Dienstag der 1. Woche im Advent
 
Eröffnungsvers                                                               Vgl. Sach 14, 5.7
Seht, der Herr wird kommen und alle Heiligen mit ihm.
Ein großes Licht wird aufstrahlen an jenem Tag.
 
 
Tagesgebet
Herr und Gott,
in unserer Bedrängnis rufen wir zu dir,
erhöre die Bitten deines Volkes.
Bewahre uns vor aller Ansteckung des Bösen
und tröste uns durch die Ankunft deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
 
 
Zur Lesung  Mit dem davidischen Königshaus ist es in der Weissagung von Jes 11 zu Ende. Die Aussagen des Propheten gelten einem künftigen Gesalbten, der aus dem „Baumstumpf Isais“ hervorgehen wird. Er wird die Fülle der Geistesgaben empfangen: Weisheit und Klugheit, Kraft und Gottesfurcht. Er sorgt für die Armen und verschafft seinem Volk den Frieden. In den Versen 6-8 ist nicht von einem wieder erstandenen Tierparad­ies die Rede; nicht um Tiere geht es, sondern um Menschen und Völker, die mit (wilden und zahmen) Tieren verglichen werden. Wenn die Menschen Gott erkennen (V. 9) und die Gemeinschaft mit Gott suchen, werden sie auch den Weg zueinander finden. - Jes 40,5; Jer 31,23.33-34; Hab 2,14.
 
 
Lesung                                                                                                                                                     Jes 11, 1-10
Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm
Lesung aus dem Buch Jesaja
1Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
2Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.
3[Er erfüllt ihn mit dem Geist der Gottesfurcht.] Er richtet nicht nach dem Augenschein, und nicht nur nach dem Hörensagen entscheidet er,
4sondern er richtet die Hilflosen gerecht und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt den Gewalttätigen mit dem Stock seines Wortes und tötet den Schuldigen mit dem Hauch seines Mundes.
5Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften, Treue der Gürtel um seinen Leib.
6Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten.
7Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
8Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange.
9Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.
10An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig.
 
 
Antwortpsalm                                               Ps 72 (71), 1-2.7-8.12-13.17 (R: vgl. 7)
          R Gerechtigkeit blüht auf in seinen Tagen                                                                (GL 152, 1)
          und Friede ohne Ende. - R
1        Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König,                                                                  VI. Ton
          dem Königssohn gib dein gerechtes Walten!
2        Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit
          und deine Armen durch rechtes Urteil. - (R)
7        Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen
          und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.
8        Er herrsche von Meer zu Meer,
          vom Strom bis an die Enden der Erde. - (R)
12      Er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit,
          den Armen und den, der keinen Helfer hat.
13      Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen,
          er rettet das Leben der Armen. - (R)
17      Sein Name soll ewig bestehen;
          solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name.
          Glücklich preisen sollen ihn alle Völker
          und in ihm sich segnen. - R
 
 
Ruf vor dem Evangelium
Halleluja. Halleluja.
Seht, unser Herr kommt mit Macht;
die Augen seiner Knechte schauen das Licht.
Halleluja.
 
 
Zum Evangelium „Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm“, hatte Jesaja geweissagt (11, 2: Lesung). Jesus weiß sich und erweist sich als vom Geist Gottes erfüllt, worauf besonders das Lukasevangelium Wert legt. Jesus ist der Sohn; alle Offenbarung Gottes und alles rettende Eingreifen Gottes geschieht durch ihn. Nicht nur in der Vergangenheit (etwa in der Geschichte des Auszugs aus Ägypten) und nicht nur in einer fernen Zukunft geschehen Gottes große Taten, sondern jetzt und hier. Die Schriftgelehrten (die „Weisen und Klugen“) suchen Gott in ihren Büchern und sind darüber kurzsichtig, ja blind geworden. Die Jünger dagegen, die „Einfältigen“, erkennen Gottes Nähe in der Person Jesu. - Mt 11, 25-27; Lk 8, 9-10; 18, 15-17; Offb 19, 12.
 
 
Evangelium                                                                                                  Lk 10, 21-24
Vom Heiligen Geist erfüllt, sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, weil du all das den Unmündigen offenbart hast
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas    
21In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
22Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
23Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.
24Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
 
 
Fürbitten
Zu unserem Herrn Jesus Christus, der uns den Vater offenbarte, wollen wir beten:
Erwecke Verkünder der Größe und der Liebe Gottes.
A.: Wir bitten dich, erhöre uns.
Ermuntere die Mutlosen, nach Gott zu suchen.
Schenke uns mitten in unserem Leben die Erfahrung von Gottes Nähe.
Lass unsere Verstorbenen dein Angesicht schauen.
Denn du bist der Abglanz des Vaters, der Zeuge seiner Herrlichkeit. Dich preisen wir in Ewigkeit.
A.: Amen.
 
 
Gabengebet
Barmherziger Gott
wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
und nimm unsere Gebete und Gaben gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
Präfationen vom Advent
 
 
Kommunionvers                                                                                          2 Tim 4, 8
Den Kranz der Gerechtigkeit wird der gerechte Richter all denen geben,
die in Liebe auf sein Erscheinen warten.
 
 
Schlussgebet
Herr, unser Gott,
im heiligen Mahl
hast du uns mit deinem Geist erfüllt.
Lehre uns durch die Teilnahme an diesem Geheimnis,
die Welt im Licht deiner Weisheit zu sehen
und das Unvergängliche mehr zu lieben
als das Vergängliche.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
 
„Wir danken dir, Vater, für deinen heiligen Namen, dem du ein Zelt bereitet hast in unseren Herzen, und für die Erkenntnis, den Glauben die Unsterblichkeit, die du uns kundgetan hast durch Jesus, deinen Knecht. Dir die Ehre in Ewigkeit. Du, Herr, Herrscher des Alls, hast alles erschaffen um deines Namens willen. Speise und Trank hast du den Menschen zur Erquickung gegeben, damit sie dir danken. Uns aber hast du geistige Speise und geistigen Trank gegeben und ewiges Leben durch Jesus, deinen Knecht. Vor allem danken wir dir, weil du mächtig bist. Dir die Ehre in Ewigkeit. Gedenke, Herr, deiner Kirche: entreiße sie allem Bösen und vollende sie in deiner Liebe ... Es komme die Gnade und es vergehe ­diese Welt. Hosanna dem Sohn Davids. Maranatha. Amen“ (aus der so genannten Zwölfapostellehre, um 100 n. Chr.).