DonGobbi Einsprechungen

 

 

 

1976

Ihr müsst klein sein

 

2. Februar 1976

Darstellung des Jesuskindes im Tempel

ZEICHEN DES WIDERSPRUCHS

 

„Habt keine Angst, geliebte Söhne, wenn ihr von so manchen nicht verstanden oder gar offen kritisiert und verfolgt erdet. Mein Herz läßt dies zu, um euch daran zu gewöhnen. nicht in den Geschöpfen, sondern allein in mir euren Halt zu suchen. Klammert euch, geliebte Söhne, nur an mein Unbeflecktes Herz!

 

Laßt euch tragen, so wie sich das Jesuskind auf meinen Armen in das Haus des Vaters tragen ließ. Es wurde im Tempel dargestellt, um dem Herrn auf meinem mütterlichen Herzen aufgeopfert zu werden.

 

In dem Augenblick, als ich es in die Arme des Hohenpriesters legte, weissagte der greise Prophet Simeon, daß die Mutter von Gott für dieses Opfer ausersehen war: ,Dieses und ist gesetzt zum Zeichen des Widerspruchs, und ein 'wert wird dir, o Mutter, die Seele durchbohren.'

ich ihr, meine kleinen Söhne, die ihr meinem Unbefleckten Herzen geweiht seid, seid berufen, heute ein solches Zechen- des Widerspruchs zu sein.

 

Euer Leben soll das gelebte Evangelium sein. Heute glaubt n immer weniger an das Evangelium meines Sohnes Jesus. Selbst in meiner Kirche gibt es Strömungen, die es nur in menschlicher und symbolischer Weise interpretieren.

Ihr aber müßt das Evangelium wortwörtlich verwirklichen. Ihr sollt deshalb arm, einfach, rein, demütig und ganz dem himmlischen Vater ergeben sein.

 

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Euer Wort soll immer entschiedener und deutlicher die Wahrheit verkünden, die euch mein Sohn Jesus geoffenbart hat.

Seht doch, wie viele von euren Mitbrüdern diese Wahrheit preisgeben und sie dem Geist der Weit anzupassen suchen. Sie lassen sich von der trügerischen Illusion leiten, so besser bei den Menschen anzukommen, mehr Gehör zu finden und leichter Gefolgschaft zu gewinnen. Keine Illusion ist gefährlicher als diese.

 

Verkündet immer wortgetreu und ungeschminkt das Evangelium, nach dem ihr lebt! Eure Rede sei: ,Ja, ja; Nein, nein“ Was darüber ist, kommt vom Bösen! Laßt euch deshalb mit Bereitwilligkeit von der Kirche führen und leiten.

Seht doch, wie der Heilige Vater entschieden diese Wahrheit verkündet, aber leider sein Wort immer mehr auf unfruchtbaren Boden fällt!

 

Mein mütterliches Herz wird neuerlich von einem Schwert durchbohrt, wenn ich sehen muß, wie der Heilige Vater, mein erster vielgeliebter Sohn, auch von seinen Mitbrüdern im Priestertum immer mehr allein gelassen wird.

 

Ihr Priester, die ihr meinem Unbefleckten Herzen geweiht seid sollt die Stimme sein, die in alle Weit das hinaus trägt, was der Stellvertreter meines Sohnes auch heute mit Bestimmtheit und Festigkeit verkündet, um meine armen, verirrten Kinder zu retten.

 

Euer Zeugnis für das Evangelium muß Licht und Beispiel für die ganze Kirche sein. Aber euer Vater im Himmel hat es gefügt, daß euer Zeugnis immer mehr das Zeichen des Kreuze

tragen soll. Ich sage es euch noch einmal, meine  lieber Söhne, daß der Weg, auf den ich euch führe, der Weg des Kreuzes ist.

 

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Habt keine Angst, wenn ihr in zunehmendem Maß nicht verstanden werdet, wenn man euch kritisiert und verfolgt! Das ist für euch notwendig, weil eure Berufung heutzutage die meines Sohnes Jesus ist: Zeichen des Widerspruchs zu sein.

 

Auf der einen Seite wird man euch immer mehr folgen, auf der anderen immer mehr abweisen und verfolgen.

Wenn man eure Person oder meine Bewegung angreift, antwortet mit Gebet, Schweigen und Verzeihen.

 

Bald werdet ihr zum offenen Kampf aufgerufen werden, wenn sie meinen Sohn, mich, die Kirche und das Evangelium angreifen werden.

Und dann werdet ihr, von mir an der Hand geführt, aus eurer Verborgenheit heraustreten müssen, um öffentlich Zeugnis zu geben. Vorerst aber lebt noch in aller Stille und vertraut eure Sorgen meinem mütterlichen Herzen an!"

 

11. Februar 1976

Fest der Erscheinung der Unbefleckten in Lourdes

DER WOHLGERUCH EURER REINHEIT

 

"Heute, meine vielgeliebten Söhne, nehme ich mit Freude den Wohlgeruch eurer Reinheit entgegen und nehme ihn in mein Unbeflecktes Herz auf, um ihn Gott als Zeichen der Sühne anzubieten.

Wie tief ist doch der Schlamm der Sünde, in dem diese arme Menschheit zu versinken droht, die ich aufgerufen habe, sich zu bekehren: ,Kommt und trinkt von meinem Wasser! Wascht euch rein an seiner Quelle!`

 

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Seht ihr nicht, wie täglich viele meiner Kinder von diesem Schmutz befleckt werden, der immer weitere Kreise zieht und ungezählte Seelen dem Tod anheimfallen läßt? Wie können sich so viele meiner Priestersöhne vor dieser Schmutzflut retten?

 

Ich bin die Unbefleckte; ich bin die Reinheit.

Meine Söhne, flüchtet euch in mein Unbeflecktes Herz!

 

Auch dann, wenn eure Umwelt immer mehr in Unreinheit versinkt, werdet ihr nur den Duft meiner Reinheit, den Wohlgeruch des Himmels spüren.

Ich bin vom Himmel gekommen, um aus euch Söhnen, die ihr meinem Unbefleckten Herzen geweiht seid, meinen Himmel hier auf Erden zu machen. Mein Licht spiegelt sich in euch wider. So werden durch euch wieder andere Menschen von meinem Glanz angezogen werden. Diese wieder werden den Duft meiner Tugend weiter verströmen.

 

Der Papst hat euch das Zeichen zur sittlichen Erneuerung gegeben.

 

Hört auf ihn - verteidigt ihn -tröstet ihn!

Die Schmach, die man in diesen Tagen seiner Person angetan hat, die Schmähungen, die sich immer mehr über ihn ergießen, betrüben mein mütterliches Herz tief.

Bis zu seinen Füßen ist diese Schmutzflut gedrungen! Aber ihr sollt um diesen engelgleichen Hirten, dem Stellvertreter' meines gütigen Sohnes, einen Schutzwall bilden.

Durch mein besonderes Eingreifen und mit eurer Hilfe werden diese satanischen Wogen von Aufruhr und Schmutz, die gegen den Papst entfesselt wurden, vor seinen Füßen zu

Stehen kommen. Vor aller Welt wird sich die Größe seine lauteren Persönlichkeit als unversehrt erweisen."

 

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7. März 1976

Erster Fastensonntag

DIE VOLLKOMMENEN TRÖSTER

,Meine Söhne, seid die vollkommenen Tröster Jesu, meines Sohnes! Mehr denn je wiederholt sich in diesen Zeiten seine göttliche Klage: ,Ich habe Tröster gesucht und keine gefunden.` Warum sucht mein Sohn Tröster seines Herzens?

 

Jesus ist Gott, aber auch Mensch. Er ist ein vollkommener Mensch. Sein Herz schlägt voll göttlicher und menschlicher Liebe. In ihm ist die ganze Fülle der Liebe. Sein Herz hat am meisten geliebt und gelitten. Sein Herz war für alle Äußerungen zartester Liebe empfänglich, wie es auch die Schmähungen und Beleidigungen sehr fühlte.

 

Nun ist dieses Herz meines Sohnes wie eingetaucht in das große Meer menschlicher Undankbarkeit.

Und dennoch, wie sehr liebt es euch weiterhin! Voll Liebe zu euch schlägt es weiter, auch wenn es nur Beleidigungen und Sünden erfährt.

 

Er hat euch das Geheimnis des Vaters enthüllt und euch zu ihm heimgeholt. Und nun empört sich fast die ganze Menschheit und will von Gott nichts mehr wissen.

Der um sich greifende Atheismus ist der Dorn, der heute ständig das Herz meines Sohnes Jesus zum Bluten bringt.

 

Euch Priestern gilt meine besondere Bevorzugung, denn ihr

seid die schmerzvollste und zugleich liebenswerteste Frucht der Vorliebe meines Sohnes.

Ihr seid durch göttlichen Ratschluß berufen, seine Diener, seine Apostel und seine Tröster zu sein.

Warum üben heute viele von euch noch immer Verrat?

 

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Warum fliehen viele von euch noch heute und lassen Jesus und die Kirche im Stich?

Warum schlafen heute noch immer viele unter euch? Oft ist es nichts anderes als Schlaf, wenn ihr euch zu sehr von eurer Geschäftigkeit beanspruchen und überrennen laßt.

 

Schlaf ist es auch, wenn ihr euch der Welt anzupassen sucht, um bei ihr Sympathie, Gehör und Verständnis zu finden. Schlaf ist es auch, wenn euch Menschliches schwerfällig macht.

Wo sind meine Söhne, die heute noch wachen Sinnes im Gebet verweilen wollen? "Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet.` Wo sind sie, die Mitleidenden in dieser neuen Stunde der Agonie der Kirche? ,Der Geist ist Willig, aber das Fleisch ist schwach.`

 

Ich rufe euch auf, meine geliebten Söhne. Ich bin daran, euch aus allen Teilen der Welt zusammenzuführen, so wie die Henne ihr Küchlein sammelt. Ich berge euch alle in meinem Unbefleckten Herzen.

Kann die Mutter gleichgültig zusehen, wie ihr Sohn von so vielen verlassen wird und so großes Leid erfährt?

 

Ihr werdet begreifen, daß es vor allem meine Aufgabe ist, ihn zu trösten.

Deswegen will ich, daß ihr alle meinem Herzen geweiht seid. Ich will euch alle zu vollkommenen Tröstern des Herzens meines Sohnes Jesus machen."

 

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25. März 1976

Hochfest der Verkündigung des Herrn

DIE WAHRE MUTTER JESU UND EURE MUTTER

"Ihr meine mir geweihten Priestersöhne, ich zeige euch den Grund, warum ihr mich braucht, um vollkommene Tröster meines Sohnes Jesus zu werden.

 

In dem Augenblick, da ich - überschattet vom Licht des Heiligen Geistes - mein Ja zum Willen des Vaters sagte, ist sein Wort, die zweite Person der Heiligsten Dreieinigkeit, in meinen reinsten Schoß herabgestiegen, in Erwartung meiner mütterlichen Mitwirkung. Von mir sollte er seine menschliche Natur empfangen, um so in der Einheit seiner göttlichen Person auch ganz Mensch werden zu können.

 

Seht, wie sich Gott vollkommen diesem seinem menschlichen Geschöpf anvertraut hat. Der Grund dafür liegt im Geheimnis der Liebe Gottes.

 

Das tiefe Bewußtsein meiner Niedrigkeit und Armseligkeit sowie meine vollkommene Bereitschaft für seinen Willen haben Gott bewogen, sich auf mich herabzuneigen.

Gott hätte andere Wege wählen können, um zu euch zu kommen: Nun, er hat den Weg über mich wählen wollen. Daher wird nun der Weg über mich für euch notwendig, um zu Gott zu kommen."

 

EURE WAHRE MUTTER

"Meine Söhne, das erste, was ich von euch verlange, ist euer bedingungsloses Ja. Das sprecht ihr durch die Weihe an mein Unbeflecktes Herz. Ferner will ich, daß ihr euch mir mit vollstem Vertrauen und mit größter Hingabe überlaßt.

 

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Euer Ja und eure volle Verfügbarkeit wird eurer Mutter die Möglichkeit zu handeln geben.

Wie ich mit ganzer Liebe dem Ewigen Wort die menschliche Natur geschenkt habe, so werde ich in euch, meine lieben Söhne, jenes Bild formen, das immer mehr dem Plan entspricht, den der Himmlische Vater mit jedem von euch hat nämlich, Priester nach dem Herzen Jesu zu sein.

 

Warum wurde ich zur Muttergottes erwählt? Um den Menschen Gott zu bringen. Warum wurde ich eure Mutter? Weil mir aufgetragen ist, die Menschen zu Gott zu führen, die von meinem Sohn erlöst und mir von ihm anvertraut worden sind.

 

Deshalb bin ich die wahre Mutter Jesu, aber auch eure wahre Mutter.

 

Am heutigen Tag, an dem das ganze Paradies voll Freude und Jubel das Geheimnis der Menschwerdung des Ewigen Wortes betrachtet, sollt auch ihr euch freuen und auf das Geheimnis der Liebe eurer Mutter schauen.

 

Nicht allen ist es gegeben, dieses Liebesgeheimnis zu erfassen, sondern nur denen, die reinen Herzens sind, den Einfachen, Demütigen und Armen. (. . .)."

 

3. April 1976

Erster Monatssamstag

EUER LICHT WIRD LEUCHTEN

"Meine geliebten Söhne, mit Freude nehme ich heute die Huldigung entgegen, die ihr meinem Unbefleckten Herzen erweist.

 

Euer Herz soll sich niemals ängstigen!

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Finsternis breitet sich immer mehr über der Welt aus. Sie ist eingehüllt in den eisigen Frost der Gottesleugnung, des Hasses, des Egoismus, der Auflehnung gegen Gott und der Lasterhaftigkeit.

 

Der Becher der Bosheit ist fast voll und die Gerechtigkeit Gottes verlangt Sühne.

Ich brauche euch, meine geliebten Söhne, um aus euch Gott wohlgefällige Opfergaben zu machen und sie seiner Gerechtigkeit darzubringen.

 

Deswegen seid ihr berufen, immer mehr zu leiden. Die Stunden eurer Agonie und Passion nahen heran.

Meine Söhne, seht ihr, was heute auch in der Kirche vor sich geht? Irrtümer breiten sich immer mehr aus und erfassen auch die Guten. Untreue greift unter den Dienern Gottes und den ihm geweihten Seelen immer mehr um sich: Selbst in der Hierarchie zerreißt das Band der Einheit und Liebe.

 

Vor allem aber wird der Stellvertreter meines Sohnes Jesus immer mehr allein gelassen. Man verleumdet ihn, sogar in vulgärer und blasphemischer Weise. Man kritisiert ihn und tritt gegen ihn auf. Meine Söhne lassen ihn immer mehr allein.

 

Ihr müßt sein Los mit ihm teilen. Jetzt ist für ihn und für euch die Stunde von Getsemani.

Steht sie mit mir durch, in meinem Unbefleckten Herzen! Ihr seid der von mir gewundene Kranz der Liebe, den ich zum Trost um das Herz meines Sohnes Jesus lege und auch um das Herz seines Stellvertreters hier auf Erden.

 

Darum verlange ich von euch nochmals Gebet, Leiden und Schweigen.

 

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Euer Licht aber wird immer mehr leuchten, je mehr die Finsternis alles umhüllen wird.

Euer Licht wird das Licht meiner Anwesenheit sein in dieser überaus schweren Heimsuchung. (...)"

 

13. April 1976

Dienstag in der Karwoche

SCHAUT AUF MEINEN GEKREUZIGTEN SOHN!

 

"Meine lieben Söhne, schaut auf meinen gekreuzigten Sohn.

Schaut auf sein mit Blut bespritztes Antlitz, auf sein mit Dornen gekröntes Haupt, auf seine von Nägeln durchbohrten Hände und Füße! Schaut auf seinen Leib, den die Geißelschläge zu einer einzigen Wunde gemacht haben, und auf sein von einer Lanze durchbohrtes Herz!

 

Meine lieben Söhne, schaut auf meinen Sohn, wie er am, Kreuze hängt - und ihr werdet treue Priester sein.

Wie viele von euch haben sein Wort nur oberflächlich betrachtet und studiert, haben es mit rein menschlicher Intelligenz begreifen und ergründen wollen und sind so, ohne es zu merken, den schlimmsten Irrtümern verfallen.

 

Das Wort meines Sohnes darf nicht allein mit dem menschlichen Verstand gelesen werden. Er hat seinem Vater Dank gesagt, daß er die Geheimnisse seines Reiches den Weisen und Klugen dieser Welt verborgen, den Kleinen aber geoffenbart' hat.

 

Sein Wort muß vor allem mit innerer Demut und ganzer Bereitwilligkeit der Seele gelesen und verstanden werden.

 

Deshalb hat mein Sohn dessen authentische Auslegung allein dem Lehramt der Kirche anvertraut. Er hat es getan, um

 

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euch an diese so schwierige und doch so notwendige Haltung der Demut und der inneren Belehrbarkeit zu gewöhnen.

 

Wenn ihr mit dem Lehramt der Kirche übereinstimmt, wenn ihr demütig und aufmerksam auf ihre Weisungen achtet, werdet ihr immer das Wort meines Sohnes Jesus unverfälscht bewahren.

Heute breitet sich der Irrtum immer mehr in der Kirche aus, und es hat bereits den Anschein, als ob es keinen geeigneten Damm mehr gäbe, ihn aufzuhalten. Der Irrtum wird vor allem von einer großen Zahl von Theologen verbreitet, wie auch von vielen meiner armen Priestersöhne.

 

Wie könnt ihr heute in der Kirche die Sicherheit haben, nicht dem Irrtum zu verfallen?

Schaut auf meinen gekreuzigten Sohn, und ihr werdet treu bleiben.

 

Schaut auf meinen Sohn, der - obwohl Gott - bis zum Tod am Kreuz gehorsam war.

Schaut auf seine Dornenkrone und auf sein Blut! Schaut auf seine Wunden! Sie sind die Blüten, die aus seinem Leidensgehorsam entsprossen sind.

 

Meine lieben Söhne, jetzt, da die Finsternis alles umhüllt, seid ihr berufen, Licht zu sein durch das Zeugnis eures vollkommenen Gehorsams gegenüber der Kirche, dem Papst und den mit ihm verbundenen Bischöfen.

 

Je vollkommener ihr der Kirche Gehorsam erweisen werdet, um so mehr werdet ihr kritisiert, verspottet und verfolgt werden.

Euer Zeugnis muß notwendig immer mehr von Kreuz und Leiden gezeichnet sein. Nur auf diese Weise könnt ihr so vielen meiner armen Kinder helfen, daß sie auch heutzutage an der Wahrheit festhalten und treu bleiben."

 

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16. April 1976

Karfreitag

SEHT, OB ES EINEN GRÖSSEREN SCHMERZ GIBT

"Meine lieben Söhne, seht meinen Schmerz! Seht, ob es einen größeren gibt als den meinen!

 

Mein Sohn Jesus, von allen verlassen, gegeißelt und mit Dornen gekrönt, das schwere Kreuz auf seinen armen Schultern, geht mühselig den Weg nach Kalvaria.

Er kann kaum mehr gehen. Er wankt hin und her. Aber keine Geste von Mitleid, nur Haß, Feindseligkeit und Gleichgültigkeit umgeben ihn.

 

Da schenkt ihm der Vater den stärkenden Trost seiner Mutter. Meine lieben Söhne, denkt an den Trost und den Schmerz dieser Begegnung.

Der Blick meines Sohnes ließ in diesem Moment in meinem Herzen eine Wunde aufbrechen, die sich niemals mehr geschlossen hat.

 

Betrachtet den Schmerz eurer Mutter, während sie ihren Sohn am Kreuz hängen, mit dem Tod ringen und sterben sieht!

Ein Schmerz um ihn, der starb, aber auch ein Schmerz um euch.

Mein Sohn leidet weiter in seinem mystischen Leib, der die Kirche ist.

 

Heute denke ich an das Verbrechen des Judas, der meine Sohn verraten hat. Ich fühle den gleichen Schmerz beim Verrat, den Tag für Tag so viele meiner Priestersöhne begehen.

Ihr Priester, meine geliebten Söhne, warum begeht ihr noch,

 

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immer Verrat? Warum verharrt ihr darin? Warum bereut ihr ihn nicht? Warum kehrt ihr nicht zurück?

Ich denke an Petrus, der aus Menschenfurcht dreimal meinen Sohn verleugnet . . .

Viele von euch fürchten nicht anzukommen, nicht geschätzt und geachtet zu werden, und so verleugnen sie die Wahrheiten des Evangeliums meines Sohnes: ,Ich kenne diesen Menschen nicht!`

 

Ich denke an die Apostel wie sie fliehen und Jesus allein lassen an diesem langen Karfreitag . . .

 

Wie viele von euch fliehen und verlassen meine Kirche! Sie tun es, um der Welt nachzufolgen.

 

Viele andere bleiben zwar in der Kirche, verlassen sie aber ihrer Gesinnung und dem

Herzen nach, um bei der Welt Liebkind zu sein.

Die Kirche wird von vielen unter euch nicht geliebt. Der Stellvertreter meines Sohnes ist einsam. Seine Verlassenheit wird immer größer.

 

Die Bischöfe, die zum Papst halten, fühlen in der Seele den Dorn dieser Verlassenheit. Sie werden von ihren Priestern immer mehr kritisiert, angegriffen und verlassen.

 

Es bleibt noch Johannes. Er bleibt bei der Mutter.

Ihr Priester meiner Bewegung, steht wenigstens ihr treu zur Kirche und zu mir, eurer Mutter!

Schaut auf meinen Schmerz! Leidet mit mir! In dieser Kalvarienbergstunde der Kirche werdet ihr das Zeichen meiner Gegenwart sein. (. . .)."

 

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3. Mai 1976

IHR WERDET FÄHIG SEIN, WAHRHAFT ZU LIEBEN

"Meine lieben Söhne, euer Herz soll wegen der immer zahlreicher werdenden Angriffe gegen meine Bewegung nicht verzagen.

 

Sie ist allein mein Werk und entspricht einem besonderen Plan meines Unbefleckten Herzens.

Schwierigkeiten, Mangel an Verständnis und Leiden sind von mir zugelassen, damit mein Werk immer mehr geläutert wird.

Ich will, daß es von jedem menschlichen Element gereinigt werde, damit es nur das Licht meiner Reinheit widerstrahlen könne.

 

In dieses mein reinstes Licht will ich alle meine geliebten Söhne eintauchen, euch Priester, die ihr meinem Unbefleckten Herzen geweiht seid.

 

Deshalb verlange ich eure vollkommene Loslösung von allem, damit ich euch die wahre Reinheit des Herzens geben kann. Jede menschliche Anhänglichkeit an euch selbst, an die Geschöpfe und an die Welt trübt eure innere Reinheit.

 

Gewiß kann ich nicht von euch verlangen, nicht in der Welt zu bleiben und nicht in der Welt zu leben. Nach dem Willen meines Sohnes müßt ihr in der Welt leben, dürft jedoch nicht von der Welt sein.

 

Ihr müßt in der Welt leben und doch allein nur meinem Sohn Jesus angehören.

 

Und ihr sollt nur meinem Sohn gehören, um die ganze Welt zu ihm hinzuführen und so Seelen zu retten.

 

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Das ist die Liebe, die ihr zur Welt haben sollt, die einzige, die von meinem Sohn gewollt ist und die euch die Kirche noch heute gebietet.

Viele meiner Söhne sind heute von zahlreichen Irrtümern befangen. Sie entfernen sich von meinem Sohn und von mir. Schuld ist die falsche Auffassung von eurer Beziehung zur Welt.

 

Wie viele meiner armen Priestersöhne sind soweit gekommen, daß sie nur der Welt allein angehören! So sind sie ihre Gefangenen geworden.

 

Mein Sohn Jesus hat die Welt besonders dadurch gerettet, als er - um dem Willen des Vaters treu zu sein - sich von allen losgelöst hat: Er wurde am Kreuze hängend von der Erde erhöht.

Ihr werdet sehr viele Seelen zu meinem Sohn zurückführen, wenn auch ihr - so wie er - von der Erde erhöht sein werdet. Deshalb sollt ihr euch daran gewöhnen, schon jetzt geistig erhöht zu sein, indem ihr euch innerlich von allen loslöst.

 

So werdet ihr die wahre Reinheit des Herzens besitzen. Ihr werdet fähig sein, wahrhaft zu lieben. Und dies bis zur äußersten Prüfung.

 

Eure Mutter wird euch führen. Sie weiß, wo und wie sie es tun muß, damit sich über jedem von euch der Ratschluß des Vaters erfülle."

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13. Mai 1976

Jahrestag der ersten Erscheinung in Fatima

JEDER SOLL SICH MEINEM UNBEFLECKTEN HERZEN WEIHEN

 

"Meine lieben Söhne, heute gedenkt ihr meiner Erscheinung auf Erden in der armseligen Cova da Iria in Fatima. Ich bin vom Himmel gekommen, um von euch die Weihe an mein Unbeflecktes Herz zu erbitten.

 

Was ich damals verlangt habe, geht nun durch euch, die ihr meiner Bewegung angehört, in Erfüllung. Ihr weiht euch meinem Unbefleckten Herzen und führt auch die euch anvertrauten Menschen zu dieser von mir gewollten Weihe.

Seit jenem Tag ist viel Zeit vergangen. Es sind bereits 59 Jahre.

 

Es hat einen Zweiten Weltkrieg gegeben, der von mir vorausgesagt worden war - als eine von Gott zugelassene Geißel für eine Menschheit, die sich leider nicht gebessert hat.

Und nun ist die Zeit gekommen, da sich der rote Drache, der gottlose Marxismus, auf der ganzen Welt breitgemacht hat. Er richtet immer größere Verheerungen unter den Menschen an.

 

Es gelingt ihm in der Tat, ein Drittel der Sterne des Himmels zu verführen und herab zu stürzen.

Diese Sterne am Firmament der Kirche sind die Hirten, seid ihr, meine armen Priestersöhne.

Hat es denn nicht auch der Stellvertreter meines Sohnes bestätigt, daß heute seine besten Freunde, seine Tischgefährten, die Priester und Ordensleute, Verrat üben und sich gegen die Kirche stellen?

 

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Jetzt ist also die Stunde gekommen, in der ihr den starken Rettungsanker ergreifen müßt, den der himmlische Vater euch gibt. Nur so werdet ihr den Verführungskünsten des Bösen widerstehen und euch der wirklichen Apostasie (Abfall vom Glauben) entgegenstellen können, die unter meinen armen Söhnen immer mehr um sich greift.

 

Weiht euch meinem Unbefleckten Herzen!

Wer sich mir weiht, dem verspreche ich neuerlich die Bewahrung vor dem Irrtum in dieser Welt und das Heil in der Ewigkeit.

 

Dies wird euch durch mein besonderes mütterliches Eingreifen zuteil werden, und ich werde dadurch verhindern, daß ihr den Verführungskünsten Satans verfallen könnt. Ich selbst werde euch beschützen und verteidigen, stärken und ermutigen.

 

Jetzt ist die Stunde, da mein Aufruf von jedem Priester, der treu bleiben will, befolgt werden muß.

Alle sollen sich meinem Unbefleckten Herzen weihen: Durch euch, die Priester, werden dann sehr viele meiner Kinder diese Weihe vollziehen.

Das ist der Impfstoff, den ich euch als gute Mutter gebe, um euch vor der Epidemie des Atheismus zu bewahren, der schon so viele meiner Kinder befallen hat und sie wahrlich eines geistigen Todes sterben läßt.

 

Das ist die von mir vorausgesagte Zeit: Das ist die Stunde der Läuterung. (. . .)."

 

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28. Mai 1976

FOLGT MIR AUF DEM WEG MEINES SOHNES

 

"Geliebte Söhne, hört auf die Stimme eurer Mutter. Sie ruft euch voll Liebe, ihr zu folgen.

Folgt mir auf dem Weg des Gebetes.

So viele meiner Kinder sind in der heutigen so entscheidenden Zeit in Gefahr, ewig zugrunde zu gehen, weil niemand für sie betet und opfert.

 

Betet ihr für sie! Helft mir, diese eure Brüder zu retten!

Jetzt ist die Stunde, in der es dem Irrtum gelingt, sich überall einzuschleichen und vor allem so viele meiner Priestersöhne in seinen Bann zu ziehen.

 

Wundert euch nicht, wenn ihr sogar jene umfallen seht, die bis gestern noch die Treuesten und die Sichersten zu sein schienen.

Ja, ihr werdet auch solche zu Fall kommen sehen, die anderen Lehrer waren.

 

Wundert euch nicht, wenn in diesem Kampf jene umkommen werden, denen die Einsicht und der Wille fehlten, jene Waffe zu gebrauchen, die ich selbst euch gegeben habe: das schlichte und demütige Gebet, mein Gebet - den heiligen Rosenkranz.

 

Es ist ein einfaches und bescheidenes Gebet und deswegen am allerwirksamsten, Satan, der euch heute ganz besonders durch Stolz und Hochmut verführt, zu überwinden.

 

Es ist mein Gebet, weil es mit mir und durch mich entstanden ist. Die Kirche hat den Rosenkranz immer empfohlen.

 

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Und auch der Stellvertreter Jesu, mein erster vielgeliebter Sohn, hat es in einer Weise getan, die mein mütterliches Herz aufs tiefste gerührt hat.

Folgt mir nach auf dem Weg des Leidens.

Nun ist die Zeit eurer Hinopferung gekommen. Ihr seid berufen, immer mehr zu erdulden und zu leiden.

 

Übergebt mir all euren Schmerz. Heute ist es das Unverstandensein, heute sind es Angriffe und Verleumdungen von Seiten eurer Brüder. Morgen werden es Verfolgungen, Gefängnis und Verurteilung sein seitens der Atheisten und der Feinde Gottes, die in euch das Hindernis sehen, das beseitigt werden muß.

 

Geht euren Weg mit mir! Folgt mir auf dem Weg meines Sohnes Jesus. Es ist der Weg nach Kalvaria, der Weg des Kreuzes.

Mehr denn je müßt ihr heute bis zum letzten eure christliche Berufung leben: ,Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.`

 

Folgt mir, meine geliebten Söhne! Heute ist es notwendig, daß ihr eurer Mutter folgt, wenn ihr ohne Furcht den Weg meines Salmes Jesus gehen wollt."

 

 

19. Juni 1976

SPRECHT MIT MIR EUER JA

"Noch mehr verlange ich von euch, meine vielgeliebten Söhne: nämlich euer Leben. Die Zeiten sind angebrochen, in denen ich als Geschenk von einigen von euch, meine Söhne, sogar eure Existenz fordern muß.

 

Es kommt die Stunde des Martyriums, und die Mutter führt euch liebevoll bis zu diesem Punkt eurer Hinopferung.

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Orientiert euch nicht mehr nach dieser Welt: Orientiert euch nur noch nach mir - schaut auf das Antlitz eurer himmlischen Mutter!

 

Von mir geht ja der Glanz des Lichtes vom Paradies aus, das auf euch wartet. In der Stunde der Prüfung werdet ihr gestärkt und ermutigt.

Schaut nicht auf die durch den Teufel verführten und verderbten Kreaturen, die sich mit gewalttätigem Haß auf euch stürzen werden.

 

Und doch, meine vielgeliebten Söhne, ihr habt immer geliebt, allen habt ihr Gutes erwiesen, immer habt ihr allen zu helfen versucht.

Und nun breitet sich das Eis des Hasses und der Undankbarkeit um euch aus.

 

Habt dennoch keine Angst in dieser Stunde des Satans und der Mächte der Finsternis!

 

Habt keine Furcht! Flüchtet euch nur in mein Unbeflecktes Herz!

Hier, an diesem Mutterherzen, werdet ihr erwärmt und getröstet! Hier ist die Quelle eurer Freude und das Geheimnis eures Vertrauens.

 

In diesem Herzen seid ihr wie kleine Kinder geborgen, die ich zu echter Sanftmut umforme, damit ihr die Einladung meines Sohnes, der euch seinem Opfer zugesellen will, mit einem klaren Ja beantworten könnt.

 

Sprecht mit mir, meine vielgeliebten Söhne, dieses euer ,Ja` zu dem, was der himmlische Vater will. Bald schon werdet ihr die Morgenröte einer neuen, durch eure sühnende Hingabe reingewaschenen Welt sehen!"

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Lourdes, 3. Juli 1976

Erster Monatssamstag

EUER NOTWENDIGES ZEUGNIS

 

"Gebt euch, meine vielgeliebten Söhne, immer noch bereiter in meine Hände!

Euer Leben wird ganz und gar das meine, wenn ihr euch in jedem Augenblick mit eurer inneren Bereitschaft mir zur Verfügung stellt!

Wie viele Priester gibt es heute, die nicht mehr gehorchen, die rebellieren und keine Disziplin mehr kennen.

 

Eure innere Bereitschaft, über euch verfügen zu lassen, wird euch zu vollkommener Disziplin gemäß den Weisungen und Richtlinien der Kirche führen.

Heute hast du gelitten beim Anblick der Profanierungen an diesem mir geweihten Ort! Ja, zahlreich sind die Schmerzen, die diesem meinem Mutterherzen zugefügt werden von Kindern, die so unziemend gekleidet zu mir kommen und es dabei sogar wagen, so ganz knapp an mein verehrtes Bild heranzutreten . . .

 

Nimm teil an meinem Schmerz und sühne für diese wirklichen Profanierungen, die täglich an diesem mir geweihten Ort begangen werden."

DIE PRIESTERKLEIDUNG

"Leider sind dabei die ersten und meist verantwortlichen Personen die Priester. Du siehst, wie sie sich selbst in aller möglichen Art und Weise kleiden, bisweilen in so ausgefallener Weise, daß sie dabei zum Ärgernis für die Gläubigen werden.

 

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Dabei verpflichtet doch die geltende Vorschrift der Kirche diese meine Söhne zum Tragen der Priesterkleidung. Aber wer beachtet denn noch diese Vorschrift? Nur wenige sind es, und diese werden meistens für rückständig und überholt gehalten.

 

Das mit der Kleidung ist nur ein kleines, aber sehr bezeichnendes Beispiel für die traurige Wirklichkeit: Heute breitet sich unter den Priestern, die trotz allem immer die mit meiner besonderen Mutterliebe umgebenen Söhne sind, Disziplinlosigkeit, Ungehorsam und Unduldsamkeit gegenüber jeder Norm aus!

 

Seid wenigstens ihr Priester, die ihr euch meinem Unbefleckten Herzen geweiht habt, vorbildlich durch eure innere Bereitwilligkeit und durch euren Gehorsam gegenüber der kirchlichen Disziplin!

 

Das ist heute ein ganz besonders dringend notwendiges Zeugnis, das ihr geben müßt!

Nur so könnt ihr um euch herum beispielgebend sein und den Wohlgeruch meines Sohnes Jesus verbreiten. Ihr werdet für die Rückkehr so vieler Priester auserwählt sein, dieses gute Beispiel geben zu müssen: Das gehört zu den wichtigsten Aufgaben eures Priesterdienstes."

 

 

16. Juli 1976

Fest Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel

IM GEISTE KINDLICHER SELBSTAUFGABE

"Sohn meiner mütterlichen Vorliebe, laß dich nicht durch die Dinge und Wechselfälle des menschlichen Lebens zerstreuen: Bleib immer in meinem Herzen im Gebet!

 

Alles disponiere und füge ich für dich als deine wahre Mutter: die Personen, denen du begegnen Mußt, die Umstände,

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in die du hineingerätst und das, was du zu machen hast. Gewöhne dich darum daran, den gegenwärtigen Augenblick, den dir der himmlische Vater schenkt und den deine himmlische Mutter für dich zubereitet, vertrauensvoll zu leben!

 

Ihr Söhne, die ihr meinem Unbefleckten Herzen geweiht seid, ihr alle müßt im Geist kindlicher Selbstaufgabe leben, im Geist dieses ganz vollkommenen Vertrauens in die Tätigkeit eurer Mutter!

 

Ein Priester, der sich meinem Unbefleckten Herzen weiht, zieht meine Vorliebe auf sich herab, die immer stärker und spürbarer wird und von der Seele mit immer größerer Klarheit erfahren werden wird.

Ich selber bin es ja, die mit euch meine mütterliche Aufgabe ganz und gar erfüllen kann. Mit euch kann ich so handeln, weil ihr euch auf Grund eurer Weihe an mein Unbeflecktes Herz wahrlich wie Kinder ganz in meine Arme gebt.

 

So spreche ich zu euch, und ihr könnt meine Stimme hören. Ich führe euch, und ihr laßt euch bereitwillig von mir leiten. Ich umkleide euch mit meinen eigenen Tugenden, ich ernähre euch mit meiner Speise, und ihr laßt euch immer mehr in eurem Inneren anziehen vom Wohlgeruch dieser meiner mütterlichen Tätigkeit, durch die ihr klein und arm, demütig und einfältig und vor allem auch rein werdet!

 

Vor allem ziehe ich euch zur göttlichen Person meines Sohnes Jesus in Liebe hin, der - wie im Himmel - so auch im Sakrament der heiligsten Eucharistie gegenwärtig ist! Ihr lernt von mir den Geschmack am Gebet, am Gebet der Anbetung, der Danksagung und der sühnenden Abbitte!"

 

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DAS EIS DER VERLASSENHEIT

"Je mehr meinen im Sakrament der heiligsten Eucharistie unter euch gegenwärtigen Sohn Jesus das Eis der Verlassenheit und des Schweigens umgibt, desto mehr sammle ich selbst die Stimmen meiner vielgeliebten Söhne, damit sich auch hier auf Erden - mit meiner Stimme vereint - eine

Harmonie der Liebe bildet, die ich dem Herzen meines Sohnes zu seinem Trost als Geschenk darbieten kann.

 

Das ist das Heer, das ich mir zu schaffen im Begriffe bin. Das ist die Schar meiner Priester, die ich nun von überallher in  der Welt zusammenführe. Eine verborgene Schar kleiner Söhne, die meinem Unbefleckten Herzen geweiht sind und die ich immer mehr mir selber ähnlich mache, damit sie Je-sus dem himmlischen Vater als Zeichen der Wiedergutmachung und Sühne darbringen kann.

 

Dazu wiederhole ich euch das schon Gesagte: Schaut nicht auf all das Böse, das sich immer mehr überall- in der Weit aus breitet! Schaut auch nicht auf das viele Übel, das dem Teufel auch sogar in der Kirche auszubreiten gelingt!

 

Schaut nur auf mich und auf das Gute, das - stark und mächtig, wenn auch in der Stille - eure Mutter zu wirken beginnt, indem sie eine immer größere Zahl- ihrer vielgeliebten Priestersöhne an ihr Unbeflecktes Herz zieht. (. . .)."

 

 

26. Juli 1976

Fest der hl. Joachim und Anna

MEINE ZEIT

"Vielgeliebte Söhne, meine Zeit wird nicht nach Tagen gemessen. Meine Zeit wird nur nach dem Schlag meines Mut

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terherzens gezählt. Jeder Schlag dieses meines Herzens zeigt einen neuen Tag der Rettung und der Barmherzigkeit für euch, meine armen Söhne, an.

Darum lade ich euch ein, nur im Vertrauen zu !!eben.

Eure Zeit muß einzig und allein vom Vertrauen in die barmherzige Liebe des himmlischen Vaters und in die Tätigkeit eurer himmlischen Mutter bemessen werden.

 

Von diesem Vertrauen erfüllt lebten meine Eltern Anna und Joachim, an die heute die Kirche denkt und euch als Vorbild vor Augen stellt.

 

Von diesem Vertrauen erfüllt lebten alle Heiligen, alle Gottesfreunde. Dieses Vertrauens bediente sich allzeit der Allmächtige; um in jeder Epoche seine Pläne zu verwirklichen.

Oft hat er sie auch entgegen der Erwartung aller und zu einem Zeitpunkt, da niemand daran glaubte, verwirklicht. So war es doch auch in jenem großen Plan, den. Gott durch diese zwei demütigen und armen Geschöpfe (Joachim und Anna) verwirklicht hat, die er dazu berief, die Geburt eurer himmlischen Mutter vorzubereiten.

 

Und eure Mutter war dazu berufen, gegen den äußeren Schein der Dinge zu hoffen und sich ganz und allein dem vollständigen Vertrauen in das Wort Gottes zu überantworten. So ist sie die Mutter des Ewigen Wortes geworden und hat euch ihren Sohn Jesus geschenkt.

 

Jetzt habe ich euch den Triumph meines Unbefleckten Herzens angekündigt und die notwendige schmerzliche Läuterung und Reinigung, die ihm vorausgehen muß.

Ich habe euch auch gesagt, daß jetzt die Zeit der Läuterung und Reinigung ist, daß jetzt aber auch die Jahre meines Triumphes sind. Aber sucht nicht nach dem genauen Zeit-

 

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punkt, indem ihr die Zukunft erforscht und Jahre, Monate und Tage zählt. Das würde euch nur in Angst versetzen und verwirren, wobei ihr eure Zeit, die so kostbar ist, wirklich vergeuden würdet.

 

Meine vielgeliebten Söhne, in dieser Weise läßt sich meine Zeit nicht berechnen. Nur an eurem Vertrauen in mich läßt sie sich bemessen, weil ich euch dazu bereite, die von mir erwählten und geformten Werkzeuge zu sein, um in dieser Zeit den Triumph meines Unbefleckten Herzens zu verwirklichen."

 

 

31. Juli 1976

Fest des hl. Ignatius von Loyola

EURE SCHWIERIGKEITEN

"Meine vielgeliebten Söhne, folgt mir mit eurem ganzen Vertrauen und laßt euch nicht verwirren durch die Schwierigkeiten, die euch auf eurem Weg begegnen.

 

Diese Schwierigkeiten sind von Gott zugelassen, denn sie helfen euch, in eurem Leben der vollkommenen Weihe an mein Unbeflecktes Herz zu wachsen.

Sie machen euch überdies frei von eurer Art zu sehen und zu fühlen, frei von euren Wünschen und Begierden, frei auch von euren Anhänglichkeiten, um euch allmählich dahin zu bringen, nur noch zu sehen und zu fühlen, was dem Herzen meines Sohnes Jesus entspricht.

 

Nach jeder Schwierigkeit sehe ich in euch das Leben Jesu wachsen: Gerade das ist es, was mein Mutterherz so sehr stärkt.

 

Merkt ihr nicht, meine Söhne, wie unter meinem persönlichen Einfluß sich euer Leben wirklich zu ändern beginnt?

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Die inneren, seelischen Schwierigkeiten sind jene, die euch am meisten schmerzen:

 

Ihr gehört mir und dennoch fühlt ihr euch immer noch von der Welt angezogen. Ihr seid ,mit meiner eigenen Reinheit bekleidet und dennoch spürt ihr immer noch den Schmerz der fleischlichen Versuchung. Manche stöhnen darunter und wären gerne davon befreit.

Und doch, wie sehr läßt euch diese innere Schwierigkeit, die ihr erlebt, wachsen im Abstandgewinnen von euch selber, meine vielgeliebten Söhne!

Achtet nicht weiter darauf! Je weniger schön ihr euch selber vorkommen werdet, um so schöner werdet ihr für mich und

 

Es ist mein Mantel, der euch zudeckt, es ist meine eigene Reinheit, die euch erhellt!

Es gibt dann aber auch äußere Schwierigkeiten; sie kommen von der Umgebung, in der ihr euch befindet: Verständnislosigkeit und Kritik; bisweilen lasse ich sogar Verachtung und Verleumdung zu.

 

Besonders diese Verleumdung ist die bevorzugte Taktik meines Widersachers, um euch zu treffen und zu entmutigen.

Wie müßt ihr dem entgegnen? Wie Jesus: mit Schweigen, mit Gebet und durch ein Leben der innigsten Verbundenheit mit dem himmlischen Vater!

 

Im Lichte dieses Vaters löst sich alles, was nicht wahr, was nicht gut und was Täuschung und Verleumdung ist, ganz von selber auf wie der Nebel in der Sonne.

Und da ihr in meinem Unbefleckten Herzen seid, kann euch

ja doch nichts zustoßen.

 

Wer euch absichtlich Schlechtes antun will, dem wird es nicht gelingen, euch wirklich zu treffen; wer aber in gutem

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Glauben handelt, wird zum Licht kommen, noch ehe das Schlechte euch erreicht.

 

Ihr aber werdet im Frieden euren Weg gehen, auch in den Gewitterstürmen der gegenwärtigen Stunde.

Da gibt es dann auch noch Schwierigkeiten, wie sie vom Zeitgeist kommen,

Meine vielgeliebten Söhne, wie sehr seid ihr doch für eure Zeit von mir selbst geformt und zugerüstet worden!

 

Auch diese Schwierigkeiten sind von mir zugelassen, um euch immer noch mehr zu bereitwilligen, fügsamen Werkzeugen in meinen Händen zu machen für meinen Plan, den ich in dieser Zeit zu verwirklichen mich anschicke.

Da ist der Atheismus, der sich in der Welt ausbreitet; da ist die Krise, die sich in der Kirche immer mehr breitmacht; da ist der Irrtum, der überall verbreitet wird. Das sind die Wogen eines großen Ungewitters.

 

Ihr seid dazu berufen, in diesem Ungewitter mein Friede zu sein.

 

Darum geht ruhig, froh und zuversichtlich euren Weg. (. . .)."

 

7. August 1976

Erster Monatssamstag

NUR MIT DEM PAPST!

"Heute erreicht mich von allen Teilen der Welt die meinem Unbefleckten Herzen so wohlgefällige Huldigung von den mir geweihten Priestern - von euch, meinen Söhnen, die ich euch so ganz besonders mütterlich liebe.

 

Laßt euch von mir führen! Dann werdet ihr die Last der alltäglichen Widerwärtigkeiten nicht spüren.

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Ich will euch in meinen Armen halten. Seid ganz meinem Unbefleckten Herzen hingegeben! So könnt ihr dem Ziele zueilen, das ich jedem von euch gesteckt habe.

 

Ich habe euch schon gesagt, worin dieses Ziel besteht ich will aus euch Priester nach dem Herzen Jesu machen.

Ihr müßt wirklich Jesus sein für die Menschen von heute.

 

Ihr sollt Jesus sein, der spricht: Dann werdet ihr nur die Wahrheit verkünden, die im Evangelium enthalten und vom Lehramt der Kirche garantiert ist.

Heute, da alles in Finsternis gehüllt ist und der Irrtum sich immer mehr in der Kirche ausbreitet, müßt ihr allen die Richtung zur Quelle hin weisen, aus der Jesus die Worte seiner Wahrheit hervorströmen läßt. Dieser Quell ist das Evangelium. Das Evangelium aber ist der hierarchischen Kirche, dem Papst und den mit ihm verbundenen Bischöfen anvertraut.

 

Nicht den einzelnen Priestern ist es anvertraut, nicht einmal den einzelnen Bischöfen, sondern nur den Priestern und Bischöfen in Gemeinschaft mit dem Papst.

Wie sehr wird heute mein Herz, das Herz der Mutter der Kirche, verwundet und betrübt durch das Ärgernis jener Bischöfe, die dem Stellvertreter meines Sohnes nicht gehorchen und so viele meiner armen Kinder in den Irrtum hineinziehen.

 

Deshalb sollt ihr heute in eurer Verkündigung immer mit Nachdruck betonen, daß Jesus allein den hl. Petrus zum Felsen seiner Kirche und zum unfehlbaren Hüter seiner Wahrheit bestellt hat.

 

Wer heute nicht mit dem Papst ist, kann auch nicht mehr in der Wahrheit verbleiben.

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Die Verführungskünste des Bösen sind heute so hinterhältig und gefährlich geworden, daß sie jeden - wer immer es auch sei - täuschen können.

 

Auch die Guten können umfallen!

 

Auch die Lehrer, die Männer der Wissenschaft!

 

Auch Priester und selbst Bischöfe!

 

Niemals aber werden jene zu Fall kommen, die immer mit dem Heiligen Vater einig sind.

 

Seht, das ist der Grund, warum ich aus euch eine wohlgeordnete, wachsame, gelehrige und gehorsame Schar bilden will, die sogar auf die Wünsche meines ersten vielgeliebten Sohnes, des Stellvertreters Jesu, eingeht.

Jesus ist es, der wirkt: Er muß zuerst in euch Gestalt annehmen. Ihr sollt das gelebte Evangelium sein.

 

Aus diesem Grund mache ich euch immer ärmer, demütiger, reiner und kleiner.

Habt keine Angst, euch mir ganz anzuvertrauen! Ich bin seine und eure Mutter! Ich kann für euch nur eines tun, nämlich euch helfen, daß ihr wieder neugeboren werdet und jeder von euch zu einem, anderen kleinen Jesus` heranreift. Und dies zur Rettung all meiner Kinder.

 

Wenn diese Priesterschar bereit sein wird, dann ist der Augenblick gekommen, da ich meinem Gegner den Kopf zertreten werde und die erneuerte Welt die Freude des Triumphes meines Herzens erleben wird."

 

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15. August 1976

Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

LEBT MIT MIR IM PARADIES!

"Meine vielgeliebten Söhne, verweilt dort, wo ich bin: im Paradies! Dorthin wurde ich mit Seele und Leib aufgenommen, um in vollkommener Weise an der Herrlichkeit meines Sohnes Jesus teilzuhaben.

 

Ich war immer hier auf Erden mit ihm verbunden. Das erforderte meine Aufgabe als Mutter. Jetzt im Paradies bin ich mit ihm in seiner Herrlichkeit vereinigt. Er will seine Mutter bei sich haben, nachdem er ihr einen verklärten Leib, der seinem gleich ist, geschenkt hat.

 

Hier liegt der Grund meines außerordentlichen Gnadenprivilegs.

 

So wie ich durch mein ,Ja` dem Wort Gottes die Möglichkeit gab, in meinem jungfräulichen Schoß die menschliche Natur anzunehmen, so habe ich mich gleichfalls durch mein ,Ja` dem Handeln meines Sohnes Jesus anvertraut, der eure Mutter mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen hat.

 

Mein Leib ist ein verklärter und verherrlichter, jedoch ein wirklicher Leib, vielgeliebte Söhne. Mutter und Sohn sind für immer beisammen im Paradies.

Aber ich bin in Wahrheit auch eure Mutter. Ich kann euch nicht nur mit meiner Seele, sondern auch mit meinem verklärten Leib lieben.

 

Ich liebe euch mit meinem mütterlichen Herzen. Und dieses Herz hat nie aufgehört, voll Liebe für euch zu schlagen.

Meine vielgeliebten Söhne, lebt auch ihr dort, wo ich bin!

Lebt mit mir im Paradies!

 

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Gewiss seid ihr noch in der Welt des Leidens. Wie oft verspürt ihr dessen schwere Last!"

LASST EUCH NICHT GEFANGENNEHMEN

"Aber wenn ihr schon in dieser Welt der Verbannung leben müßt, warum lebt nicht auch ihr schon jetzt dort, wo eure Mutter ist? Lebt mit mir im Paradies! Laßt euch von der Welt nicht verlocken und laßt euch nicht von dieser Erde gefangennehmen.

 

Heute herrscht eine falsche und gefährliche Geistesrichtung. Man schaut nur auf das Diesseitige.

 

Man hat fast Angst, die Pflichten des Alltags zu vernachlässigen, wenn man seinen Blick zum Himmel richtet. Lebt mit mir im Paradies! Dann werdet ihr auch auf der Welt in der rechten Weise leben!

 

Verwirklicht hier auf Erden den Plan des himmlischen Vaters, und ihr werdet um euch herum das wahre Glück auf-

 

Je mehr ihr auf den Vater schaut und mit mir lebt, desto mehr werdet ihr auf der Welt Gutes für euch und alle wirken.

Das wahre Paradies wird man nie auf Erden finden können.

Wie sehr täuscht und verführt euch mein Feind! Er geht wütend auf euch los, um zu verhindern, daß ihr einmal zu meinem Sohn und zu mir kommt.

 

Das Paradies ist allein im Licht der Heiligsten Dreieinigkeit, mit meinem Sohn Jesus und mit mir.

In diesem Licht leben die Engel und Heiligen glücklich und selig. Von diesem Licht erstrahlt das ganze Paradies.

 

Meine vielgeliebten Söhne, lebt so, daß euer ganzes Sehnen und Lieben, euer ganzes Augenmerk auf den Himmel gerichtet ist, der euch erwartet.

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Und hier auf Erden lebt im Paradies meines Unbefleckten Herzens.

Dann werdet ihr ruhig, heiter und im Innersten eures Her-

Ihr werdet immer kleiner und ergebener, immer ärmer und reiner werden.

Und je kleiner, ärmer und reiner ihr sein werdet, um so mehr werdet ihr in das Paradies meines Unbefleckten Herzens eintreten können, wo euch die Zeit durch das Schlagen

meines Herzens angezeigt wird - eines Herzens, das nie zu schlagen aufhören wird."

 

 

22. August 1976

Fest Maria Königin

"Ich bin eure Königin.

Die Allmacht des Vaters, die Weisheit des Sohnes und die Liebe des Heiligen Geistes - ich bin ganz im Licht der Heiligsten Dreieinigkeit - haben mich für immer in der Aufgabe meines mütterlichen Königtums bestätigt. Das ist meine Krönung in der ewigen Glorie. des Sohnes und Königin mit dem Sohn.

 

Ich bin eure Heerführerin.

Meine vielgeliebten Söhne, ich rufe euch auf, daß ihr euch alle zu meiner Schar vereinigt. Ich selbst bin deren Königin und Führerin.

Deswegen soll es unter euch keinen Führer geben. Ihr seid alle

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Brüder, verbunden durch die Liebe, die immer mehr in euch zunehmen soll.

 

Wer der Größte sein will, werde in Wahrheit der Kleinste.

Wer mehr liebt, mehr dient, mehr auf mich hört, und wer immer kleiner wird, bis er ganz in meinem Unbefleckten Herzen verschwindet, den werde ich selbst immer größer machen.

 

Ich bin eure Heerführerin.

Deswegen, meine Vielgeliebten, müßt ihr auf meine Stimme hören, bereitwillig meinen Anweisungen folgen und besonders mit unverzüglichem Gehorsam meinen Weisungen nachkommen.

 

Ich will Söhne aus euch machen, die immer gehorchen wollen und zu gehorchen verstehen.

Gehorsam und Gelehrigkeit ist das Gewand, mit dem ich euch bekleiden will.

Meine Befehle werde ich durch den Mund dessen geben, den mein Sohn eingesetzt hat, seine Kirche zu leiten: Dies ist der Papst mit der mit ihm verbundenen Hierarchie.

 

Wie sehr leidet heute mein mütterliches Herz darunter, wenn ich sehe, wie Priester, ja sogar Bischöfe den Weisungen des Stellvertreters meines Sohnes Jesus nicht mehr gehorchen.

 

Jedes Reich, das in sich uneins ist, wird unterliegen und zugrunde gehen.

Diese meine armen Söhne, die nicht gehorchen und sich auflehnen, sind bereits Opfer der feinsten und hinterhältigsten Form des Stolzes. So nähern sie sich dem geistigen Tod.

 

Wie sehr gelingt es heute Satan, meinem Gegenspieler von Anbeginn, euch zu täuschen und zu verführen!

 

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Er versteht es, euch einzureden, daß ihr euch als Hüter der Tradition und als Verteidiger des Glaubens fühlt, während er euch als erste im Glauben Schiffbruch erleiden läßt und euch - ohne daß ihr es merkt - in den Irrtum führt.

 

Er macht euch weis, der Papst verrate die Wahrheit, und so zerstört Satan das Fundament, auf dem die Kirche steht, und durch dessen Festigkeit in allen Jahrhunderten die Wahrheit unverfälscht bewahrt bleibt.

 

Satan gibt euch sogar den Gedanken ein, daß ich selbst die Handlungsweise des Heiligen Vaters mißbillige. Daher werden in meinem Namen harte Kritiken an der Person und am Wirken des Heiligen Vaters verbreitet.

 

Ihr meine Priester, denen meine mütterliche Liebe in besonderer Weise gilt: seid vorsichtig und achtsam! Bleibt im Licht! Denn die Finsternis ist im Begriff, alles zu verdunkeln.

Wie könnte denn die Mutter öffentlich die Entscheidungen des Heiligen Vaters kritisieren, da doch er allein die besondere Gnade hat, um dieses hohe Amt auszuüben?

 

Ich schwieg immer, wenn mein Sohn sprach. Ich schwieg auch immer, wenn die Apostel sprachen. Und genauso schweige ich auch heute liebevoll, wenn der Papst spricht, damit sich sein Wort immer mehr ausbreiten, von allen gehört werden und bei den Menschen Aufnahme finden kann.

 

Deshalb stehe ich immer an der Seite meines ersten vielgeliebten Sohnes, des Stellvertreters meines Sohnes Jesus.

Durch mein Schweigen helfe ich ihm reden.

 

Durch mein Schweigen verschaffe ich seinen Worten Kraft!

Kehrt zurück, meine vielgeliebten Söhne, kehrt zurück zur Liebe, zum Gehorsam und zur Gemeinschaft mit dem Papst!

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Nur so werdet ihr meiner Heerschar angehören können, deren Königin und Heerführerin ich selbst bin.

 

Nur so werdet ihr meine Aufträge hören können, die ich euch durch die Stimme des Papstes selber geben werde.

Nur so werdet ihr mit mir für den sicheren Sieg kämpfen können. Ansonsten habt ihr schon den Weg zur Niederlage eingeschlagen. (. . .)

 

Ich werde euch etwas von meiner inneren bereitwilligen Fügsamkeit schenken, und ihr werdet immer gehorsam sein. Ich werde euch so zu geeigneten Werkzeugen für diesen meinen Kampf machen, und am Ende werdet ihr meinen königlichen Sieg erleben."

 

 

8. September 1976

Fest Mariä Geburt

IHR MÜSST KLEIN SEIN!

"Meine Söhne, betrachtet eure Mutter, als sie noch ein neugeborenes Kind war. Weil ich klein war, gefiel ich dem Allerhöchsten.

Durch ein Privileg bin ich von jedem Makel der Sünde vom ersten Augenblick meiner Empfängnis an ausgespart geblieben. Dadurch konnte ich erst das wahre Ausmaß meiner

Kleinheit und Niedrigkeit erkennen.

 

Klein, als Geschöpf Gottes.

 

Klein, weil ich zur Mutter des Wortes auserwählt war.

 

Klein, weil ich alles von Gott empfangen habe.

Klein, weil ich von der Kraft des Allerhöchsten überschattet wurde, die mich mit ihrer eigenen Größe ganz erfüllte.

Und darum ist mein Reichtum nur der Reichtum der Kleinen und der Armen: Demut, Vertrauen, Hingabe, Hoffnung.

 

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Heute lädt euch die Kirche ein, eure himmlische Mutter im Augenblick ihrer Geburt zu betrachten.

Meine Vielgeliebten, betrachtet eure Mutter, als sie noch ein kleines Kind war! So werdet ihr lernen, klein zu sein.

Ihr müßt ja klein sein, weil ihr meine Söhne seid und deshalb mein Leben führen sollt.

 

Ihr müßt klein sein, um fügsame Werkzeuge für meinen Plan zu sein. Ihr müßt klein sein, um das Wohlgefallen meines Sohnes Jesus auf euch herabzuziehen.

Meine vielgeliebten Söhne, wie sehr liebt euch Jesus! Er liebt euch gerade deshalb, weil ihr klein, arm, schlicht und demütig sein wollt.

 

Ihr müßt klein sein, um Satan die Stirne bieten zu können, dem es gelingt, durch Stolz und Hochmut zu verführen.

Begreift ihr nicht, daß es ihm niemals gelingen wird, euch zu verführen und zu täuschen, wenn ihr demütig bleibt?

 

Und ihr müßt immer kleiner werden, denn eure Mutter will euch alle für sich: Sie will euch nähren, kleiden und auf ihren Armen tragen.

Ihr müßt klein sein, denn nur dann werdet ihr immer zum Willen des Vaters Ja sagen.

 

Sagt euer Ja mit mir! Dann wird sich in euch das Ja meiner eigenen vollkommenen, bereitwilligen Verfügbarkeit für den Willen Gottes wiederholen.

Ihr müßt klein sein, meine vielgeliebten Söhne! Dann bildet ihr jene demütige Ferse, der Satan zwar nachzustellen versuchen wird, mit der ich ihm aber seinen Kopf zertreten werde.

 

Ihr müßt daher immer kleiner werden, wenn ihr den größten Triumph meines Unbefleckten Herzens vorbereiten wollt!"

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25. September 1976

DESHALB SPRECHE ICH ZU EUCH

"Wenn ihr klein seid, werdet ihr immer auf meine Stimme hören.

Meine vielgeliebten Söhne, laßt euch nicht von den vielen Stimmen, die ihr heute hört, verführen!

 

Mein Feind täuscht euch mit Ideen und verwirrt euch mit Worten.

 

Ihr seid gleichsam in ein Meer von Worten eingetaucht. Es steigt immer mehr und bedeckt alles. Es wiederholt sich das in der Bibel beschriebene Geschehen vom Turmbau zu Babel. Ihr erlebt heute wieder das Drama der Sprachenverwirrung.

 

Eure eigenen Worte verwirren euch, eure eigenen Stimmen hindern euch, einander zu verstehen.

Heute ist es mehr denn je notwendig, auf meine Stimme zu hören.

Deshalb spreche ich zu euch!

Ich spreche zu euch, um euch zu helfen, aus der Verwirrung herauszufinden, die heute durch eure eigenen Worte geschaffen wurde. Und so führe ich euch als Mutter liebevoll dahin, nur das Wort des Vaters zu hören. Dieses Wort ist in meinem reinsten Schoße Fleisch und Leben geworden.

 

Mein Herz öffnete sich, um es aufzunehmen, und hat es wie einen kostbaren Schatz behütet.

 

Ich spreche zu euch, weil es heute notwendig ist, auf sein Wort zu hören. Ihr müßt es aufnehmen und eifrig bewahren.

 

Es ist allein das Wort meines Sohnes, das ich euch vernehmen lassen will. Heute wird seine Stimme wie verfinstert: Das Wort des Vaters ist es - es ist mein Sohn Jesus, der nicht mehr gehört wird.

 

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Sein Wort, das so klar im Evangelium enthalten ist, geht gleichsam in so vielen anderen menschlichen Stimmen unter. Ihr habt euch ein eigenes Evangelium zusammengebastelt, mit euren eigenen Worten. Aber ihr, meine geliebten Söhne, ihr dürft nur das Wort meines Sohnes hören und verkünden, so wie es in seinem Evangelium steht.

 

Die Kirche spricht zu euch. Aber zu allem, was sie euch verkündet, will jeder sein eigenes Wort sagen, und so breiten sich Unsicherheit und Verwirrung aus. Die Kirche ist heute mehr denn je von dieser wahren Sprachenverwirrung zerrissen."

 

DIE KLEINEN KINDER VERSTEHEN DIE MUTTER

"Ich spreche zu euch, um euch zu sagen, auf welches Wort ihr heute in der Kirche hören müßt: auf das des Papstes und der mit ihm verbundenen Bischöfe.

 

Immer mehr senkt sich die Finsternis herab, und ich spreche zu euch, um euer Licht zu sein. Der Irrtum breitet sich aus, und ich spreche zu euch, meine vielgeliebten Söhne, weil ihr berufen seid, in der Wahrheit zu bleiben.

 

Ihr, die Diener des Wortes, ihr, die Verkünder der Wahrheit!

Die nahe Zukunft präsentiert sich euch voller Sorgen, und ich spreche zu euch, um euch zum Vertrauen zu mahnen, zur vollkommenen Hingabe an mein mütterliches Herz.

 

Ein betäubender Mißklang von Stimmen verwirrt alles immer mehr.

Ich spreche zu euch, um Schweigen, Leiden und Gebet von euch zu verlangen.

Ich spreche zu euch, um heute von euch Dinge zu fordern, die für mich die kostbarsten sind: Jeden Tag sammle ich eure

 

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Gebete und Leiden. Sie werden von mir selber in den Kelch meines Unbefleckten Herzens gelegt und der Gerechtigkeit Gottes aufgeopfert, die nach Sühne verlangt. So kann heute noch alles gerettet werden! Deshalb spreche ich zu euch!

 

Vielgeliebte Söhne, verschließt euer Herz nicht vor diesen meinen Worten!

Der Plan des Vaters hat viele von den Ereignissen, die euch bevorstehen, davon abhängig gemacht, ob meine Worte gehört oder zurückgewiesen werden.

 

Noch kann die Reinigung hinausgeschoben und abgekürzt werden. Noch kann euch viel Schmerz erspart werden.

Hört ganz schlicht auf mich, meine Söhne! Wenn ihr klein seid, werdet ihr meine Stimme vernehmen und mir Gehör schenken. Die kleinen Kinder verstehen die Stimme der Mutter so gut.

 

Selig jene, die mich noch anhören. Sie werden heute das Licht der Wahrheit empfangen und vom Herrn das Geschenk der Rettung erhalten."

 

8. November 1976

SCHAU AUF DEINE MUTTER!

"Mein Sohn, schau auf deine himmlische Mutter! Sieh, wie schön sie ist!

 

Sie ist in ihrer Schönheit das Meisterwerk des Vaters, die Wiege des Sohnes und das Kunstwerk des Heiligen Geistes. Sie ist der blühende und verschlossene Garten, an dem die Heiligste Dreieinigkeit schon immer ihr Wohlgefallen und Entzücken befunden hat.

 

Sieh nur auf deine Mutter! So wird meine Schönheit dich erfüllen. Ich will dich mit meinem himmlischen Mantel um-

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kleiden, dich mit meiner Reinheit ausstatten und in mein eigenes Licht einhüllen.

 

Du fühlst dich klein! Es ist wahr. Du fühlst dich arm und ,siehst dich voll Fehler. Du glaubst, mir nichts anbieten zu

Doch siehe, deine Liebe genügt mir! Ich will nichts anderes von dir

Du kannst es jetzt noch nicht begreifen. Aber im Paradies Wirst du in dir die Herrlichkeit deiner Mutter schauen und den Gipfel der Liebe, auf den dich Jesus mit ihr geführt hat. Es kommt dir vor, als ob Jesus sich gleichsam verberge und die Mutter in den Vordergrund stelle. Er tut es aber deswegen, weil er will, daß sie ihn in dir liebt!

 

Du hast den Eindruck, die Mutter immer vor dir zu haben. Ich aber sehe, daß Jesus selbst dich zu mir führt, damit du so seinem Herzen jene Freude schenkst, die andere ihm nicht geben können.

Sprich nicht! Lerne immer mehr allen gegenüber zu schweigen! Verliere nie den Mut wegen deiner Fehler! Ich habe ,!ich sehr gern, mein Sohn. Ich sehe auf dein Herz, nicht auf deinen Charakter. Magst du auch durch Heftigkeit fehlen, wie sehr freut es mich, wenn du dich sofort verdemütigst und Gott um Verzeihung bittest! Opfere mir deine Verwundungen auf! Sag immer nur Ja und denke nicht weiter über dich nach! Ich will an alles denken

 

 

20. November 1976

DIE ZEIT DER REINIGUNG

,.Meine vielgeliebten Söhne, hört auf meine Stimme und laßt euch von mir führen! Damit reift mein eigenes Leben in

 

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euch und ihr verbreitet mein Licht in eurer Umgebung.

 

'Heute wird es immer notwendiger und dringender, den liebevol1 drängenden Ruf eurer Mutter in der Welt zu verbreiten.

Diese Weit entfernt sich immer mehr von Gott und schenkt dem Wort meines Sohnes Jesus kein Gehör mehr. So fällt sie in die Finsternis der Gottesleugnung und in die trügerische Verblendung, auch ohne ihn leben zu können.

 

Ja, es ist euch fast gelungen, eine rein menschliche Kultur zu schaffen, die sich hartnäckig jedem göttlichen Einfuß verschließt.

 

Gott kann in seiner unendlichen Majestät über eine solche Menschheit, die sich gegen ihn verschworen hat, nur mitleidig lächeln.

So breitet sich die Kälte des Egoismus und des Stolzes immer mehr aus. Der Haß gewinnt über die Liebe die Oberhand und fordert jeden Tag unzählige Opfer. . . Bekannte und unbekannte Opfer, Gewaltanwendung an wehrlosen und unschuldigen Geschöpfen, die ohne Unterlaß vor Gottes Richterstuhl! um Wiedergutmachung schreien.

 

Die Sünde dringt immer mehr in alle Bereiche ein."

SATAN VERFÜHRT EUCH

"Wo gibt es heute einen Ort ohne Sünde? Auch die Gotteshäuser werden durch die Sünden, die in ihnen geschehen, entweiht. Selbst gottgeweihte Personen, Priester und Ordensleute, verlieren das Sündenbewußtsein. Manche von ihnen lassen sich in Gedanken, Worten und Werken in sakrilegischer Weise vom Satan verführen.

 

Wie nie zuvor gelingt es heute dem Dämon, euch zu verführen. 236

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Er verführt euch durch den Stolz. Er bringt es so weit, daß man sogar die moralische Unordnung rechtfertigt und für legitim erklärt. Nach dem Fall in die Sünde bringt er die Gewissensbisse zum Schweigen. Gerade sie sind aber ein Geschenk vom Heiligen Geist, um euch zur Umkehr zu bewegen. Wie zahlreich sind bereits jene meiner armen Söhne, die seit Jahren nicht mehr beichten!

 

Sie verwesen in der Sünde. Unkeuschheit, maßlose Geldgier und Stolz richten sie zugrunde.

So hat Satan jetzt sogar mitten unter den Dienern des Heiligtums sein Zeit aufgeschlagen. Durch ihn ist der Greuel der Verwüstung in den heiligen Tempel! Gottes eingedrungen.

 

Deshalb ist es notwendig, daß die Mutter zu euch spricht und euch an der Hand nimmt. Ihre Aufgabe ist es vor allem, euch im Kampf gegen den höllischen Drachen zu führen.

 

Darum sage ich euch: Jetzt ist die Zeit der Reinigung, die Zeit, in der Gottes Gerechtigkeit diese rebellische und perverse Welt strafen wird, um sie zu retten.

Die Reinigung hat in der Kirche bereits begonnen. Sie ist von Irrtümern durchsetzt, vom Satan verdunkelt und mit Sünden bedeckt. Sie ist von manchen ihrer Hirten verraten und verletzt worden.

 

Satan siebt euch wie Weizen. Wieviel Spreu wird bald vom Sturm der Verfolgung fortgeweht werden!

Von nun an wird meine Gegenwart unter euch häufiger und deutlicher werden. (. . .)."

 

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4. Dezember 1976

Erster Monatssamstag

WOVOR HABT IHR ANGST?

"Meine vielgeliebten Söhne, laßt euch belehren und mit eurem ganzem Vertrauen von mir führen!

In dieser dunklen Stunde der Prüfung für die Kirche seid ihr von mir berufen, im Licht zu wandeln.

 

Das Licht geht von meinem Unbefleckten Herzen aus und dringt bis zu euch. Es umhüllt euch und erleuchtet euren Weg.

Seid fest! Zweifelt niemals! Euer Weg ist sicher, denn er ist euch von eurer himmlischen Mutter vorgezeichnet.

 

Zweifel und Mißtrauen erfassen immer mehr die Seelen vieler meiner Priestersöhne. Wie sehr leidet mein Mutterherz darunter! Warum zweifelt ihr? Wovor habt ihr Angst?

In der Stunde, da der Böse triumphierte, hat euch Jesus aus dessen Gewalt erlöst: ,Das ist die Stunde Satans und der Mächte der Finsternis.`

 

Mein Sohn Jesus hat euch in der gleichen Stunde, da er am Kreuz sein Leben hingab, das Leben für immer geschenkt.

In seiner Todesstunde hat er euch alle vom Tod befreit.

 

Meine Kirche, deren Mutter ich bin, lebt das Leben Christi und ist berufen, auch heute seinen Weg zu gehen."

LEBT HEITEREN GEISTES

"Wovor habt ihr also Angst?

Vor einer Welt, die sich voll Haß auf euch stürzt? Oder vor Satan, dem es gelungen ist, sich in das Innere der Kirche ein-

 

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zuschleichen und sich dort seine Opfer selbst unter den Hirten zu holen? Oder vor den Irrtümern, die die Kirche bedrohen? Vor der Sünde, die sie immer mehr verdunkelt? Oder vor der Untreue, die immer mehr um sich greift?

 

Meine vielgeliebten Söhne, jetzt ist für meine Kirche noch die Stunde Satans und der Mächte der Finsternis.

 

Auch sie wird - so wie Christus - am Kreuz geopfert werden und berufen sein, für das Heil und die Erneuerung der Welt zu sterben.

 

Denn nun ist für euch die Stunde der Reinigung und vor allem für euch die Stunde des Leidens.

Habt ihr vielleicht davor Angst?

 

Aber wenn der Vater jeden einzelnen von euch seit Ewigkeit gerade für diese Stunde berufen hat? Und wenn eure himmlische Mutter euch seit langem für diese Stunde erwählt und vorbereitet hat? . . .

 

Lebt deshalb heiteren Geistes, ohne Angst, auch in der Unruhe und Bedrohung dieser Zeit.

 

Deshalb wiederhole ich: Schaut nicht immer in die Zukunft, Um zu ergründen, was kommen wird! Lebt vielmehr im gegenwärtigen Augenblick! Vertrau ganz auf mich! Gebt euch meinem Herzen hin!"

 

 

24. Dezember 1976

Heilige Nacht

ER VERLANGT NACH DEM GESCHENK EURER LIEBE

 

"Vielgeliebter Sohn meines Unbefleckten Herzens, verbringe diese Vorabendstunden mit mir in Gebet und Schweigen! Höre auf deine himmlische Mutter!

 

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Heute vollzieht sich - so wie einst - die Geburt meines Sohnes Jesus. Heute sollt ihr euch, meine vielgeliebten Söhne, - so wie die Menschen von einst - auf seine Ankunft vorbereiten.        

 

Mein Bräutigam Josef war gerecht und keusch, demütig und tapfer. Er war vom Vater erwählt worden, mir gerade in diesen Stunden ein wertvoller Helfer zu sein. Mit ihm ging ich das letzte Stück eines sehr mühsamen Weges!

 

Ich spürte die Anstrengung der Reise und die Härte der Kälte. Ich wußte nicht, was uns bei. unserer Ankunft erwartete.

 

Und doch lebte ich so, als ob die Welt und die Dinge in weiter Ferne von mir wären. Ich war in einer Art dauernder Entrückung - ganz bei meinem Kind, das ich euch nun schenken sollte.

 

Nur das Vertrauen auf den Vater hielt mich aufrecht. Die freudige Erwartung meines Sohnes gab mir Geborgenheit. Der Heilige Geist erfüllte mich ganz mit Liebe.

 

Als Mutter dachte ich an ein Haus und der Vater bereitete mir eine Zufluchtsstätte. Ich träumte von einer Wiege für mein Kind und schon war die Krippe bereit. Das ganze Paradies war in jener Nacht in einer Grotte eingeschlossen.

 

Wir wurden müde. Durch das dauernde Abgewiesenwerden nahm unsere menschliche Widerstandskraft ab - da war auf einmal jene Grotte für das Licht bereitet. Und als im strahlenden Licht sich der Himmel öffnete, um das große Gebet der Mutter anzunehmen, erblühte meine jungfräuliche Liebe für das göttliche Geschenk des Sohnes.

 

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Meine lieben Söhne, gebt mit mir seinem Herzen den ersten Kuß! Fühlt mit mir dessen ersten Schlag! Schaut als erste in seine Augen!

 

Hört seinen ersten Schrei! - Einen Schrei von Tränen, Freude und Liebe!

 

Er will nur euren Trost!

 

Er verlangt nach dem Geschenk eurer Liebe.

 

Umhüllt mit Liebe seine zarten Glieder. Er braucht eure Wärme so sehr! Die ganze Kälte der Welt umgibt ihn. Allein die Wärme der Liebe tröstet ihn.

 

Seitdem erneuert die Kirche alle Jahre dieses Geheimnis. Von da an wird mein Sohn für immer in den Herzen wiedergeboren.

 

Auch heute weist ihn die Welt vielfach zurück und verschließt die Türen vor ihm. So wie damals ignorieren ihn die Großen der Welt.

 

Doch das Herz der Kleinen öffnet sich. Die Erwartung der Einfachen geht in Erfüllung. Das Leben der Reinen bekommt einen neuen Glanz.

 

In dieser Heiligen Nacht, meine vielgeliebten Söhne, will ich euch mein Kind anvertrauen.

Ich lege es in die Wiege eures Herzens. Möge eure Liebe hell entflammen. Ich muß damit die ganze Liebe der Welt entzünden."

 

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31. Dezember 1976

Letzte Nacht des Jahres

DIE WAHRE ARMUT DES GEISTES

 

"Verbringe die letzten Stunden dieses Jahres, welches das' Unbefleckte Herz der himmlischen Mutter für dich außergewöhnlich reich an Gnaden und Gaben gemacht hat, in Gebet und innerer Sammlung!

 

Ich selbst habe dich in dieses Haus geführt, das ich seit langem für dich vorbereitet habe. Du bist hier in Stille und Gebet. Du hörst mich an. Du sprichst mit mir. Du rufst mit mir den Vater an. Du hast diesen deinen Bruder bei dir, der dich sehr liebt und dir in meinem Herzen mit großer Liebe verbunden ist.

 

Deine himmlische Mutter sieht alles mit anderen Augen als ihr. Ihr Blick ist voll Licht und Liebe. Was in den Augen der Menschen als nichts und wertlos gilt, ist für mich groß.

 

Dieses unbekannte, abgelegene, unauffällige Haus ist jetzt der Ort meiner Gegenwart. Ich will, daß du hier - und nicht anderswo - diese Festtage mit mir feierst.

 

Gewöhne dich daran, alle Dinge mit den Augen deiner Mutter zu sehen! Blicke stets mit Freude und besonderer Liebe auf jene, die die Welt nicht beachtet, ja sogar verachtet.

 

Jene, welche die Menschen als unbedeutend und nicht wertvoll erachten, sollen deinem Herzen am nächsten stehen - die Armen, die Kleinen, die Demütigen, die Leidenden, die Unbekannten.

 

Auch unter deinen priesterlichen Mitbrüdern sollst du dich denen am nächsten fühlen, die mißachtet und übergangen

 

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werden. O, wenn du wüßtest, wie kostbar und wertvoll all ,die Unbeachteten meinem Mutterherzen sind! Sie sind ",eine vielgeliebten Kinder!

 

Gib sie mir in dieser letzten Nacht des Jahres, opfere sie mir der Reihe nach auf! Wie sehr tröstet ihre Liebe mein Unbeflecktes Herz! Ihre verborgene Schönheit macht den Schmerz wieder gut, den jene meinem Herzen zufügen, die sich für groß und geachtet halten und ständig auf der Suche nach menschlicher Anerkennung sind.

 

Die wahre Armut des Geistes ist die Gabe, die ich denen gebe, die ich rufe. Wer leer von sich selbst ist, zieht meine Liebe an sich. Dieses Leersein ist die Wellenlänge, auf der man meine Stimme hören und verstehen kann.

 

Sei immer arm im Geiste! So wirst du jeden neuen Tag mit meinen Augen sehen und du wirst mich jenen schenken, die mich in ihrer Armut schon lange erwarten."

 

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