.

 

Diese Zeichen sind klar im Evangelium, in

den Briefen des hl. Petrus und des hl. Paulus angegeben, und sie sind

daran, sich in diesen Jahren zu verwirklichen.

 

— Das erste Zeichen ist die Verbreitung der Irrtümer, die zum Verlust des Glaubens und

zum Abfall vom Glauben führen.

 

Diese Irrtümer werden von falschen Lehrern propagiert, von berühmten Theologen, die nicht

mehr die Wahrheiten des Evangeliums lehren, sondern verderbliche

Häresien, die sich auf falsche und menschliche Gedankengänge stützen.

 

Durch das Lehren der Irrtümer geht der wahre Glaube ver-

loren und der große Abfall wird überallhin verbreitet.

 

'Gebt acht, daß euch niemand irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen

auftreten und sagen: Ich bin der Messias!, und sie werden viele irreführen.

 

Viele falsche Propheten werden auftreten, und sie werden

viele irreführen' (Mt 24, 4.5.11).

 

Der Tag des Herrn wird nicht vor

dem großen Abfall von Gott kommen (vgl. 2 Thess 2,3).

 

'Es "wird bei euch falsche Lehrer geben. Sie werden verderbliche Irrlehren

verbreiten und den Herrscher, der sie frei-gekauft hat, verleugnen.

Bei ihren Ausschweifungen werden sie viele Anhänger finden, und

ihretwegen wird der Weg der Wahrheit in Verruf kommen. In ihrer

Habgier werden sie

 

1110

 

euch mit verlogenen Worten zu kaufen versuchen' (2 Petr 2, 1-3).

 

— Das zweite Zeichen ist der Ausbruch von Kriegen und Bruderzwistigkeiten, die

zur Vorherrschaft der Gewalt und des Hasses und zu einem allgemeinen

Erkalten der Liebe führen, während Naturkatastrophen, wie Epidemien,

Hungersnöte, Überschwemmungen und Erdbeben immer häufiger werden.

 

'Ihr werdet von Kriegen hören und Nachrichten über Kriege werden euch

beunruhigen. Gebt acht, laßt euch nicht er-schrecken! Das muß geschehen.

 

Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere

und an vielen Orten wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Doch das alles

ist erst der Anfang der Wehen.

 

Und weil die Mißachtung von Gottes Gesetz

überhand-nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. Wer jedoch bis zum

Ende standhaft bleibt, der wird gerettet' (Mt 24, 6—8.12—13).

 

— Das dritte Zeichen ist die blutige Verfolgung all jener, die Jesus und seinem Evangelium

die Treue halten und im wahren Glauben stark bleiben. Inzwischen wird das

Evangelium auf der ganzen Welt verkündet werden.

 

Vielgeliebte Söhne, denkt an die großen Verfolgungen, welche die Kirche erleidet, und an den

apostolischen Eifer der letzten Päpste, besonders wie eifrig mein Papst

Johannes Paul II. das Evangelium allen Nationen der Erde verkündet.

 

'Dann wird man euch in große Not bringen und euch töten, und ihr werdet von allen

Völkern um meines Namens willen gehaßt. Dann werden viele zu Fall

kommen und einander hassen und verraten. Aber dieses Evangelium vom

Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker es

hören; dann erst kommt das Ende' (Mt 24, 9—10.14).

 

1111

 

— Das vierte Zeichen ist der unheilvolle Greuel, der von jenem

vollzogen wird, der sich Christus widersetzt, das heißt vom

Antichrist. Er wird in den heiligen Tempel Gottes eintreten und sich

auf seinen Thron setzen, indem er sich selbst als Gott anbeten läßt.

 

'Es muß der Widersacher erscheinen, der sich über alles, was Gott

oder Heiligtum heißt, erhebt . . . Der Gesetzwidrige wird, wenn er

kommt, die Kraft des Satans haben. Er wird mit großer Macht

auftreten und trügerische Zeichen und Wunder tun. Er wird alle, die

verlorengehen, betrügen und zur Un-gerechtigkeit verführen' (2 Thess

2, 4.9—10).

 

'Eines Tages werdet ihr am heiligen Ort den unheilvollen

Greuel stehen sehen, der durch den Propheten Daniel vorher-gesagt

worden ist — der Leser begreife' (Mt 24, 15).

 

Vielgeliebte Söhne, um zu verstehen, worin dieser unheilvolle
Greuel besteht, lest, was vom Propheten Daniel vorausgesagt wird.

 

'Geh, Daniel! Diese Worte bleiben verschlossen und versiegelt bis zur Zeit des Endes. Viele

werden geläutert, gereinigt und geprüft. Doch die ruchlosen Sünder

sündigen weiter. Von den Sündern wird es keiner verstehen, aber die

Verständigen ver-stehen es.

 

Von der Zeit an, in der man das tägliche

Opfer abschafft, und den unheilvollen Greuel aufstellt, sind es

zwölfhundert-neunzig Tage. Wohl dem, der aushält und

dreizehnhundert-fünfunddreißig Tage erreicht!' (Dan 12, 9—12).

 

Die heilige Messe ist das tägliche Opfer, die reine Opfergabe, die dem

Herrn überall dargebracht wird, vom Aufgang bis zum Untergang der

Sonne.

 

Das Opfer der Messe erneuert und macht jenes gegenwärtig,

das von Jesus auf Kalvaria vollzogen worden ist. Indem man die

protestantische Lehre annimmt, wird man sagen, daß die

 

1112

 

Messe nicht ein Opfer ist, sondern allein ein heiliges Mahl, nämlich

das Andenken an das , was Jesus bei seinem letzten Abendmahl getan

hat. Und so wird die Zelebration der heiligen Messe unterdrückt

werden. In dieser Abschaffung des täglichen Opfers besteht der

unheilvolle Greuel, der vom Anti-christ durchgeführt wird, dessen

Dauer ungefähr dreieinhalb Jahre sein wird, nämlich die Dauer von

zwölfhundertneunzig Tagen.

— Das fünfte Zeichen wird von außergewöhnlichen Phänomenen gebildet, die sich am Firmament

des Himmels abspielen werden.

 

'Die Sonne wird sich verfinstern und

der Mond •wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom

Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert

werden' (Mt 24, 29).

 

Das Sonnenwunder, das in Fatima während

meiner letzten Erscheinung stattgefunden hat, will euch anzeigen,

daß ihr nun in die Zeiten eingetreten seid, in denen sich diese

Ereignisse verwirklichen werden, die euch auf die Wiederkunft Jesu

in Herrlichkeit vorbereiten.

 

'Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker

der Erde jammern und klagen, und sie werden den Menschensohn mit

großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels

kommen sehen' (Mt 24, 30).

 

Meine vielgeliebten und meinem

Unbefleckten Herzen geweihten Söhne, ich habe euch über diese

Zeichen belehren wollen, die euch Jesus in seinem Evangelium

angezeigt hat, um euch auf das Ende der Zeiten vorzubereiten, denn

diese sind daran, sich in euren Tagen zu verwirklichen.

 

Das Jahr, das nun zu Ende geht, und jenes, das beginnt, bilden einen Teil der Zeit

der großen Bedrängnis, während dieser sich

 

1113

 

der Abfall verbreitet, sich die Kriege vermehren, sich in so vie-len Gebieten

Naturkatastrophen ereignen, die Verfolgungen intensiver werden, allen Völkern

das Evangelium verkündet wird, außerordentliche Phänomene am Himmel

stattfinden und der Augenblick der vollen Offenbarung des Antichrists immer

näher kommt.

 

Nun lade ich euch ein, stark im Glauben zu bleiben, sicher m der

Hoffnung und brennend in der Liebe.

 

Laßt euch von mir führen und sammelt

euch alle in der sicheren Zufluchtsstätte meines Unbefleckten Herzens, die ich

euch gerade für diese letzten Zeiten vorbereitet habe.

 

Lest mit mir die Zeichen

eurer Zeit und lebt im Frieden des Herzens und im Vertrauen.

 

Ich bin immer mit euch, um euch zu verkünden, daß die Verwirklichung dieser Zeichen euch

mit Sicherheit ankündigt, daß das Ende der Zeiten mit der Wiederkunft Jesu in

Herrlichkeit nahe ist.

 

'Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!

Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wißt ihr, daß der

Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr das alles seht, daß eure

Erlösung nahe ist' (Mt 24, 32—33 und Lk 21, 28) 1114

 

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